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Futter und Fütterung im Focus

Der aus Vertretern der Landwirtschaft, Wissenschaft, Beratung und Wirtschaft bestehende DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung ist die Arbeitsplattform zur Entwicklung von allgemeingültigen Fütterungsempfehlungen in Deutschland. Zur aktuellen 74. Sitzung trafen sich die Fachleute kürzlich in Kassel.

Als derzeit wichtigstes Arbeitsthema wurden nach Fertigstellung und erster Präsentation auf der EuroTier die Inhalte der überarbeiteten Auflage des DLG-Merkblattes 418 „Leitfaden zur nachvollziehbaren Umsetzung stark N- und P-reduzierter Fütterungsverfahren bei Schweinen“ diskutiert und das weitere Vorgehen zur Umsetzung und Anwendung der neuen Verfahren in der Fütterungspraxis und Fütterungsberatung festgelegt. Diese Arbeiten, die aktuell ebenso für Rinder, Pferde und Geflügel fortgeführt werden, bilden die Grundlage zur Ergänzung beziehungsweise Aktualisierung der Vorgaben der DLG-Broschüre 199 zur „Bilanzierung der Nährstoffausscheidungen landwirtschaftlicher Nutztiere“.

Darüber hinaus wurde die weitere Vorgehensweise beim Nährstoffvergleich im Rahmen der Düngeverordnung (DüV) bei Rindern intensiv erörtert, da mit den aktuellen Vorgaben zur Bewertung der Nährstoffabfuhr von der Futterfläche über die Tierzahl nach HiTier und den Standardwerten zur Grobfutteraufnahme nicht alle Betriebe richtig abgebildet werden. Vor allem Betriebe mit hoher Grobfutterleistung oder Grünlandbetriebe mit hohem Viehbesatz bezüglich des Entzugs von der Grobfutterfläche werden hier nicht korrekt bewertet.

Ein Vorschlag zur Berücksichtigung der Grobfutterleistung wurde erarbeitet und zur Umsetzung empfohlen. Das eigentliche Ziel muss jedoch die Bemessung des Entzugs über den Ernteertrag sein. Hierdurch wird auch das Problem der pauschalen Bemessung der Verluste zwischen gefressener und geernteter Futtermenge vermieden.

Die Etablierung der Erfassung der Erträge durch Wägung oder Inventur des Futterstocks, wie sie zum Beispiel in NRW im Rahmen der DüV bereits umgesetzt wird, ist das Ziel des Arbeitskreises. Hierdurch wird auch dem Motto „Was man nicht misst, kann man nicht steuern“ konsequent Rechnung getragen.

Ein weiteres Problem ist das Fehlen eines GV-Schlüssels in der Stoffstrombilanzverordnung und die fehlerhafte Zuordnung insbesondere des Geflügels im GV-Schlüssel aus der DüV und dessen Anwendung für die Beurteilung der Erfordernisse der Stoffstrombilanzierung über die 2,5 GV/ha Grenze. Diesbezüglich werden Überlegungen angestellt, den GV-Schlüssel aus der DüV anzupassen oder durch einen Wert zum Anfall an N oder P zu ersetzen, da dies sachgerechter ist.

Weitere Schwerpunkte des Arbeitskreises liegen derzeit in der Überarbeitung von Maßnahmen zum Fütterungscontrolling beim Rind, vor allem hinsichtlich der korrekten Interpretation und Nutzung von Daten aus der Milchinhaltsstoffuntersuchung. Hierbei werden ebenso die Analysemethoden und die Aussagekraft der Milchharnstoffgehalte bewertet. Überdies werden die Empfehlungen zur „Struktur- und Kohlenhydratversorgung der Milchkuh“ aktualisiert und das DLG-Merkblatt „Silierung und Verfütterung von Pressschnitzeln“ überarbeitet.

Schlussendlich arbeitet das Gremium intensiv an der Neuauflage der Futterwerttabellen Pferde sowie den „Kleinen Helfern zur Rinder- beziehungsweise Schweinefütterung“ auf Basis der DLG-Datenbank Futtermittel.

Die 75. Sitzung des Arbeitskreises Futter und Fütterung wird am 3. und 4. Juni 2019 in Frankfurt am Main stattfinden.