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Siliermittel: Aerobe Haltbarkeit abgesichert

Mit der Isolation des im BioCool-Siliermittel enthaltenen Bakterienstamms Lactobacillus buchneri NCIMB 40788 haben die biologischen Siliermittel Einzug in die DLG-Gütezeichen-Kategorie 2 (Verbesserung der aeroben Stabilität) gefunden.

Bis zur Isolierung von Lactobacillus buchneri NCIMB 40788 waren unter den Siliermitteln mit DLG-Gütezeichen und Hauptwirkungsrichtung der Kategorie 2 ausschließlich chemische Siliermittel zu finden.

In der weiteren Vergangenheit wurde beim Befüllen des Silostocks zunächst insbesondere darauf geachtet, durch den Einsatz von Essig- und/oder Propionsäure den pH-Wert möglichst schnell und effektiv abzusenken. So konnte bereits mit dem Start der Futtergärung nach dem luftdichten Verschließen des Silostocks ein sonst übliches, für eine gewisse Zeit paralleles Wachstum von Pilzen und Hefen unterdrückt werden.

Die Zahl der Dauerstadien war dadurch deutlich geringer, von denen ausgehend dann bei Sauerstoffzutritt nach dem Öffnen des Silos das Pilz- und Hefenwachstum mit seinem verbundenen verderblichen Werk erneut starten konnte – ein wertvoller Zeitgewinn.

Später trat die Wachstumsunterdrückung in den Vordergrund; hierbei sind Sorbin- und Benzoesäure besonders effektiv. Hinzu kam der Vorteil, dass diese auch aus der Lebensmittelindustrie bekannten Produkte auch als korrespondierende Salze in Form von Neutralsalzlösungen oder Granulaten eingesetzt werden können. So steigen Sicherheit und Komfort für den Anwender in der Handhabung und die korrosive Wirkung auf das Fahrsilo geht zurück. Lediglich in der Silage selbst wirken die zugesetzten Salze dann als Säure.

Einzigartiger Stoffwechselweg

Das Milchsäurebakterium Lactobacillus buchneri NCIMB 40788 wurde zunächst isoliert, weil es als heterofermentativer Stamm (griechisch „heteros“: verschieden, anders) im Gegensatz zu den homofermentativen Stämmen (griechisch „homos“: gleich) nicht nur einen Stoffwechselweg mit Milchsäure als Endprodukt besitzt, sondern auf jeden Fall auch noch einen zweiten, dessen Gärungsweg bei Essigsäure endet. Bereits diese würde – nach einem Animpfen des Silostocks – durch ein schnelles Absenken des pH-Werts und den Hemmeffekt der Säure die Nachgärkeime zurückdrängen.

Erst nach der Patentierung des Einsatzes als Siliermittel wurde bekannt, dass Lactobacillus buchneri NCIMB 40788 in einem dritten Gärungsweg dazu in der Lage ist, mit 1,2-Propandiol zweiwertigen Alkohol in einer so großen Menge zu synthetisieren, dass dieser als Konservierungsstoff wirksam ist. Nochmals deutlich später wurde für 1,2-Propandiol als Futterzusatz sogar eine zusätzliche Wirkung bei der Vermeidung von Ketosen hochlaktierender Kühe nachgewiesen.

20 erfolgreiche Jahre

Das von der Biotal Ltd. in Cardiff (UK) auf Basis des Stammes Lactobacillus buchneri NCIMB 40788 formulierte Siliermittel BioCool wurde 1998 durch die Raiffeisen Central Genossenschaft Nordwest eG in Münster (RCG) als exklusiven deutschen Vertriebspartner auf den deutschen Markt eingeführt. Diese Exklusivität in der Zusammenarbeit und der bundesweite Vertrieb über die genossenschaftliche Schiene bestehen bis heute fort, auch wenn die Biotal seit 2002 zu Lallemand Animal Nutrition gehört und die RCG in 2004 in der Agravis Raiffeisen AG aufgegangen ist.

BioCool wurde parallel zur Markteinführung den umfangreichen Verleihungsprüfungen für die Erlangung eines DLG-Gütezeichens der Kategorie 2 (Verbesserung der aeroben Stabilität) unterzogen. Noch im Markteintrittsjahr wurde das DLG-Gütezeichen für die Anwendung in Gras, im Folgejahr auch für die Anwendung in Maissilage vergeben. Seitdem konnte das Siliermittel BioCool in den alljährlich wiederkehrenden Kontrollen durch die DLG seine hohe und gleichbleibende Produktqualität und Wirksamkeit unter Beweis stellen.

Die aktuelle Positivliste aller Siliermittel mit DLG-Gütezeichen ist über www.guetezeichen.de kostenfrei zu erreichen.