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Neuer Weltatlas der Wüstenbildung

Der Weltatlas der Wüstenbildung der Europäischen Kommission bietet die erste umfassende, evidenzbasierte Bewertung der Bodendegradation auf globaler Ebene.

Über 75 Prozent der Landfläche der Erde sind bereits geschädigt und über 90 Prozent der Böden könnten bis 2050 degradiert werden. Das 67fache der Landfläche Belgiens wird jährlich degradiert, wobei Afrika und Asien am stärksten betroffen sind. Die damit verbundenen wirtschaftlichen Verluste machen etwa 10 Prozent der weltweiten jährlichen Wirtschaftsleistung aus.

Bodendegradation fördert Ernährungsunsicherheit, Klimawandel und Migration

Bodendegradation hat Auswirkungen auf unsere Fähigkeit zur Herstellung von Nahrungsmitteln. Zwischen 1970 und 2012 sind die Süßwasserarten um 81 Prozent zurückgegangen. Wissenschaftler der GFS schätzen, dass sich durch Bodendegradation und Klimawandel die globalen Anbauerträge bis 2050 um etwa zehn Prozent verringern werden. Am stärksten betroffen werden Indien, China und Afrika südlich der Sahara sein, wo die Bodendegradation die Pflanzenproduktion halbieren könnte.

In Asien stellt der übermäßige Einsatz von Düngemitteln eine Bedrohung für die Bodenressourcen dar, während in Afrika das Gegenteil – die geringe oder gar keine Verwendung von Düngemitteln – der Bodendegradation Vorschub leistet. In beiden Fällen gibt es schwerwiegende, langfristige Folgen.

Zugrunde liegende Ursachen

In den am weitesten entwickelten Volkswirtschaften, einschließlich Europa, wird die Bodendegradation durch den raschen Ausbau der Infrastruktur und die nicht nachhaltige Bewirtschaftung von Anbauflächen und Weideland zur Befriedigung verbrauchsintensiver Lebensstile angetrieben. Die wichtigsten Faktoren in den Entwicklungs- und Schwellenländern sind der Anstieg des Verbrauchsniveaus in Verbindung mit einem steilen Bevölkerungswachstum.

Lokale Lösungen für lokale Probleme finden

Zwar handelt es sich bei der Verschlechterung der Bodenqualität um ein globales Problem, sie findet jedoch lokal statt und erfordert lokale Lösungen. Ein stärkeres Engagement und eine wirksamere Zusammenarbeit auf lokaler Ebene ist notwendig, um die Bodendegradation und den Verlust der biologischen Vielfalt zu stoppen.

Eine weitere landwirtschaftliche Expansion – eine der Hauptursachen für die Bodendegradation – könnte sich durch die Ertragssteigerung an bestehenden landwirtschaftlichen Flächen, die Umstellung auf pflanzliche Ernährung, den Verzehr tierischer Proteine aus nachhaltigen Quellen und die Verringerung von Nahrungsmittelverlusten und -verschwendung in Grenzen halten.

Der Atlas bietet einen Ausgangspunkt hierfür. Er enthält eine klare Bewertung der Bodenverschlechterung sowie der zugrunde liegenden Ursachen weltweit. Er enthält auch eine Vielzahl von Fakten, Prognosen und globalen Datensätzen, mit denen wichtige, laufende biophysikalische und sozioökonomische Prozesse identifiziert werden können, die allein oder in Kombination zu einer nicht nachhaltigen Landnutzung und Bodendegradation führen können.