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Landmaschinen: Darlehen und Mietkauf

Neben dem Leasing, das auch in der Landwirtschaft immer mehr an Bedeutung zunimmt, bilden das Darlehen sowie der Mietkauf den größten Anteil an den Finanzierungsformen.

Beim Leasing dominiert eindeutig der Nutzungsgedanke. Die Gestaltung eines Leasingvertrages korreliert idealerweise mit der Nutzung der zu leasenden Maschine. Der Eigentumsgedanke steht eindeutig nicht im Vordergrund.

Doch längst nicht jeder will „lediglich“ nutzen, ohne am Ende des Finanzierungszeitraumes Eigentum gebildet zu haben. Wer nicht nur über die reine Nutzung einer Landmaschine nachdenkt, sondern auch den Eigentumsgedanken als wichtig erachtet, sollte das Darlehen oder den Mietkauf in seine Überlegungen zur Finanzierung mit aufnehmen.

Nicht nur die Hausbanken, sondern auch fast alle herstellergebundenen Finanzierungsinstitute bieten neben dem Leasing auch das Darlehen an. Mietkauf ist ein typisches Finanzierungsprodukt, das von Leasinggesellschaften angeboten wird. Worin bestehen die relevanten Unterschiede?

Das Darlehen

Das Darlehen als häufigste Form des Kredites sieht eine Tilgungsvereinbarung zwischen mindestens zwei Parteien, der Bank und dem Kunden, vor. Diese Vereinbarung sieht die Rückzahlung des Darlehensbetrages plus Zinsen sowie möglicher Bearbeitungs- und Kontoführungsgebühren vor. Hinsichtlich Laufzeit und Tilgung, Anzahlung oder Maschinenalter gibt es prinzipiell keinerlei Restriktionen – dies kann frei vereinbart werden.

Ein Darlehen kann - anders als beim Leasingvertrag - grundsätzlich vom Kunden während der Laufzeit gekündigt werden. Hierbei ist dann zu berücksichtigen, dass der entgangene Zinsgewinn der Bank in Form einer Vorfälligkeitsentschädigung durch den Kunden zu zahlen ist. Daher unbedingt in einem solchen Fall ein Angebot zur vorzeitigen Ablösung machen lassen, um möglicherweise böse Überraschungen zu vermeiden. Mit Zahlung der letzten Rate geht das Eigentum am Darlehensobjekt auf den Kunden über.

Was ist ein Mietkauf?

Hierzu gibt es einige Interpretationen und Verwechslungen, was den Kern und die Merkmale dieses Produktes betrifft. Häufig wird dieses Finanzierungsprodukt mit der Miete oder zum Beispiel dem Testen einer Maschine vor einem Kauf verwechselt.

Was charakterisiert also einen Mietkaufvertrag? Die wichtigsten Merkmale sind:

  • Steuerrechtlich ist ein Mietkauf ein Ratenkaufvertrag, der sehr ähnlich wie ein Darlehen wirkt und meist von Leasinggesellschaften herausgelegt wird.
  • Ein per Mietkauf zu finanzierendes Objekt wird wie beim Darlehen in der Bilanz des Mietkäufers aktiviert (Zurechnung des wirtschaftlichen Eigentums) und abgeschrieben. Genau wie beim Darlehen geht das juristische Eigentum mit Zahlung der letzten Rate auf den Mietkäufer über.
  • Zu berücksichtigen ist, dass ein Mietkaufvertrag während der Vertragsdauer nicht kündbar ist. Die Vertragsdauer orientiert sich in der Regel an der Nutzungsdauer des Objektes (keine Laufzeitbegrenzung).
  • Anders als beim Darlehen hat der Mietkäufer die komplette Umsatzsteuer auf alle Raten vorab (mit der ersten Rate) und „en bloc“ zu entrichten.

Der Mietkauf wird als Alternative zum Kredit meist von Leasinggesellschaften aufgrund des fehlenden Bankenstatus angeboten. Beide Formen der Finanzierung bieten die typischen Vorteile und Spezifika: Der Erwerb von Eigentum bei gleichzeitiger Schonung der Liquidität. Die Unterschiede werden in der Praxis daher keine herausragende Rolle spielen.

Wo fragt man ein Darlehen an? Bei der Haus- oder Herstellerbank oder einem freien Anbieter. Und den Mietkauf? Diesen findet man regelmäßig bei Leasinggesellschaften.

Nachgefragt werden sollten sicherlich beide Finanzierungsformen bei Experten, die die Landwirtschaft und die Spezifika von Landmaschinen gut verstehen. Ob sich solche Experten bei der Hausbank wiederfinden, kann oftmals bezweifelt werden. Darüber hinaus spielt es sicherlich auch eine bedeutende Rolle, ob die Landmaschine bei der Finanzierung als alleinige Sicherheit herangezogen wird oder ob alternative oder bereits bestehende Sicherheiten herangezogen werden, was insbesondere bei Hausbanken oftmals gefordert wird.

Daher sollte der Weg zu den Spezialfinanzierern führen, die regelmäßig als herstellergebundene Anbieter arbeiten oder frei im Markt agieren. Auch und besonders bei anspruchsvolleren Konstellationen kann der Weg zu einem Fachmakler für Finanzierungen, der unabhängig und mit verschiedenen Anbietern arbeitet, sinnvoll sein.