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Arbeitskosten im Milchviehbetrieb reduzieren

Im volatilen Milchmarkt wird der Betriebserfolg nicht nur durch überdurchschnittliche Milchleistung, sondern gleichfalls durch ein ausgeprägtes Kostenbewusstsein sowie eine effiziente Gestaltung von Arbeitsprozessen entschieden.

Daher befassten sich kürzlich zwanzig Milchviehhalter im Löwenberger Land zusammen mit dem Referenten Dr. Stefan Weber (Berater bei der LMS Agrarberatung GmbH, Rostock) und dem Landwirt Philipp Klodt (Betriebsleiter der Milchhof Scharstorf KG) mit der Reduktion der Arbeitserledigungskosten im Milchviehbetrieb.

Nach den Direktkosten mit rund 63 Prozent, stellen die Arbeitserledigungskosten mit rund 28 Prozent an den Gesamtkosten den zweitgrößten Kostenblock in der Milchproduktion dar. Alleine in den Arbeitserledigungskosten beträgt in den für das Kalenderjahr 2016 erstellten Betriebszweigauswertungen der LMS, die Differenz zwischen den 25 Prozent erfolgreichen Betrieben mit 8 Cent/kg Milch und den 25 Prozent abfallenden Betrieben mit 12 Cent/kg Milch vier Cent/kg Milch.

Bei einem 100-Kuh-Betrieb kann dies schnell zu einer Gewinndifferenz von 40.000 Euro pro Jahr führen! Daher lohnt es sich, seine Arbeitserledigungskosten, bestehend aus den Lohn- und Maschinenkosten, genau unter die Lupe zu nehmen und ein monatliches Controlling durchzuführen.

Doch welche Ansatzpunkte für die Optimierung gibt es? Ein Schlüssel zur Reduktion der Lohnkosten ist die effiziente Arbeitserledigung: Organisatorische Optimierung durch systematische Zeitplanung (Arbeits- und Schichtpläne) sowie die Arbeitsplatzbeschreibung und Prozessbeschreibungen (SOPs). Auch die Erledigung bestimmter Arbeiten, zum Beispiel Einstreuen oder Trächtigkeitsuntersuchungen an festen Wochentagen, bringt Struktur und Effizienz in die Abläufe. Schon bei der Planung eines Neu- oder Umbaus ist auf kurze Wege zu achten.

Ein weiterer Ansatz zur Reduktion der Arbeitserledigungskosten, der diskutiert wurde, ist der Einsatz von Automatisierung zur Reduktion der Arbeitsstunden, beispielsweise durch den Einsatz von Melkrobotern oder automatische Fütterungssysteme. Dabei ist es immer wichtig, dass die Mehrkosten der Technisierung durch die eingesparte Arbeitszeit oder Leistungszuwächse kompensiert werden.

So sollte beim Einsatz von automatischen Melksystemen die eingesetzte Arbeitszeit pro Kuh und Jahr (inklusive Färsenaufzucht) von 35 bis 40 AKh im konventionellen Melksystem auf 25 bis 30 AKh (inklusive Färsenaufzucht) beim Umstellen auf das automatische Melken sinken.

Landwirt Philipp Klodt zeigte auf, wie die Arbeitserledigungskosten in der Grundfutterproduktion durch die konsequente Auslagerung und eine minimale Eigenmechanisierung im Produktionszweig Milchproduktion reduziert werden kann. Einen großen Vorteil in der Auslagerung sieht Klodt in der guten Kostentransparenz, die bei Eigenmechanisierung in Kombination mit mehreren Betriebszweigen oft nicht gegeben ist.

Deutlich wurde, dass konsequente Entscheidungen, eine gute und strukturierte Mitarbeiterführung und Motivation sowie ein regelmäßiges „auf den Prüfstand stellen“ der eigenen Systeme zum Erfolg führen.