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Futterernte: Technik auf Region abstimmen

Mit einem Ladewagen hat es vor 25 Jahren begonnen.  Heute sind sieben Traktoren, zwei Feldhäcksler mit je 650 PS und zehnreihigem Maisgebiss und eine Reihe weiterer Maschinen im Einsatz bei Reinhard Bürger-Grebe in Korbach  im hessischen Landkreis Waldeck Frankenberg. Daneben bewirtschaftet die Familie Bürger Grebe einen Milchviehbetrieb und betreibt seit einiger Zeit ein Hofcafé.  Sechs Festangestellte Mitarbeiter, fünf feste Aushilfen und eine Reihe weiterer – ad hoc Aushilfen sind erforderlich, um den Leitungsumfang des Unternehmens, bis hin zum Gülle separieren, Mais- und Getreide drillen und zum Pressen von Heu und Stroh zu gewährleisten, so Bürger-Grebe im Arbeitskreis „Schlagkraft in der Grobfutterernte im Rahmen der DLG Unternehmertage Anfang September in Kassel. Seit dem Jahr 2000, so der Referent hat sich der Strukturwandel beschleunigt, Ziel ist heute die 24 Stunden Silage. Bei der Grasernte sind Leistungen von 20 Hektar je Stunde Ziel. Die hohe Kapitalbindung beim Lohnunternehmer erfordert eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Landwirt und dem Lohnunternehmer.

Von diesen Zahlen und Zielen ist man im südlichen Odenwald noch entfernt. Katrin Hein vom Beratungsdienst Milchvieh und Futterbau Odenwald/Bauland zeigte während der DLG-Unternehmertage die Gegebenheiten in dieser Region anhand zweier Beispielsbetriebe auf. Vergleichsweise niedrige Erträge bei starker Parzellierung der Betriebe lässt die Grundfutterkosten trotz ausrechender Flächenverfügbarkeit in die Höhe schnellen. Die aktuell extreme Dürresituation ist in diesem Gebiet weniger unüblich als in anderen Regionen Deutschlands, die Betriebe haben sich mit Futterbevorratung auf schwankende Erträge eingerichtet. Trotzdem wird die aktuelle Dürresituation sich negativ auf die Grundfutterkosten auswirken. Angesichts der geringen durchschnittlichen Flächengröße haben viele Betriebe Eigenmechanisierung oder es sind beispielsweise leistungsstarke Heuwerbegeräte in Kooperation angeschafft worden. Bei den Maschinenkosten der Betriebe, so Kathrin Hein ist der Bereich Lohnarbeit, Maschinenmiete nur von geringerer Bedeutung.

Stefan Thurner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising stellte optimierte Verfahrenstechniken bei der Grobfutterernte vor. Nach wie vor ist die exakte Erfassung von Erntemengen besonders bei der Grasernte nicht Standard. Ertragsschwankungen und deren Ursachen werden oftmals nicht erfasst. Folgerichtig kann im Hinblick auf eine Ertragsverbesserung oftmals nicht zielgerichtet gehandelt werden. Das der Schnittzeitpunkt über Qualität und Menge der erwünschten Inhaltsstoffe – Energie und Proteingehalt entscheidet ist bekannt – Grünlandmonitoring ist hierbei eine wichtige Unterstützung für die Praktiker. Das Schwaden kann an besonders an heißen Tagen zum Nadelöhr in der Futterbergung werden. In Deutschland verringern neue Techniken wie etwa Bandschwader die Bröckelverluste und verbessern die Silagequalität. Thurner erläutere die Vorzüglichkeit des Bergeverfahrens – Häckselkette oder Kurzschnittladewagen ein. Unter den Gegebenheiten mit Realteilungsflächen ist der Kompromiss Ladewagen plus Häckselkette als optimal anzusehen.  

Der Verteilung und Verdichtung des Siliergutes kommt eine zentrale Bedeutung für die Silagequalität und einer Minimierung des Nacherwärmungsrisikos im Futterstock zu. Reinhard Bürger-Grebe bietet zur Häckselkette einen Ballast-Walzschlepper an, um auch bei hoher Schlagkraft auf dem Feld eine gute Silage zu gewährleisten.

Gute Planung ist enorm wichtig, um die aktuell mögliche Schlagkraft in optimales Grobfutter für den Milchviehbetrieb umzusetzen! Aspekte wie zunehmende Bodenverdichtung auf dem Grünland durch hohe Achslasten, Controlling beim Erntegut mit der Schüttelbox und eine Vorab- Ertragsschätzung, beispielsweise per Satellit auf dem Grünland kamen in der Diskussion während der Unternehmertage-Forums zur Sprache.