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Big Dutchman-Leuchten: Flächenleuchte oder Lichtrohr?

„Ammoniak!“ Wenn man Landwirte nach der Ursache für typische Probleme in Sachen Materialbeständigkeit im Bereich der Tierhaltungstechnik fragt, taucht immer wieder und meistens als allererstes der Name dieser chemischen Verbindung auf. Doch was bringt diese, in der Stallluft enthaltene, und so charakteristisch stark stechend riechende Stickstoff-Wasserstoff-Verbindung derart in Verruf? Schließlich ist Ammoniak als einer der Grundstoffe für Düngemittel bei den Ackerbauern durchaus sehr beliebt, wenn man nicht gerade über Emissionen bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern spricht.

Humifizierung ist überall

Das Element Stickstoff wird von allen Lebewesen benötigt. Beginnend als Bestandteil der Nukleinsäuren, d. h. des Erbguts als Träger der Erbinformation, über die Aminosäuren als Bausteine der Eiweißbestandteile bis hin zu speziellen Verbindungen wie den Blut- und Pflanzenfarbstoffen Hämoglobin und Chlorophyll – es gibt nur wenige stickstofffreie Verbindungen in Tier oder Pflanze. Und mit jedem Schritt des Abbaus von pflanzlicher oder tierischer Zellmasse, d. h. in sich zersetzendem organischem Material, wird Ammoniak zumindest als Zwischenverbindung von entsprechenden Mikroorganismen gebildet. So natürlich auch durch den weiteren bakteriellen Abbau der Ausscheidungen unserer Nutztiere. Ammoniak selbst reagiert als starke Base leicht mit sauren Verbindungen wie Schwefel- oder Salpetersäure zu korrespondierenden Salzen und kommt demzufolge nur in relativ geringem Umfang frei auf der Erde vor. Trotzdem sind auch geringe Mengen Ammoniak riechbar und reichen aus, um – zumindest langfristig – ihr schädigendes Potenzial entfalten zu können.

Problemfall Korrosion

Nicht nur Landwirte haben mit aggressiven Verbindungen wie Ammoniak zu kämpfen, auch in der Chemie- und Prozessindustrie machen diese Verbindungen die Werkstoffauswahl schwer. Die Korrosionsneigung von Stahl unter Ammoniakeinfluss ist hoch; auch eine Feuerverzinkung hilft nicht wirklich weiter, da Ammoniak den Zinküberzug sogar noch verstärkt angreift. Und eine nachträglich auf die Verzinkung aufgebrachte Farbschicht schützt bei einem gasförmigen „Angreifer“ auch nur solange, bis der erste Haarriss entstanden ist. So werden neben Behältern und Rohrleitungen, die ja oft in gegenüber Ammoniak relativ beständigem Edelstahl ausgeführt werden, vor allem auch die Halterungen oder Befestigungssysteme angegriffen. Im Alltagsgebrauch etwas seltener verwendete Kunststoffe wie Polysulfone, Polycarbonate und Polyimide haben schon mit geringen Ammoniakgas-Konzentrationen bei Raumtemperatur ihre Schwierigkeiten. Bei höheren Konzentrationen, über Raumtemperatur hinausgehenden Temperaturen und/oder UV-Strahlungsbelastung werden aber auch sonst relativ unempfindliche Kunststoffe wie Polyacetale, Polyethylen und Polypropylen angegriffen. Und diese Materialien finden sich in schöner Regelmäßigkeit als Trägermaterial für die Siliziumwafer von Solarmodulen, aber auch als Gehäusematerial für Elektroinstallationskomponenten oder Leuchten.
Gerade LED-Leuchten mit einem hohen Kaltlichtanteil sorgen ja quasi selbst noch für ihre eigene UV-Belastung. Die Kosten durch Korrosion bewegen sich insgesamt weltweit deutlich im Milliardenbereich pro Jahr – die Landwirtschaft steht hier also nicht alleine da, hat aber durch die teilweise überdurchschnittliche Ammoniakbelastung eine Vorreiterrolle für andere Branchen erreicht.

Flächenleuchte und Lichtrohr geprüft

In einer kürzlich abgeschlossenen Prüfung hat das DLG-Testzentrum die LED-Flächenleuchte ZeusLED sowie das LED-Lichtrohr FlexLED des Stallbauprofis Big Dutchman aus Vechta in Bezug auf die Ammoniakbeständigkeit und den Reinigungsabstand mit dem Hochdruckreiniger unter die Lupe genommen. Die Flächenleuchte ist als Ersatz für Feuchtraumwannenleuchten in Tierställen vorgesehen. Das Lichtrohr FlexLED kann als Deckenleuchte in Tierställen eingesetzt werden, aufgrund der flachen Bauform, der hohen Schutzklasse und der Schutzkleinspannung ist aber auch ein Einsatz direkt im Tierbereich möglich. Beide Leuchten haben sich in der Prüfung als beständig gegen Ammoniak gezeigt. Damit ist ein langjähriger Einsatz im Stallbereich möglich, ohne dass es zu einer zusätzlichen Beschleunigung der normal zu erwartenden Alterung kommt. Weiterhin ist eine Reinigung mit dem Hochdruckreiniger möglich. Bei beiden Leuchten sind mit der Flachstrahldüse bei einem sehr niedrigen Mindestabstand von 5 cm weder Beschädigungen des Materials aufgetreten noch ist Wasser ohne Beschädigung des Gehäuses ins Innere eingedrungen.

Fazit

Die LED-Flächenleuchte ZeusLED und das LED-Lichtrohr FlexLED des Herstellers Big Dutchman haben die DLG-Prüfung in den Einzelkriterien „Ammoniakbeständigkeit“ und „Reinigungsabstand“ erfolgreich absolviert und ein Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT in Einzelkriterien“ erhalten. Die Prüfberichte mit allen Detailergebnissen sind online unter https://www.dlg.org/de/landwirtschaft/tests/alle-dlg-pruefberichte/gebaeude-bauteile-und-ventilatoren/#Leuchten kostenfrei verfügbar.