Zum Hauptinhalt springen

Ringelschwänze: EU veröffentlicht Empfehlungen

Schwanzbeißen ist ein Zeichen von Stress und wird durch viele Faktoren ausgelöst. Dieser Stress wird in der Regel durch suboptimale Umgebungsbedingungen und Managementfehler verursacht. Es gibt daher kein Patentrezept, mit dem das Problem schnell gelöst werden kann.

Jeder Schweinehalter muss – gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit seinem Berater und / oder Tierarzt – die kritischen Kontrollpunkte im Betrieb checken. Die EU-Kommission unterstützt die Betriebe nun mit Empfehlungen zur Verringerung der Notwendigkeit des Schwanzkupierens. In einem mehrseitigen Infoblatt werden die nachfolgenden Schlüsselfaktoren genannt und beschrieben:

  1. Beschäftigungsmaterial
  2. Temperatur, Luftqualität und Licht
  3. Gesundheit und Fitness der Schweine
  4. Konkurrenzverhalten
  5. Fütterung und Futtermittel
  6. Struktur und Sauberkeit der Buchten

Quelle: EU-KOM

Es gibt sowohl auf EU-Ebene als auch in Deutschland seit einigen Jahren zahlreiche Projekte, die sich dem Thema angenommen haben. Einige Ergebnisse und Erkenntnisse liegen bereits vor und sind in die EU-Empfehlungen eingeflossen. Es gibt aber nach wie vor noch viele Unklarheiten darüber, warum Schwanzbeißen plötzlich gehäuft auftreten kann. Daher ist jeder Betrieb gut beraten, Maßnahmen zur Vermeidung des Schwanzbeiß-Geschehens zu ergreifen und zu dokumentieren.

Prüfen Sie regelmäßig, ob es in Ihrem Betrieb mögliche Auslöser für Schwanzbeißen gibt? Selbst in Betrieben, die sorgfältig auf alle Schlüsselfaktoren achten, wird gelegentlich Schwanzbeißen vorkommen. In diesem Fall sollten Sie die folgenden Schritte befolgen:

  1. Separieren Sie den „Täter“ und behandeln Sie die verletzten Schweine („Opfer“)
  2. Stellen Sie frisches Beschäftigungsmaterial zur Verfügung, wie zum Beispiel Seile, frisches Holz, Äste, Stroh
  3. Prüfen Sie die oben genannten Schlüsselfaktoren und leiten Sie Verbesserungsmaßnahmen ein.

In unserer Serie „Schwanzbeißen vermeiden“ werden wir in den kommenden Ausgaben unseres DLG-Mitgliedernewsletters auf die einzelnen Schlüsselfaktoren eingehen und diese näher beschreiben. Es ist besonders wichtig, das Problem frühzeitig zu erkennen und sofort zu handeln. Erste Anzeichen sind hängende Schwänze. Schwanzwedeln, haarlose Schwänze, Unruhe und Bissspuren.  

Das SchwIP (Schwanzbeiß-Interventionsprogramm) ist eine Management-Hilfe, welche den Schweinehalter dabei unterstützt, betriebsindividuelle Risiko-Faktoren für Schwanzbeißen zu identifizieren.

Weitere Infos auch unter http://www.ringelschwanz.info/