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Vermarkten – Aber richtig!

Dass Produktpreise auf den Weltagrarmärkten kein Zufall sind, erfuhr die Junge DLG/Team Fritzlar bei ihrer ersten Veranstaltung kürzlich in Fritzlar.

Aber welche Rolle spielen dabei die Wetterereignisse El Niño und La Niña? Wie schützt sich der EU-Binnenmarkt (nach wie vor) vom restlichen Weltmarkt? Und welcher Vermarktungszeitpunkt ist der Idealste? Diesen und weiteren Fragen gingen die Referenten Bernhard Chilla, Marktanalyst bei der Agravis Raiffeisen AG in Münster und Hanns-Heinrich Köhler, Gesellschafter der Progranus KG nach.

Haupteinflussnehmer der Marktpreise seien neben Angebot und Nachfrage unter anderem die Vermarktungszeitpunkte pflanzlicher Agrarprodukte, die Exportmengen anderer Nationen und das Wetter.
So beeinflusst zum Beispiel das Wechselspiel der Wetterereignisse El Niño und La Niña zwischen Südamerika und Indonesien maßgeblich die Wettermuster auf drei Vierteln der Erde. In Folge der Ereignisse können zum Beispiel an den Westküsten Südamerikas Überschwemmungen und im Amazonasgebiet Trockenheiten entstehen.

Darüber hinaus beeinflussen die Exportmengen von flächenstarken Agrarländern sowie das Angebot und die Nachfrage die Preise.

Von all diesen Faktoren ist die Vermarktung der Produkte nur ein kleiner und trotzdem sehr wichtiger Baustein – denn diesen können die Landwirte aktiv beeinflussen, so Hanns-Heinrich Köhler aus Laatzen. Köhler behält für die Progranus KG, bei welcher er selbst Mitgesellschafter ist, die Märkte im Blick.

Seiner Erfahrung nach ist es äußerst wichtig, die Margen zu splitten. Denn Splitting gibt Sicherheit! So riet er den jungen Teilnehmern der Veranstaltung: „verkauft Teilmengen direkt in der Ernte und andere Teilmengen über Vorkontrakte. Erst wenn diese Absicherung betrieben wurde, kann man mit einer weiteren Teilmenge in die Spekulation eintreten“.