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Senior-DLG tagte in Iden/Sachsen-Anhalt

„Klima und Landwirtschaft 2018 – Analysen und Strategien“. So lautete das Thema der jährlichen Tagung der Senior-DLG. Man traf sich beim Zentrum für Tierhaltung und Technik der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) Sachsen-Anhalt in Iden. Der Initiator der Senior-DLG, der Landwirt und ehemaliger Vorstand der DLG, Leo Siebers, konnte rund 80 DLG-Mitglieder begrüßen.

Auch der Präsident der LLG, Prof. Falko Holz, ließ es sich nicht nehmen, extra von Bernburg nach Iden zu kommen, um die Tagung zu eröffnen und die Gäste zu begrüßen.

Das Fachprogramm begann mit dem Vortrag von Thomas Engelhardt zur umweltkompatiblen und ressourceneffizienten Milchkuhfütterung. Engelhardt geht davon aus, dass Landwirte und Fütterungsberater gegenüber Verbrauchern und Politik teils unterschiedliche Zielstellungen in der Tierhaltung sehen. Beide Gruppen sind sich aber über die Tiergesundheit als Mittelpunkt einig.

Anhand von Versuchsergebnissen stellt er dar, dass mit hoher Grobfutterqualität eine optimale und umweltschonende Ernährung der Kuh einhergeht. Hohe Leistungen (Milch, Reproduktion) und Wirtschaftlichkeit stehen somit nicht im Widerspruch zu Ressourceneffizienz und Umweltkompatibilität, sondern bilden gemeinsam die Grundlagen nachhaltiger konventioneller Milchproduktion. Defizite in der praktischen Umsetzung sind sicher noch vorhanden, aber durch eine gute Beratung soweit wie möglich zu beheben.

Dr. Klaus Erdle, Leiter des Internationalen Pflanzenbauzentrums der DLG in Bernburg-Strenzfeld, stellte anhand von Versuchsergebnissen mögliche Strategien zur Weiterentwicklung ackerbaulicher Verfahren vor. Die DLG-Versuche zur Bodenbearbeitung und Fruchtfolgegestaltung liefern bereits jetzt interessante Hinweise auf ackerbauliche Möglichkeiten zur Anpassung der Produktionsverfahren.

So liefert das am Standort Bernburg praktizierte Anbauverfahren der Streifenbodenbearbeitung interessante Ansatzpunkte für einen wassereffizienten Anbau von Raps, Weizen und Mais. Dieses Verfahren hängt stark von standörtlichen Faktoren wie Bodenbeschaffenheit und Niederschlagsmengen ab. Auch im Bereich vielfältiger Fruchtfolgen zeigen die Versuche vor allem nach den drei vergangenen trockenen Jahre Grenzen in der Fruchtfolgegestaltung auf.

„Klarer Kopf in der Krise – Strategien für Betriebe“ lautete das Thema von Carl-Friedrich Weber, BB Göttingen. Sein Ausgangspunkt war die anhaltende Dürre, welche die schwierige wirtschaftliche Lage einiger Betriebe aufdeckt. Hier gilt es, im „Werkzeugkasten“ betrieblicherer Maßnahmen die richtigen Instrumente zu finden.

So sind viele Betriebe noch übermechanisiert oder haben durch einseitige Fruchtfolgen Arbeitsspitzen, die kostenintensiv sind. Auch für die Vermarktung ist die Kenntnis der eigenen Produktionskosten notwendig, um in Ruhe den Verkauf zu organisieren. Er rät, sich von dem Ehrgeiz zu verabschieden, alle Arbeiten im Betrieb selbst zu erledigen.

Maß halten bei der Zupacht, ein ständiger, voller Überblick über die eigene wirtschaftliche Situation und die vertrauensvolle Beziehung zu Banken geben Sicherheit und Handlungsspielraum. Betriebe mit hoher Kostendisziplin, auch in wirtschaftlich attraktiven Jahren, erzielen auch in schwierigen Jahren gute Ergebnisse. Wichtig bleibt, die eigenen Grenzen zu kennen.

Ein Bericht von DLG-Hauptgeschäftsführer Dr. Reinhard Grandke zu aktuellen Aktivitäten sowie der DLG-Facharbeit schloss den ersten Teil der Tagung ab.

Anschließend folgte ein historischer Überblick über die Geschichte des LLG und die aktuellen Aufgabenschwerpunkte der jetzigen Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung und Technik. Ein Rundgang durch den Betrieb geführt von Dr. Gerd Heckenberger, Leiter der Abteilung 3 und Birgit Gamperle, Dezernentin, Leiterin des Lehramtes, rundeten das Programm der Veranstaltung ab.

Herr Leo Siebers dankte zum Abschluss den Gastgebern für den herzlichen Empfang und die Informationen zu diesem interessanten Forschungsstandort. Für alle Beteiligten war klar: die Fahrt nach Iden hat sich gelohnt.