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Trockenheit und Hitze

Siv Ahlers hält Unterflur-Tropfbewässerung und Sojabohnen für eine mögliche Strategie

Der Juli brachte etwa 340 Sonnenstunden. Am letzten Tag im Monat war Bernburg (Saale) mit 39,5 °C der heißeste Ort im Land. Und das mitten in Sachsen-Anhalt. Was für die einen nach dem perfekten Urlaubsort klingt, ist für die Landwirte schon längst kein schöner Anblick mehr.

Mindererträge in allen Kulturen, Futterknappheit und starke Trockenschäden auch an Kartoffel, Mais und Zuckerrübe machen dieses Jahr zu einer besonderen Herausforderung. Wer kann, nutzt die Möglichkeit der Beregnung. Doch die klassische Überkopfberegnung führt bei dieser Witterung zu hohen Verdunstungsverlusten und die Kosten für Arbeitskraft und Pumpenbetrieb sind vergleichsweise hoch.

Eine Möglichkeit dem entgegen zu wirken ist Tropfbewässerung. Dem Thema wird am Internationalen DLG-Pflanzenbauzentrum in Bernburg nachgegangen. Vor allem im (Vor-)Sommer, zur Kornfüllung des Weizens und zur Blüte der Sojabohne, kommt es hier zu großen Niederschlagsdefiziten. Bereits seit den 80er Jahren werden in Süddeutschland Sojabohnen angebaut und sind zunehmend fest in die Fruchtfolge integriert. Insbesondere die Verfügbarkeit frühreifer Sorten und die gestiegene Nachfrage steigern den Anbau auch in kühleren Lagen.

Am Standort wird im Rahmen eines EIP-Agri Projektes durch die IrriMode GbR ein System zur „standortangepassten vollautomatischen Echtzeitprozessoptimierung von solarbetriebener Bewässerung in der Landwirtschaft Sachsen-Anhalts“ entwickelt. Auf der Versuchsfläche sind dazu Tropfschläuche in einem Abstand von einem Meter ca. 35 cm tief im Boden eingelassen und bewässern somit direkt an der Wurzel.

Bodensonden ermitteln die Feuchte im durchwurzelbaren Raum und eine spezielle Software modelliert den Wasserhaushalt. Daraus lässt sich die Notwendigkeit der Bewässerung ableiten. Ist diese gegeben, wird die solarbetriebe Pumpe aktiviert, die Steuerventile geöffnet und die Kulturen bewässert.

Im Weizen konnten mit der Unterflurtropfbewässerung in den vergangenen Jahren deutliche Mehrerträge generiert werden. Und auch die Sojabohnen zeigen derzeit klare Unterschiede. Die bewässerten Parzellen präsentieren sich frohwüchsiger und vitaler. Der ausbleibende Stress durch fehlende Niederschläge führt vermutlich auch hier zu höheren Erträgen.

Bis 2022 soll dieses Bewässerungssystem zu einem vollautomatischen heranwachsen – ein vielversprechendes Rezept bei Trockenheit und Hitze.