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Zwanzig Hektar Gras pro Stunde lautet das Ziel

Mit einem Ladewagen hat es vor 25 Jahren begonnen, heute sind sieben Traktoren, zwei Feldhäcksler mit je 650 PS und 10-reihigem Maisgebiss sowie eine Reihe weiterer Maschinen im Einsatz bei Reinhard Bürger-Grebe in Korbach im Kreis Waldeck-Frankenberg.

Daneben bewirtschaftet die Familie einen Milchviehbetrieb und betreibt seit einiger Zeit ein Hofcafé. Sechs fest angestellte Mitarbeiter, fünf feste Aushilfen und eine Reihe weiterer ad-hoc-Aushilfen sind erforderlich, um den Leistungsumfang des Unternehmens zu gewährleisten. Darunter auch Gülle separieren, Mais legen, Getreide drillen sowie Heu und Stroh pressen.

Dies berichtete Bürger-Grebe im Arbeitskreis „Schlagkraft in der Grobfutterernte“ im Rahmen der DLG-Unternehmertage kürzlich in Kassel.

Seit dem Jahr 2000, so der Landwirt, hat sich der technische Fortschritt beschleunigt, Ziel ist heute die 24-Stunden-Silage. Bei der Grasernte sind Leistungen von 20 ha je Stunde Ziel. Die hohe Kapitalbindung beim Lohnunternehmer erfordere eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Landwirt und ihm.

Von diesen Zahlen und Zielen ist man im südlichen Odenwald noch entfernt. Katrin Hein vom Beratungsdienst Milchvieh und Futterbau Odenwald/Bauland zeigte die Gegebenheiten in dieser Region anhand zweier Beispielsbetriebe auf.

Vergleichsweise niedrige Erträge bei starker Parzellierung der Betriebe lässt die Grundfutterkosten trotz ausreichender Flächenverfügbarkeit in die Höhe schnellen. Die aktuell extreme Dürresituation ist in diesem Gebiet weniger unüblich als in anderen Regionen Deutschlands. Die Betriebe haben sich mit Futterbevorratung auf schwankende Erträge eingerichtet.

Trotzdem wird sich die aktuelle Dürresituation negativ auf die Grundfutterkosten auswirken. Angesichts der geringen durchschnittlichen Flächengröße verfügen viele Betriebe über Eigenmechanisierung oder es sind beispielsweise leistungsstarke Heuwerbegeräte in Kooperation angeschafft worden. Bei den Maschinenkosten, so Katrin Hein, sind die Bereiche Lohnarbeit und Maschinenmiete nur von geringerer Bedeutung.

Stefan Thurner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Freising stellte optimierte Verfahrenstechniken bei der Grobfutterernte vor. Nach wie vor ist die exakte Erfassung von Erntemengen besonders bei der Grasernte nicht Standard. Ertragsschwankungen und deren Ursachen werden oftmals nicht erfasst.

Folgerichtig kann im Hinblick auf eine Ertragsverbesserung oftmals nicht zielgerichtet gehandelt werden. Dass der Schnittzeitpunkt über Qualität und Menge der erwünschten Inhaltsstoffe – Energie und Proteingehalt - entscheidet, ist bekannt. Grünlandmonitoring in Fachzeitschriften ist hierbei eine wichtige Unterstützung für die Praktiker.

Das Schwaden kann besonders an heißen Tagen zum Nadelöhr bei der Futterbergung werden. Hierzulande neue Techniken – wie etwa Bandschwader – verringern die Bröckelverluste und verbessern die Silagequalität.

Thurner ging auch auf die Vorzüglichkeit des Bergeverfahrens – Häckselkette oder Kurzschnittladewagen – ein. Unter der Gegebenheit Realteilungsflächen sei der Kompromiss Ladewagen plus Häckselkette als optimal anzusehen.

Der Verteilung und Verdichtung des Siliergutes kommt eine zentrale Bedeutung für die Silagequalität und eine Minimierung des Nacherwärmungsrisikos im Futterstock zu. Lohnunternehmer Bürger-Grebe bietet daher zur Häckselkette einen balastierten Walzschlepper an, um auch bei hoher Schlagkraft auf dem Feld eine gute Silage zu gewährleisten.

Gute Planung ist enorm wichtig, um die aktuell mögliche Schlagkraft in optimales Grobfutter für den Milchviehbetrieb umzusetzen. Aspekte wie zunehmende Bodenverdichtung auf dem Grünland durch hohe Achslasten, Controlling beim Erntegut mit der Schüttelbox und eine Vorab-Ertragsschätzung, zum Beispiel per Satellit auf dem Grünland, kamen in der anschließenden Diskussion zur Sprache.