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Gibt es einen „Plan B“ für die Schädlingskontrolle?

Weniger die widrigen Wetterbedingungen mit Eisregen und Schneegestöber waren Grund für die teilweise belegte Stimmung in der Sitzung des DLG-Ausschusses für Pflanzenschutz am 17. Januar. Vor allem die derzeitige Lage am Insektizidmarkt trieb so manche Sorgenfalte in die Gesichter der Ausschussteilnehmer.

Über 30 Landwirte, Berater, Vertreter aus Industrie, Wissenschaft und einschlägigen Institutionen widmeten sich diesem Thema, um ausgehend vom Neonikotinoid-Verbot in Raps (und bald auch in Zuckerrüben?) und den sich vermehrenden Insektizidresistenzen zu beraten, ob es denn einen wirklichen „Plan B“ im Bereich der Schädlingskontrolle gäbe.

Dies machte der Ausschuss bereits in seinem DLG-Merkblatt Resistenzmanagement – Insektizide zum Thema. In dieser Sitzung jedoch stellte Dr. Stefan Krüssel, Leiter Zoologie und Entomologe bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, in einem klaren Vortrag die Grenzen der Möglichkeiten dar. Wie stehen wir in der Praxis eigentlich mit Plan A da? Und was wäre überhaupt ein Plan B?

Neben den schwindenden Wirksamkeiten von bestehenden, und der schwierigen Zulassung von neuen Wirkstoffen, sind es aber auch die Landwirte selbst, die die Situation bei Insektiziden ausreizen. So werden nur sehr selten Spritzfenster zur Kontrolle von Maßnahmen überhaupt angelegt und Bekämpfungsschwellen oft aus „gefühltem Risiko“ vor Ertragsverlusten ignoriert. Der Einfluss von Nützlingen ist nahezu unbekannt.

Hier sind weiterhin Wissenschaft und Beratung gefragt, Landwirte auf die Methoden und Maßnahmen zu einem integrierten Ansatz hinzuweisen und zu trainieren. Dazu muss auch in Forschung investiert werden, was in Deutschland derzeit so kaum stattfindet.

Allein ein guter Erfahrungsaustausch kann hier Augen öffnen und Landwirte und Berater über neue Möglichkeiten nachdenken lassen. Genau dies geschah wieder einmal bei der Sitzung dieses DLG-Fachausschusses zum Thema Pflanzenschutz.