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Schweinehalter-Kongress: Schweizer Premiere

Erstmals in der fast dreißigjährigen Vereinsgeschichte findet der Jahreskongress der European Pig Producers (EPP) e.V. in der Schweiz statt. Im Kanton Sursee kommen diese Woche mehr als 250 Schweinehalter und  Experten des  vor- und nachgelagerten Bereichs zusammen. Für die Teilnehmer aus 18 Ländern steht bis zum heutigen Freitag das Tierwohl im Fokus. Die Schweiz sieht sich bei diesem Thema in vielerlei Hinsicht als Vorreiter. Der Ringelschwanz als Schlüsselindikator ist sogar im Titel der Veranstaltung präsent: „ A tail's length ahead“   

Dass der Ringelschwanz nicht ohne Weiteres unbeschadet Aufzucht und Mast durchlebt wird  durch die Fachleute aus der Schweiz bestätigt. Zucht, Ernährung, Aufstallung und Management müssen angepasst werden, damit es langfristig funktioniert. Die Schweiz hat dafür mehrere Jahre benötigt und unter anderem eine eigene Herdbuchzucht aufgebaut.

Die Kongressteilnehmer interessiert insbesondere die Erfahrungen der Schweizer in der Haltung von Sauen ohne Kastenstand im Besamungsstall respektive Ferkelschutzkorb im Abferkelstall. In einigen Ländern stehen entsprechende Änderungen der Sauenhaltung bevor. Der „Faktor Mensch“, so zeigte sich die vergangenen beiden Tage während des Kongresses, spielt  eine entscheidende Rolle. Eine neu gestaltete Sauenhaltung setzt ein Umdenken des Betriebsleiters und seiner Mitarbeiter voraus.

In einem nahezu geschlossenen Markt wie der Eidgenossenschaft ist es einfacher, solche Änderungen auch monetär durchzusetzen. Von daher stehen Vorträge zu Vermarktung und Konsumentenansprüchen auf der Agenda.

Landwirtschaft in der Schweiz boomt  

In der Schweiz werden mehr als 17 Millionen Nutztiere gehalten. Das Tierschutzgesetz regelt viele Aspekte bis ins Detail und die Tiergesundheit wird durch eine nationale Verkehrsdatenbank überwacht. Die Tierhaltung ist ein wichtiger Teil der Schweizer Landwirtschaft: Auf sie entfielen im Jahr 2016 rund 50 Prozent der landwirtschaftlichen Gesamtproduktion von 10.2 Milliarden Franken. Im Vergleich zu  anderen europäischen Ländern hat die Schweiz eine relativ stabile landwirtschaftliche Struktur: Im vergangenen Jahr ist der Anteil der Beschäftigten in der Landwirtschaft sogar leicht gestiegen.    

Afrikanische Schweinepest erschwert Betriebsbesuche

Ein umfangreiches Exkursionsprogramm mit Besuchen von Schweine haltenden Betrieben ergänzt das Konferenzprogramm des EPP. Praktiker tauschen sich intensiv aus und erläutern einander, auf was es in der Praxis ankommt. Stallbesichtigungen sind aufgrund der Seuchenlage um die Afrikanische Schweinepest diesmal leider nur von außen möglich. Alle Teilnehmer haben dafür volles Verständnis. Weitere Exkursionen zu typischen Industrieunternehmen der Schweizer Lebensmittelindustrie in den Regionen Zürich/Luzern/Bern runden den Kongress ab.

Neuer EPP-Präsident

Während der diesjährigen EPP-Mitgliederversammlung steht am heutigen Freitag die Wahl des EPP-Präsidenten auf der Agenda. Präsident Erik Thijssen hatte bereits im vergangenen Jahr  angekündigt, dass er nach neun Jahren im Amt nicht für eine weitere Periode kandidiert. Thijssen wünscht sich, dass sein Nachfolger mit neuen Ideen das Profil des Clubs weiter schärft. Erfreulicherweise stellen sich zwei Kandidaten, aus den Niederlanden und Irland, am Freitag Mitgliedern zur Wahl. Im kommenden Newsletter erfahren Sie als DLG-Mitglied, wer es geworden ist...