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Aktuelle Stunde zur Ferkelkastration während der EuroTier

Anfang der Woche wurde durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen eine Sachstandanalyse veröffentlicht, die in Zusammenarbeit mit dem Tiergesundheitsdienst Bayern e.V. und dem Schweinegesundheitsdienst der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen erstellt wurde. Neben den drei momentan anwendbaren Verfahren

  • Jungebermast
  • Jungebermast mit Impfung gegen Ebergeruch und
  • Kastration unter Injektionsnarkose mit Ketamin/Azaperon

wird darin auch auf zwei noch nicht anwendbare Verfahren (Kastration unter Inhalationsanästhesie sowie Kastration unter Lokalanästhesie) eingegangen.

Zu den Verfahren „Kastration unter Injektionsnarkose mit Ketamin/Azaperon“ und „Inhalationsnarkose mit Isofluran“ hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) jüngst ein Projekt bewilligt, in dem auch die DLG mitwirkt. Projektpartner sind der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) sowie die Justus-Liebig Universität Gießen (JLU).

Aufgabe der DLG im Projekt sind

  • a) die Überprüfung des Arbeitsschutzes und der Betriebssicherheit durch das DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel und
  • b) der Wissenstransfer der Erkenntnisse in die Praxis durch das DLG-Fachzentrum Landwirtschaft (in Zusammenarbeit mit dem FiBL).

Das Ziel des Projekts ist es, praktische Erfahrungen mit der chirurgischen Ferkelkastration unter Betäubung sowie postoperativer Schmerzbehandlung in ferkelerzeugenden Betrieben zu generieren und deren Anwendung unter Praxisbedingungen zu evaluieren. Im Fokus steht der Tierschutzaspekt bei der Kastration von männlichen Saugferkeln. Weiterhin soll im Rahmen des Projekts die Praxistauglichkeit der verschiedenen Narkosemethoden sowie der unterschiedlichen Narkosegeräte untersucht werden. Für den Wissenstransfer in die Praxis bzw. die Ferkelerzeugerbetriebe sind u.a. Praktikertage, Betriebsleiterschulungen, Erstellung von Merkblättern und Veröffentlichungen in der Fachpresse geplant.

Der Wissenstransfer erfolgt erstmals im Rahmen der EuroTier in Zusammenarbeit mit einer Projektgruppe der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Im Rahmen einer „Aktuellen Stunde zur Ferkelkastration“ (täglich um 14:45 Uhr im Forum Schwein in Halle 16) werden beide Projekte kurz vorgestellt und durch Praktikerberichte ergänzt.