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50. DLG – Technikertagung

Die 50. Auflage der DLG-Technikertagung vom 29. bis 30. Januar bietet Gelegenheit zur Rückschau. Alles begann mit der Frage derer, die sich an Freilandexperimenten mit Leguminosen und Futterpflanzen versuchten: „Wie machen´s eigentlich die Anderen?“. Wie kann die Technik für die Versuchsdurchführung verbessert werden? Wie muss die Anlage und Auswertung verbessert werden, um die Aussagekraft zu erhöhen? Wie lässt sich effektiver Pflanzenschutz in den Versuchen realisieren? Welche technischen Änderungen haben andere entwickelt, um Effizienz und Präzision zu verbessern?

Schnell war klar, dass sich hier ein Kreis Interessierter zum Erfahrungsaustausch zusammenfinden sollte. Dies schlug Dr. Ernst Lütke Entrup dem DLG-Ausschuss für Kleearten und Gräser 1968 vor, nämlich: „Eine Informations- und Fortbildungsveranstaltung für die technischen Kräfte“ zu veranstalten.

Standorte und Inhalte

Die erste „DLG-Technikertagung“ fand schon im November 1969 als „Seminar über Feldversuche bei Kleearten und Gräsern“ mit 34 Teilnehmern auf dem Eichhof in Bad Hersfeld statt. Neben der intensiven Diskussion auf der 2,5-tägigen Veranstaltung war auch der rege Austausch im Nachhinein wertvoll, wozu die Teilnehmerliste im Tagungsband helfend beitrug.

Schon mit der ersten Tagung waren die bis heute wesentlichen Eckpunkte angelegt: Vorträge und Erfahrungsaustausch zu aktuellen Themen des Feldversuchswesens, Kontaktpflege untereinander und technische Innovationen. 1971 folgt die zweite Auflage, ab dann im Jahresrhythmus und immer in der letzten Januarwoche. Einzige Ausnahme: 1973 gab es im Mai praktische Übungen an der BSA-Prüfstelle Scharnhorst.

Stets wachsender Zulauf an Teilnehmern zwang mehrfach zum Standortwechsel: vom Eichhof (1969-80), Waldeck (1981-85) und Haaren (1986-87) über Haus Düsse (1988-2002) nach Soest (2003-15). Hier konnten in den FH-Gebäuden bis zu 300 Teilnehmer dabei sein, in der Stadthalle dann bis zu 700. Als auch diese zu klein wurde, wechselte die Tagung schließlich 2016 nach Hannover. 

Die Inhalte der Tagungen drehen sich – mit wechselnden Schwerpunkten – um die Verbesserung von Effizienz und Präzision von Feldversuchen, und zwar bei Anlage und Ansaat, Düngung und Pflanzenschutz, Bonituren und Datenerfassung, Ernte und Aufbereitung des Ernteguts sowie der Auswertung und Darstellung der Ergebnisse. Längst ist der Kulturartenfokus auf die anderen Feldfrüchte erweitert. 

Personen

Der Initiator Dr. Lütke Entrup (1928-2011), damals bei der DSV tätig, ist bereits erwähnt. Ihm stand mit Dr. Fritz Wagner (1928-2016), dem damaligen Versuchsleiter des Eichhofs ein versierter und engagierter Mann zur Seite, der die Seminare/Arbeitstagungen maßgeblich förderte und von 1991 bis 2002 auch inhaltlich, organisatorisch und finanziell leitete. Damals hatte sich die DLG stark zurückgezogen, die Tagung wurde in Selbstverwaltung des Ausschusses eigenfinanziert. 

Ein weiterer wichtiger Förderer ist Dr.h.c. Hans-Ulrich Hege (ebenfalls Jahrgang 1928), der als Pflanzenzüchter und Maschinenbauer gleich von zwei Seiten in das Feldversuchswesen involviert ist. Und nicht zuletzt ist Jens Haldrup zu nennen, der mit seiner Begeisterung für technische Lösungen ein Vorbild für viele ist und sich sehr für die Tagung engagierte.

Günter Stemann, Leiter des Versuchsguts Merklingsen, übernahm im Jahr 2002 die fachliche Leitung und entwickelte die Tagung zu dem deutschlandweit wichtigen Ereignis für Versuchstechniker, die sie heute ist. 

Trägerschaft

Initiiert und organisiert wurden die Seminare, Arbeits- und Technikertagungen von aktiven Mitgliedern der „einschlägigen“ Ausschüsse der DLG, unterstützt jeweils von ihren hauptamtlichen Geschäftsführern. 

Bis 2005 waren die „Futterbauer“ inhaltlich federführend, hier war es zunächst der schon erwähnte Ausschuss für Kleearten und Gräser, später der für Gräser, Klee und Zwischenfrüchte.

Finanzielle Unterstützung fand die Tagung über viele Jahre aus dem sogenannten Versuchspfennig, den die Gräserzüchter für jedes verkaufte Kilogramm Grassaat einzahlten, hauptsächlich, um damit Pflanzenschutzversuche bei Grassaatvermehrungen zu finanzieren. 

2006 übernahm der aus drei Vorläufergremien gebildete Ausschuss für Versuchswesen in der Pflanzenproduktion die Schirmherrschaft über die Technikertagung. Mit dem Wechsel nach Soest trat die Fachhochschule Südwestfalen-Agrarwirtschaft Soest als ideeller Mitveranstalter der Tagung auf den Plan, gefolgt ab 2016 von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. 

Zusammenfassung

Dank der Weitsicht und Tatkraft der Gründer sowie der beharrlichen Kontinuität der weiteren Verantwortlichen hat sich die DLG-Technikertagung mit ihrem Dreiklang aus Tagung, Technikschau und Tafeln zu einer bedeutenden Fachveranstaltung für alle im Feldversuchswesen Tätigen entwickelt.