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„DLG-Prüfungen geben Orientierung am Markt“

FarmTest:
Herr Mastrogiovanni, welche positiven Aspekte sehen Sie aktuell für die DLG-Prüfungen und mit welchen Herausforderungen müssen Sie umgehen?


Mastrogiovanni:
91 Prozent der Landwirte kennen DLG-ANERKANNT, welches damit das bekannteste Qualitätssiegel in der Landwirtschaft ist, 83 Prozent kennen unser DLG-Testzentrum, das damit die bekannteste Prüfeinrichtung ist, und 67 Prozent der Landwirte vertrauen den DLG-Tests. In einer Zeit, in der es für die Landwirte immer schwieriger wird, vor einer Investition aus den hochkomplexen Zusammenhängen die wirklich wichtigen Eigenschaften von Landtechnik, aber auch von Betriebs- und Verbrauchsmitteln herauszufiltern, geben die DLG-Prüfungen den Praktikern Orientierung am Markt. Dies führt in einigen Produktbereichen, wie bei den Traktoren, aber auch bei den Siliermitteln zu einem Pull-Effekt im Markt. In anderen Produktbereichen fehlt uns hierfür schlicht die Anzahl absolvierter Prüfungen für einen echten Marktvergleich, was sich dann wieder negativ auf die Bereitschaft der Hersteller zu neutralen Prüfungen niederschlägt.

FarmTest:
Mit welcher Strategie gehen Sie diese Herausforderungen an?


Mastrogiovanni:
Ausgehend von den Prüfbereichen, in denen unsere Kernkompetenzen liegen, richten wir unser Portfolio zurzeit neu aus. Wir haben einige Prüfgebiete zurückgefahren, die vonseiten der Hersteller und Landwirte nicht mehr nachgefragt wurden, und konnten so bei den DLG-Prüfingenieuren und in den ehrenamtlichen Prüfungskommissionen Kapazitäten freisetzen, die wir für den Aufbau neuer Gebiete brauchen. Wir bauen das bestehende Geschäft strategisch auf andere Branchen aus und gleichzeitig neues Knowhow auf. Dazu identifizieren wir die Zukunftstrends in eigenen Umfragen, in Abstimmung mit wichtigen Herstellern und im engen Austausch mit den anderen DLG-Bereichen, d. h. dem DLG-Fachzentrum Landwirtschaft und dem Messebereich. Ein Beispiel hierfür ist der Bereich Digitalisierung, wo wir heute bereits in Forschungsprojekten mitarbeiten. Teilweise setzen wir, wie bei der mechanischen Unkrautbekämpfung, aber auch auf die Basis alter DLG-Prüfungen auf, weil deren Themen wieder in den Fokus der Landwirte rücken.

FarmTest:
Planen Sie anderweitig auch das Prüfportfolio zu erweitern?


Mastrogiovanni:
Ja, wir bieten ja schon eine Reihe forschungs- und entwicklungsbegleitende Prüfungen nach Herstellervorgaben an und die Landtechnik ist in vielen Bereichen sogar technisch führend. Wir können unsere vorhandenen Prüfstände somit auch für andere Maschinen nutzen und unsere Fachexpertise auch in andere Branchen als die Landwirtschaft übertragen. Beispiele wären vor allem die Bereiche Nutzfahrzeuge mit dem DLG-Rollenprüfstand sowie der ganze Bereich Homologation, das heißt die technischen Voraussetzungen für eine Straßenzulassung, die im Moment vor allem die Anbaugerätehersteller trifft.

Die aktuellen DLG-Prüfberichte können kostenfrei unter www.dlg-test.de abgerufen werden, weitere Informationen zur Arbeit des DLG-Testzentrums Technik und Betriebsmittel gibt es auf der AGRITECHNICA am DLG-Stand in Halle 21/B26

Am DIENSTAG:
„Landwirtschaft für Quereinsteiger“

„Viele Führungs- und Managementkräfte in Agribusiness-Unternehmen haben eine Ausbildung und/oder Studium in anderen Fächern absolviert (z. B. Ingenieurwesen, BWL, Rechtswissenschaften, Geisteswissenschaften o.a.), benötigen für ihre täglichen Aufgaben jedoch häufig vertieftes und praxisrelevantes Fachwissen, um die Anforderungen der Agrarbranche zu verstehen. Zudem bietet das Agribusiness ein mit anderen Industriebereichen kaum vergleichbares umfangreiches Tätigkeitsfeld, welches Quereinsteiger ohne Agrarhintergrund attraktive Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

Erfahren Sie, wie Sie sich mit dem berufsbegleitenden Fortbildungskonzept „Landwirtschaft für Quereinsteiger“ einen Überblick über aktuelle Themen und die Anforderungen der Agrarbranche sowie der Arbeitsprozesse in der modernen Landwirtschaft verschaffen können und vertiefende Kenntnisse zu einzelnen Produktionsverfahren erwerben können.“

Referent: Prof. Dr. Martin Ziron, Fachhochschule Südwestfalen, Agrarwirtschaft Soest

Prof. Ziron war nach seinem Studium der Agrarwissenschaften sowie Promotion und Habilitation an der Justus-Liebig-Universität Gießen im Fachbereich Landwirtschaft bei der DLG tätig. Er hat zusammen mit der DLG-Akademie das Fortbildungskonzept „Landwirtschaft für Quereinsteiger“ entwickelt und ist dabei regelmäßig als Referent tätig.

Am MITTWOCH:
„Landwirtschaftliche Betriebe zukunftssicher machen“

„Landwirtschaftliche Betriebe brauchen Leiter mit ausgeprägten Unternehmerqualitäten. Im Wettbewerb wird sich nur behaupten können, wer Chancen frühzeitig erkennt, Risiken richtig bewertet sowie notwendige Veränderungen im Betrieb effektiv umsetzt. Betriebliche Veränderungen gehen dabei häufig einher mit notwendigen Veränderungen in der Unternehmensorganisation und auch der Mitarbeiterführung – nur dann können Unternehmen sich erfolgreich für die Zukunft entwickeln.

Erfahren Sie, wie Sie als landwirtschaftlicher Unternehmer für Ihren Betrieb einen maßgeschneiderten Entwicklungsprozess entwickeln können, eine sinnvolle Unternehmensorganisation finden und als Führungskraft IHRE Mitarbeiter zu engagiertem Handeln überzeugen können.“

Referent: Eckart Schlamann, entra GmbH

Eckart Schlamann ist landwirtschaftlicher Unternehmer im nördlichen Münsterland und seit ca. 20 Jahren in unterschiedlichen Branchen im gesamten deutschsprachigen Raum als Trainer und Coach tätig. Er ist Experte in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Kommunikation, Führung und Trainerweiterbildungen.