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„Ich konnte meinen Wissensstand ständig erweitern“

Werner Loose ist 1952 in Dörnten im Kreis Goslar im nördlichen Harzvorland geboren. Nach der Realschule hat er zunächst eine landwirtschaftliche Ausbildung gemacht. Dem folgten anderthalb Jahre beim Bundesgrenzschutz und das Studium der Landwirtschaft in Witzenhausen. 1975 hat Loose seinen Abschluss als Diplom-Agraringenieur gemacht. 1976 heiratete er seine Frau Sabine. Es folgten drei Töchter. 1977 haben die Eheleute seinen elterlichen Betrieb übernommen.

Wie haben Sie denn Ihren Betrieb im Laufe der Jahre weiterentwickelt?

Werner Loose: Bei der Betriebsübernahme 1977 umfasste der Betrieb 50 ha landwirtschaftliche Nutzfläche mit Ackerland und Grünland sowie 70 Stück Rindvieh mit Kühen, weiblicher Nachzucht zur Zucht und Bullenmast. 1978 haben wir die Kühe abgeschafft, 1988 erfolgte die Aufgabe der Bullenmast.
Dafür haben wir den Ackerbau durch Kauf und Pachtung von Ackerland kontinuierlich erweitert und ich habe Lohnarbeiten im Mähdrusch und Pflanzenschutz aufgenommen. Heute umfasst der Betrieb 160 ha (ohne Lohnarbeit).

Und bei der betrieblichen Weiterentwicklung hat Ihnen auch die DLG geholfen?

Loose: Unbedingt! Ich bin damals in die DLG eingetreten, weil ich dort immer wertvolle Informationen für die Führung meines landwirtschaftlichen Betriebes bekommen habe und meinen Wissensstand ständig erweitern konnte. In den vergangenen 25 Jahren habe ich verschiedene Foren und Tagungen besucht, insbesondere Veranstaltungen zur Betriebswirtschaft, zum Ackerbau und zum Pflanzenschutz.

Neben dem Betrieb haben Sie sich aber auch noch vielfältig ehrenamtlich engagiert.

Loose: Ja, ich war 25 Jahre im Vorstand einer Zuckerrübenabfuhrgemeinschaft mit 130 Mitgliedern. In dieser Zeit haben wir eine Rodergemeinschaft mit Roderfahrern gegründet. In der Lade- und Reinigungsgemeinschaft Othfresen GbR habe ich zwölf Jahre die Rübenmaus gefahren und war für Wartung und Koordination zuständig. Außerdem habe ich im Vorstand des Zuckerrübenanbauerverbands Niedersachsen Mitte mitgearbeitet.

Daneben war ich jeweils 30 Jahre in der Vorstandsarbeit des Maschinenrings Ambergau, Börde, Vorharz sowie im Kreisvorstand des Landvolks Braunschweiger Land tätig. Im CDU Ortsrat bin ich bis heute aktiv. Bis zur Altersgrenze, die bei der Feuerwehr bei 63 Jahren liegt, war ich langjähriges Mitglied im Vorstand der Ortsfeuerwehr Dörnten.

Dann haben Sie ein ausgefülltes Leben gehabt. 2017 haben Sie Ihren Betrieb dann an Ihre Tochter übergeben. Wie fühlen Sie sich jetzt?

Loose: Unsere Tochter Katrin Sell ist gelernte Landwirtin, Betriebswirtin und Steuerfachangestellte, also hatte ich ein gutes Gefühl, den Betrieb in guten Händen zu wissen. Unser Schwiegersohn Christian Sell ist ebenfalls gelernter Landwirt und studiert Agrarwissenschaften. Er bewirtschaftet in einer Entfernung von 45 km zu unserem Betrieb seinen Betrieb mit 330 ha. Als gemeinsame Maschinen werden zwei Spritzen und der Mähdrescher zusammen genutzt, zukünftig sollen die Betriebe noch weiter zusammenwachsen.

Meine Rolle auf dem Dörntener Betrieb besteht jetzt darin, in Absprache mit meiner Tochter die nötigen Arbeiten zu erledigen. Ich bin sozusagen der „geländegängige Altenteiler“, der noch rüstig ist und alle Arbeiten erledigen kann. Dazu gehören dann auch die berühmten Hand- und Spanndienste wie zum Beispiel Ersatzteile oder Pflanzenschutzmittel holen, und sonstige Handreichungen, die Zeit brauchen aber notwendig sind.

Und wie sieht Ihr Leben in der nahen Zukunft aus?

Loose: Ich möchte in Zukunft noch mehr für die Familie da sein, für meine Frau, unsere drei Kinder und ihre Familien und nicht zuletzt freue ich mich über unsere vier Enkelkinder. Außerdem möchte ich mich wieder mehr meinem Hobby, dem Reiten, zuwenden oder auch einen Kurzurlaub genießen.