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DLG-Food Industry: Digitale Transformation der Food Supply Chain

Richtungsweisende Trends

Rückblick Online-Konferenz 2023

Digitale Vernetzung stärken

Zukunftsforum beleuchtete die „Digitale Transformation der Food Supply Chain“ – Herausforderungen der Cyber-Security im Fokus

Nur wenn es gelingt, die digitalen Prozesse in der Food Supply Chain stärker zu verzahnen, kann das große Potenzial auch ausgeschöpft werden. Welche Rolle dabei vor allem die Herausforderungen der Cyber-Security spielen, beleuchtete die „DLG-Food Industry“. Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) stellte das Zukunftsforum unter das Thema „Digitale Transformation der Food Supply Chain“.

Die Online-Veranstaltung bot eine Plattform, um sich interdisziplinär auszutauschen, effektive Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu finden und von den Chancen der digitalen Transformation zu profitieren – unter Beachtung der Herausforderungen der Cyber-Security.

IT-Brille absetzen

Der aktuelle Stand rund um das Business Continuity Management (BCM) wurde von Cäcilia Jung vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn vorgestellt. In ihrem Vortrag veranschaulichte die Referentin mit Beispielen, warum die Betrachtung von Informationssicherheit alleine nicht ausreicht, und warum Institutionen gerade in krisenbehafteten Zeiten für organisatorische Resilienz ein BCM benötigen. Ziel sei es stets, die Reaktionsfähigkeit zu erhalten. Ihr Tipp lautete: „Setzen Sie die IT Brille bei Sicherheitsfragen ab. Denn nur dann können Prozesse ganzheitlich betrachtet werden.“ Was macht man bei einem Serverausfall? Gibt es analoge Möglichkeiten weiter zu arbeiten? Kenne immer deinen Notfallplan! Denn Zeit sei der entscheidende Faktor in der Krise. Notfallpläne sollten verinnerlicht werden, denn „nicht geübte Pläne sind quasi nicht existent – das muss keine teure Übung sein. Pläne gemeinsam durchsprechen am Tisch ist auch schon hilfreich.“

Datenökosysteme

Die Souveränität der eigenen Daten in Datenökosystemen war das Thema von Dr. Jürgen Schmelting vom Fraunhofer ISST, Dortmund. Grundvoraussetzung bei unterschiedlichen Akteuren sei immer das Vertrauen in einen Daten-Binnenmarkt. Alle Akteure würden davon profitieren, denn die Erkenntnisse unterschiedlicher Branchen zusammen zu führen, trage immer zu besseren Resultaten eines Geschäftsmodells bei. Auch hier spiele das Vorbereitet sein auf eine Krise eine wichtige Rolle. Jeder sei angewiesen auf den Zufluss von Daten. Gerade Prozesse, wie etwa Recycling oder die CO2-Bemessung, sind anhängig von Informationen aus der ganzen Lieferkette. Wichtig ist es laut Schmelting, die Hürde beim Einstieg in Datenökosysteme gering zu halten. Deswegen seien die Ansätze auch Open Source. „Allerdings leben Netzwerke davon, dass man sie skalieren kann.“ Die Herausforderung bestehe darin, einen einheitlichen Standard zu schaffen.

IT-Sicherheit braucht eigenes Budget

Wie ist die Gefahrenlage? Dies stellte Dr. Christa Hoffmann von der oeconos GmbH aus Dettingen unter Teck dar. Bei lediglich 32 erfolgreichen Hacks innerhalb von 15 Jahren in der Wertschöpfungskette muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. „Versetzen Sie sich in den Hacker hinein“, lautet ihr Ansatz. Was sind seine Motive? Wer sind die Akteure? Wo kann Schaden skaliert werden, und kann es eine ganze Branche treffen? Wo liegen die Angriffsziele? Beim schwächsten Glied in der Kette, den Mitarbeitern, sollten Schulungsangebote genutzt werden. „Das Thema Sicherheit muss deshalb mit einem eigenen Budget versehen werden,“ so Hoffmann.

Smallholder

Wie die digitale Transformation vom Acker bis auf den Teller gelingen kann, stellte Johannes Lehmann, Head of Strategic Development Smart Farming, DIN e.V. vor. Die Ausgangslage sei für eine komplett digitalisierte Lebensmittelkette mehr als schwierig, denn die Kleinbauern seien nicht in die Kette integriert, obwohl diese Smallholder ca. 46 % der globalen Produktion ausmachten. Ziel ist es seinen Worten zufolge, alle Akteure mit einer einheitlichen Normung der Daten und Datenaufbereitung zu integrieren, um eine Interkonnektivität oder Interoperabilität der Daten über die ganze Lebensmittelkette zu gewährleisten. Dazu sei eine Top down-Strategie nötig, da aktuell die Daten fragmentiert seien.

Agronomische Kompetenz

„Daten oder Dünger – Landwirtschaft 2030“ lautete der Vortrag von Dr. Matthias Nachtmann,  Vorstand Friends of Digital Farming sowie Mitarbeiter der BASF SE. Er stellte die Ergebnisse eines Workshops mit Vertretern aus der Land- und Lebensmittelwirtschaft zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung vor. Alles drehe sich heute um Daten. Doch was ist für die wirtschaftliche Kompetenz wichtiger: die Datenkompetenz oder die agronomische Kompetenz, also die menschliche Expertise in Landwirtschaft und Ackerbau? Laut den Ergebnissen des Workshops bleibt die agronomische Kompetenz der wichtigste Faktor. Dennoch sei es notwendig, in einer Plattformökonomie zu denken, um Nachhaltigkeit skalierbar und messbar zu machen.

Digitale Kompetenz

Nach den Worten von Simone Schiller, Geschäftsführerin des DLG-Fachzentrums Lebensmittel, ist die digitale Kompetenz eine wesentliche Voraussetzung für die nachhaltige Gestaltung der digitalen Transformation. Die zahlreichen Fragen der Teilnehmenden haben gezeigt, dass es einen großen Bedarf an Information und Austausch zum digitalen Wandel gibt, vor allem im Bereich Interkompatibilität sowie Normung der Daten. Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sondern eine Entwicklung, in der der Mensch weiterhin im Mittelpunkt stehe. Nur dann könne die digitale Transformation mit und für den Menschen gelingen.

DLG-Food Industry: Plattform und Netzwerk 

Unter ihrer Marke für Wissensmanagement und Veranstaltungen informiert die DLG in unterschiedlichen Formaten über aktuelle Themen und Entwicklungen der Food-Branche. Die DLG-Food Industry ist eine Networking-Plattform für Experten entlang der Food Supply Chain.

DLG-Expertenwissen

Weiterführende Informationen zur digitalen Transformation finden Sie auch in den DLG-Expertenwissen zu Blockchain, intelligente Verpackungen und Predictive Maintenance. Mehr Informationen finden Sie auch in der aktuellen DLG-Studie zur Personalisierung von Lebensmitteln.

Tagungsunterlagen

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Digitale Transformation in der Lebensmittelwirtschaft

Die Digitalisierung kann Antworten geben! Praxisnahe Wissenschaft ist eine Möglichkeit, neue Technologien zu entwickeln, zu erproben und dann zielgerichtet einzusetzen. Einblicke in aktuelle Forschung bieten die Kurzbeiträge der Innovationsprojekte des Verbundprojekts DigiFood des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Die Projekte zielen auf eine intelligente Vernetzung von Maschinen und Prozessen in der Lebensmittelwirtschaft ab – mit wertvollen Anregungen und konkreten Empfehlungen für die Praxis. Themen sind unter anderem:

  • Internet of Things
  • Industrie 4.0
  • Robotik
  • Digitaler Zwilling

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DLG-Fachzentrum Lebensmittel • Stéphanie Deveaux • Tel.: +49 (0) 69 24 788-256  FachzentrumLM@DLG.org