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gv-Pflanzen: Weltweiter Anbau erneut gestiegen

Wie schon in den Vorjahren nennt der aktuelle Report der Agro-Biotech-Agentur ISAAA auch 2017 elf Länder, in denen die mit gv-Pflanzen bewirtschafteten Flächen 1 Mio. ha übersteigen.

An der Spitze stehen weiterhin die USA (75 Mio. ha) vor Brasilien (50,2), Argentinien (23,6), Kanada (13,1), Indien (11,4), Paraguay und Pakistan (jeweils 3,0). Zudem erreichten China, Südafrika, Uruguay und Bolivien GVO*-Flächen von über 1 Mio. ha. Australien bleibt mit 0,9 Mio. ha knapp darunter. In Europa sind nur noch Spanien und Portugal als Anbauländer übrig geblieben.

Insgesamt listet die ISAAA weltweit 24 Länder auf, in denen gv-Pflanzen landwirtschaftlich genutzt werden, zwei weniger als 2016. Hinzu kommen 43 weitere Länder, die Ernteprodukte von gv-Pflanzen als Lebens- und Futtermittel importieren.

Auf die fünf führenden Anbauländer – USA, Brasilien, Argentinien, Kanada und Indien – entfallen 94,5 Prozent aller weltweit ausgebrachten gv-Pflanzen. In diesen Ländern ist eine Marktsättigung nahezu erreicht. Größere Flächenzuwächse sind hier nur dann zu erwarten, wenn bei weiteren Kulturarten neue gv-Sorten mit attraktiven Merkmalen zugelassen werden und bei Landwirten – und Verbrauchern – Akzeptanz finden.

Trotz der anhaltenden gesellschaftlichen Debatte um Gentechnik-Lebensmittel in den USA und einer grundsätzlich beschlossenen Kennzeichnung haben die Farmer dort auch 2017 wieder mehr gv-Pflanzen ausgebracht. Die Flächen stiegen um zwei auf nunmehr 75 Mio. ha. Damit liegen die USA weiter klar an der Spitze aller GVO-Anbauländer.

Auch in Brasilien stiegen die GVO-Flächen an, allerdings fiel der Zuwachs mit etwa 1 Mio. ha deutlich geringer aus als im Rekordjahr 2016. Der Löwenanteil bei den gv-Pflanzen entfällt wieder auf Sojabohnen: Sie stehen auf 33,7 Mio. ha (+1,7), das entspricht etwa 95 Prozent der Sojaproduktion des Landes. Für die EU - und auch für Deutschland – ist Brasilien das wichtigste Erzeugerland für Soja-Futtermittel.

In Indien stieg der Anbau von gv-Baumwolle um 600.000 ha auf nunmehr 11,4 Mio. ha. Das entspricht einem Anteil von 93 Prozent der gesamten indischen Baumwollproduktion. Einen Rückgang beim GVO-Anbau verzeichnet der ISAAA-Report dagegen in Argentinien und in Paraguay.

Die Hälfte aller 2017 ausgebrachten gv-Pflanzen sind Sojabohnen. Ihre Flächen stiegen 2017 um 2,7 auf nunmehr 94,1 Mio. ha. Zuwächse gab es auch bei Baumwolle und Raps, während bei Mais die mit gv-Sorten bewirtschafteten Flächen abnahmen.

Neu eingeführte Merkmale

Bei den neu eingeführten Merkmalen lag immer noch die Herbizidtoleranz an der Spitze (47 Prozent), jedoch mit weiter rückläufiger Tendenz. Nachgefragt wurden zunehmend gv-Pflanzen mit kombinierten Merkmalen, die sowohl gegenüber unterschiedlichen Herbizid-Wirkstoffen resistent sind, als auch Abwehrstoffe gegen verschiedene Schadinsekten (Bt-Protein) bilden. Auf solche Stacked Genes**-Sorten entfielen 41 Prozent aller weltweit angebauten gv-Pflanzen, ein Plus von drei Prozent.

Neben Soja, Mais, Baumwolle und Raps werden inzwischen weitere gv-Pflanzen kommerziell angebaut: in den USA gv-Zuckerrüben (458.000 ha) und die ausschließlich als Tierfutter verwendete gv-Alfalfa (Luzerne) (1,23 Mio. ha), dazu nicht-bräunende Innate-Kartoffeln (3.000 ha) und auf jeweils 1.000 ha gv-Apfelbäume, gv-Papaya und gv-Squash (Zucchini). In Pakistan hat sich der Anbau von Bt-Auberginen (2.400 ha) etabliert. Neu sind gv-Ananas (Pink Pineapple) auf 25 ha in Costa Rica.

*GVO = gentechnisch veränderter Organismus
** Man spricht von Stacked Genes (gestapelten Genen), wenn ein GVO zwei oder mehr Transgene enthält.

Dieser Beitrag wurde erstmals auf der Plattform www.transgen.de veröffentlicht.