Zum Hauptinhalt springen

Digitalisierung in Europa, Asien und im Pazifik

Die Agritechnica Asia 2018 in Bangkok entwickelte sich zu einer unverzichtbaren Plattform nicht nur für die Präsentation neuer technischer Innovationen, sondern auch für den Austausch und sogar die Entwicklung neuen Wissens.

Das Rahmenprogramm umfasste das AgriFuture-Forum, das in den drei Tagen seiner Platzierung während der Messe eine Reihe von Impulsvorträgen, Präsentationen und Podiumsdiskussionen anbot. Es ging auch um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Kontinenten.

Ein höchst relevantes Panel befasste sich am ersten Tag mit den vermeintlichen Unterschieden in der Digitalisierung der Landwirtschaft zwischen Europa und Südostasien und Pazifik. Dr. Kloos, Vertreter des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, hob hier die Bemühungen der Bundesregierung hervor, Ziele und Kompetenzen in diesem Bereich zu entwickeln, um eine nachhaltige Grundlage für die Entwicklung der Landwirtschaft 4.0 Deutschlands zu schaffen.

Im Gespräch mit Khalili Rosly, CEO und Mitgründer von MKR Hartamas, Malaysia, wurde deutlich, dass auch asiatische Länder mit Themen wie Datenhoheit und Schnittstellen zwischen verschiedenen Systemen zu kämpfen haben.

Auf die Frage, ob sich digitale Tools wirklich auszahlen und zu einer objektiven Verbesserung führen, hat Andree-Georg Girg, Commercial Operations Digital Farming, BASF, diesen häufigsten Zweifel belegt. Girg sagte, dass ein einzelnes Werkzeug zukünftige prozessintegrierte Probleme nicht lösen kann. Vielmehr kann die Digitalisierung dazu beitragen, Produktionssysteme zu verstehen, die Interaktion zwischen Boden-Pflanze-Atmosphäre genauer zu untersuchen und damit sinnvolle Entscheidungen in der Praxis zu treffen.

René Döbelt, DLG-Vizepräsident und Landwirt, verfügt über fundierte Kenntnisse über den Einsatz digitaler Werkzeuge in der deutschen Pflanzenproduktion. Er vertritt den Ansatz, dass der Einsatz von innovativen Werkzeugen - ob digital oder analog - vom Landwirt eingehend geprüft wird. Es gibt kaum Spielraum mit intelligenten Tools, sondern die Nutzung der Tools unterliegt der objektiven Bewertung des erwarteten Nutzens. Nur geprüfte Technologie wird es in die täglichen Prozesse der Landwirte schaffen.

In Döbelts Produktion von Bio-Gemüse setzt er RTK-GPS ein, um mechanischen Pflanzenschutz zu gewährleisten ohne das Erntegut zu beschädigen. Für eine verbesserte Bewertung und Nachvollziehbarkeit von Managemententscheidungen wird ein Farmmanagementsystem genutzt.

Im Moment ist es in Deutschland undenkbar, Drohnen zum chemischen Pflanzenschutz zu verwenden. Zu hoch sind die Sicherheits- und Umweltregulatorien, um diese stark driftanfällige Technologie zu verwenden. In Asien hingegen ist diese Technologie gut akzeptiert.

Alle Diskussionsteilnehmer waren sich einig, dass der Einsatz moderner Technologie kein Selbstzweck sein kann. Der Einsatz intelligenter Technologien muss einem bestimmten Ziel oder Problem folgen, das gelöst werden muss. Dies wiederum muss vom verantwortlichen Landwirt erarbeitet und entschieden werden.

Entscheidungen zu treffen, Prozesse zu verstehen und Ansatzpunkte zu finden, basieren auf einer fundierten Ausbildung eines Landwirts. Die Nutzung aller agronomischen Fähigkeiten zur Verbesserung von Systemen ist ein Schritt, bei dem digitale Tools zwar Unterstützung bieten, aber kaum die endgültige Lösung darstellen.