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Digital Animal Farming: So geht Sicherheit

Die Forderung seitens der Landwirte ist eindeutig: Alle in einem Betrieb erfassten Daten sind Eigentum des Landwirtes, ganz gleich, ob sie „händisch“ oder automatisch-digital gewonnen werden. Mit wem der landwirtschaftliche Unternehmer diese teilt, ist allein seine Entscheidung. Das ist das (theoretische) Kernprinzip der Datenhoheit.

In der Praxis nutzt der Landwirt nicht nur eigene Software, um Daten zu erfassen, beispielsweise in der Zusammenarbeit mit Lohnunternehmen. Als Auftragnehmer erfassen diese die Ertragsmenge und einige Qualitätsparameter. Was damit geschieht, muss genau geregelt werden.

Ähnlich verhält es sich mit Daten, aus denen weder auf Personen noch den Betrieb geschlossen werden kann. Wer daraus Statistiken erstellt, ist verpflichtet, den Inhaber der Daten über den exakten Verwendungszweck zu informieren. Ändert sich der Zweck, ist das ebenfalls unverzüglich mitzuteilen.  

Voll integriert

Die Datensicherheit ist in Zeiten des „Digital Animal Farming“, so das Leitthema der EuroTier 2018 (www.eurotier.com), von elementarer Bedeutung für den gesamten Betrieb. Gerade Tierhalter sollten sich intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen. Die meisten Betriebsabläufe – von der Fütterung über die Futterverwertung bis zur Kontrolle des Stallklimas – sind in modernen Betrieben komplett digital integriert.
Datensicherheit umfasst alle technischen Maßnahmen, um die Daten jederzeit verfügbar zu machen mit der Maßgabe, dass diese vertraulich und unverletzt bleiben. Wirtschaftlich-organisatorisch ist „Digital Animal Farming“ der Schlüssel zu mehr Effizienz und zugleich „Tierwohl konkret“. Die digitale Infrastruktur garantiert dem Landwirt, dass er jederzeit checken kann, wie es im Stall aussieht und vor allem, wie es den Tieren geht.

Daraus lässt sich ein wichtiger Unterschied zwischen Datensicherheit und -schutz erkennen: Datensicherheit beschränkt sich im Gegensatz zu Datenschutz nicht auf personenbezogene Daten.

Mehr als Mails

Reichlich Post in Sachen Datenschutz dürften die landwirtschaftlichen Unternehmer in den vergangenen Wochen zu diesem Thema erhalten haben – elektronische Post versteht sich. Die Flut an Mails hat ihren Grund in der EU-Datenschutz-Grundverordnung, kurz DS-GVO. „Die Verarbeitung personenbezogener Daten ist darin stark reglementiert, heißt es dazu im DLG-Merkblatt Digitalisierung 4.0 für das landwirtschaftliche Büro. Für die Verarbeitung von Daten werde „zwingend ein Vertrag mit einem Rechenzentrum benötigt“, erläutern die Experten der DLG.

Ist alles geregelt – mit den Futtermittellieferanten und anderen Handelspartnern, dem Hoftierarzt und dem Steuerberater? Auch das gehört zum professionellen „Digital Animal Farming“.  
Landwirte sind nicht nur „Datenlieferanten“, sie sammeln selbst welche. So müssen Direktvermarkter sich darüber klar sein, dass sie sensible Kundendaten nur verarbeiten und speichern dürfen, wenn die Klienten zustimmen. Unabhängig davon sollte jeder landwirtschaftliche Betrieb mit eigener Website diese daraufhin gestalten, dass sie mit der DS-GVO kompatibel ist.

Für Betriebe mit mehr als zehn Mitarbeitern muss übrigens ein Datenschutzbeauftragter benannt und den Behörden mitgeteilt werden. Angesichts des landwirtschaftlichen Strukturwandels wird das künftig häufiger der Fall sein als bislang.

Digital Animal Farming - Sicherheit geht vor:

  • Betriebliche Daten sind Eigentum der Landwirte
  • Dienstleistungsverträge klären
  • Datenschutz-Grundverordnung konsequent beachten
  • Datensicherheit erfasst gesamten Betrieb
  • Strukturwandel erhöht Druck