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Täglicher Talk Technik: Nachhaltig nur gemeinsam

Für die einen ist es die Zukunft der Landwirtschaft, für die anderen nur ein Schlagwort. Was geschehen muss, damit aus Schlagworten Zukunft wird, debattierten am Mittwoch während des Talk Technik vier Experten.

Sämtliche Sitzplätze des Talk Technik waren besetzt und Stehgäste drängten sich. Mit anderen Worten: Das Thema Nachhaltigkeit interessiert und bewegt die Landwirte gleichermaßen. Viele Erzeuger engagieren sich bereits.

Meike Packeiser verdeutlichte während der Diskussion, dass Nachhaltigkeit keinen einmalig zu erreichenden Status darstellt. Für die Fachgebietsleiterin Nachhaltigkeit und ländliche Räume der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e.V). geht es vielmehr um einen „kontinuierlichen Verbesserungsprozess“.

Dem stimmte Andreas Lieke, landwirtschaftlicher Berater LBB Göttingen, zu und betonte, dass aus Sicht der Praktiker neben dem Aspekt „Ökologie“ gerade soziale und wirtschaftliche Kriterien wichtig seien. Erzeuger von austauschbaren Massenprodukten, beispielsweise Getreide, seien nur bedingt in der Lage, über ihr Produkt direkt zum Verbraucher zu kommunizieren. 

Damit diese Leistung sichtbar(er) wird, muss etwas geschehen. Das DLG-Programm Nachhaltige Landwirtschaft strebt an, auf der Lebensmittelverpackung zu zeigen, wie das Produkt (nachhaltig) entsteht.

Solche Transparenz sei elementar, um glaubwürdig gegenüber den Verbrauchern zu kommunizieren, ergänzte Karl Heinz Krudewig, Vice President des Software-Herstellers 365FarmNet. Innerhalb der Wertschöpfungskette für Nahrungsmittel ist Nachhaltigkeit laut Krudewig „nur gemeinsam mit allen Partnern möglich“.

Zu diesen Partnern zählt der Verbraucher, der sich jedoch unter „nachhaltiger Produktion“ etwas anderes als die derzeitige Produktionspraxis vorstellt, warnte Stephan Becker vom Beratungsunternehmen BESO & Partner.  Die Mehrheit der Menschen lebe heute in Städten und sei von der landwirtschaftlichen Realität weit entfernt.

Das gelte es mehrfach zu beachten, sagte Becker-Sonnenschein - einerseits in einer angepassten Kommunikation und andererseits durch Offenheit für neue Produktionsformen, wie „urban gardening“.