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Mehr als häckseln und verdichten

Die erfolgreiche Herstellung und Handhabung von Silagen leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung unserer Tiere, zur ökonomisch erfolgreichen Tierhaltung sowie zur effizienten Nutzung unserer heimischen Ressourcen.

Zur Vorstellung und Besprechung der aktuellsten wissenschaftlichen Versuche und praxisorientierten Forschungsergebnisse (insgesamt 237 wissenschaftliche Beiträge!) zum Thema Futterkonservierung trafen sich kürzlich 350 Fachleute aus 34 Ländern zur 18. International Silage Conference (ISC) in Bonn.

Die wichtigsten Kernthemen wurden von zehn eingeladenen Übersichtsreferenten präsentiert und mit den Teilnehmern diskutiert. Zu diesen zählen vor allem die zukünftigen Herausforderungen wie beispielsweise der Umgang mit dem globalen Klimawandel, mit Gefahrenquellen für Tier und Mensch, die optimale Konstruktion des Futtersilos und die damit verbundene Verbesserung der aeroben Stabilität, die Weiterentwicklung analytischer Untersuchungsmethoden sowie der Ausbau des Einsatzes der Mechanisierung.

Darüber hinaus wurden auch neue Möglichkeiten wie zum Beispiel zum Einsatz von TMR-Silagen, von Zusatzstoffen oder neuer intelligenter Technologien erörtert.

Überdies wurde sich auch kritisch mit bestehenden Problemfeldern auseinandergesetzt, da zum Beispiel eine unsachgemäße Behandlung konservierter Futtermittel zu Nacherwärmung und Schimmelbildung führt und neben dem reinen Nährstoff- (zum Beispiel Proteinabbau) und Energieverlust auch Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt (infolge des Austritts von Schadgasen) zu befürchten sind.

Forscher und Anwender waren sich nach der dreitägigen Fachtagung einig über die weiter steigende Bedeutung der Futterkonservierung und die notwendige fortwährende Durchführung wissenschaftlicher und praxisorientierter Forschungsvorhaben.

Umrundet wurde die Silagekonferenz von fünf Exkursionen, die den internationalen Teilnehmern sowohl fachlich als auch kulturell das Gastgeberland näher bringen sollten. Zwei Touren führten bereits vor Tagungsbeginn von Hamburg beziehungsweise Berlin nach Bonn. Nach Tagungsende führten drei weitere Touren zu Zielen im Westen und im Süden und bildeten damit den Abschluss der Veranstaltung.

Die von der DLG organisierte und geführte Tour startete in Bonn und navigierte die Teilnehmer zu einem typischen Milchviehbetrieb im Westerwald. Anschließend stand der Limburger Dom auf dem Programm, danach wurden Einblicke in die Aktivitäten am DLG-Testzentrum in Groß-Umstadt vermittelt. Abgeschlossen wurde die Tour mit dem Besuch einer typischen Apfelweinkneipe in Frankfurt.

Die 19. ISC findet vom 15. bis 17. August 2021 in Peking statt, die neuen Gastgeber stellten bereits zu Konferenzabschluss Ihr Konzept zur nächsten Tagung vor und machten mit Ihren Ideen zur Kombination von Wissenschaft und Praxis bereits neugierig auf das nächste Aufeinandertreffen.