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Das gehört verboten!

In Umfragen stimmen Teilnehmer spätestens mit dieser Info mehrheitlich dafür, dass der Stoff namens "Dihydrogenmonoxid" verboten gehört. Dürfte schwierig werden, denn es handelt sich, aus der Chemie-Fachsprache übersetzt, um Wasser, wie Dr. Britta Michalski vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am gestrigen Donnerstag in Berlin erläuterte. "Fragt man Verbraucher, welche Themen der Lebensmittelsicherheit sie am meisten beunruhigen", so Michalski weiter, "landet das Thema der Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln immer auf einem der vorderen Plätze."

Je näher desto besser

Als Referentin der Wissenschaftlichen Tagung des Dachverbandes wissenschaftlicher Gesellschaften der Agrar-, Forst-, Ernährungs-, Veterinär- und Umweltforschung (DAF e.V.) stellte die Mitarbeiterin des BfR klar: "Bereits bevor ein Pflanzenschutzmittel angewandt wird, muss geprüft werden, ob die zu erwartenden Rückstände unbedenklich sind." Im Untersuchungszeitraum 2008 bis 2016 sind laut Michalski die beanstandeten Proben zurückgegangen, sprich die Rückstandshöchstgehalte (RHG) an Pflanzenschutzmitteln werden seltener überschritten.

Allerdings muss nach Herkunft unterschieden werden - je näher, desto besser. Das untersuchte Obst und Gemüse aus Deutschland überschritt im Beobachtungszeitraum den RHG durchgehend um weniger als zwei Prozent, EU-Ware rangierte immer unterhalb drei Prozent und für Importe aus Drittstaaten haben sich die Beanstandungen von rund neun auf etwa sechs Prozent eingependelt.

Widerstand aus der Kälte

"Resistenzen gegen Antibiotika sind kein vom Menschen geschaffenes Phänomen", versicherte Professorin Christina Hölzel von der Uni Kiel während der Berliner DAF-Tagung. So seien für Penicillin bereits Resistenzen bekannt gewesen, bevor der Wirkstoff medizinisch etabliert war. Und in den Permafrostböden lauerten Resistenzen: Bakterien, die vor zigtausend Jahren gelebt haben, sind dort samt ihrer natürlichen genetischen Widerstandsfähigkeit gegen Antibiotika konserviert.

Dem Motto der Veranstaltung, "Lebensmittelsicherheit: Fakten aus der Wissenschaft", entsprechend verdeutlichte Hölzel, "dass aber durch den Einsatz von Antibiotika bei Mensch und Tier sich Resistenzen verbreiten, da sie selektiert und potenziert werden". Geringe Konzentrationen von Antibiotika und genetischen Resistenzen in Ausscheidungen reichten, um im Mikrobiom, gewissermaßen alle mikrobiellen Untermieter von Mensch, Tier und Pflanze, den Kreislauf in Schwung zu bringen. "Einmal Boden und zurück", umschrieb Hölzel diesen Mechanismus.

Krank durch Kuscheln

Von deutlich sinkenden Salmonellenerkrankungen in Deutschland berichtete Prof. Dr. Thomas Alter von der Freien Universität Berlin und hatte dafür eine Erklärung parat: "In deutschen Geflügelbeständen wurden die Salmonellen während der vergangenen Jahre stark zurück gedrängt und kommen dadurch vermindert in Geflügelfleisch und Eiern vor."

Sorgen bereiten dem Wissenschaftler die vom Erreger Campylobacter verursachten Lebensmittel-Infektionen. Die gesundheitlichen Folgekosten dieser Erkrankungen beziffert Alter auf 2,4 Mrd. Euro pro Jahr. Davon seien "15 Prozent durch Haustiere induziert". Mit anderen Worten: Kuscheln mit Hund und Katze macht krank und verursacht jährlich Kosten von 360 Mio. Euro.

Weitere Themen der wissenschaftlichen Tagung in Berlin waren unter anderem Schwermetalle in Lebensmitteln, Belastungen durch den Schadpilz Mutterkorn und Allergene im Weizen.

Hier der Link zum Dachverband wissenschaftlicher Gesellschaften der Agrar-, Forst-, Ernährungs-, Veterinär- und Umweltforschung (DAF e.V.), dessen Geschäftsführung der DLG obliegt.