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DLG-Forum Innovation: Lebensmittelproduktion 4.0 - Faktor Mensch

Online-Konferenz 2. Juli 2020

Die Digitalisierung ist in der Lebensmittelproduktion angekommen und schreitet voran. Lebensmittelindustrie 4.0 umfasst ein komplexes Zusammenspiel von der Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik bis hin zum fertigen Produkt.

Ihr Ziel ist die „smarte Fabrik“, also eine sich selbst organisierende Produktion über digital vernetzte Systeme. Mensch, Produktionsanlagen, Logistik und Produkte kommunizieren und kooperieren direkt miteinander. Die Produktion wird flexibler und effizienter. Gleichzeitig können personalisierte Produkte erzeugt werden. Auch auf Bedarfsschwankungen kann sich eingestellt werden – und dies bei sinkenden Kosten.

Komplett neue Geschäftsmodelle werden denkbar und Grenzen zwischen den einzelnen Produktionsabschnitten verschwimmen. In der Wertschöpfungskette fallen große Datenmengen (Big Data) an, die mittels Cloud Computing gesammelt, analysiert und aufbereitet als Rohstoff genutzt werden können (Data Management). Doch wie arbeiten Maschinen-Menschen und Daten zusammen? Wird der Mensch ersetzt? Oder ergeben sich Win-Win-Situationen? Wo sind die Schwachstellen in der Mensch-Maschine-Interaktion? Und welche Fähigkeiten hat nur der Mensch?

Expertenwissen zum Thema Industrie 4.0 stehen Ihnen hier kostenfrei zur Verfügung.

Das Programm

10:00 – 10:10

Begrüßung und Einführung

Simone Schiller, Geschäftsführerin Fachzentrum Lebensmittel,
DLG e.V., Frankfurt a. M.

10:10 – 12:00

1. Block: Zusammenarbeit „Mensch – Maschine – Daten“ – geht das?

3 Vorträge mit anschließender Diskussion

Selbstlernende Assistenzsysteme für Bediener von Produktionsanlagen

Andre Schult, CEO, Peerox GmbH, Dresden

Viele Störungen im Lebensmittelproduktions- und –verpackungsprozess sind auf Fehler von Bedienern zurückzuführen. Infolge höherer Fluktuation und des demographischen Wandels fehlt es vielen Mitarbeitern an Prozess- und Erfahrungswissen zur Identifikation und Behebung von Störungsursachen. Die Lösung des Problems durch eine vollständige Verdrängung des Menschen mit höherer Automatisierung ist jedoch oft weder technisch noch wirtschaftlich sinnvoll. Die Peerox GmbH ist ein Spin-Off des Fraunhofer IVV Dresden und hat mit MADDOX ein selbstlernendes Assistenzsystem für Bediener von Produktionsmaschinen entwickelt.

Mit Hilfe von Algorithmen des Maschinellen Lernens lernt die Software Störungszustände wiederzuerkennen und präsentiert damit verknüpftes Wissen aus einer Datenbank über ein Tablet. Diese Vorschläge können bestätigt, abgelehnt, korrigiert oder ergänzt werden. Im Sinne eines virtuellen Kollegen wächst der Wissensspeicher in der Nutzung stetig an. Auf diese Art und Weise kann Erfahrungswissen im Unternehmen gespeichert, die Produktionseffizienz erhöht, die Dokumentation verbessert und das Engagement der Mitarbeiter verstärkt werden. Darüber hinaus ergeben sich für Maschinenhersteller vollkommen neue digitale Geschäftsmodelle zur Unterstützung ihrer Kunden.

Wie aus Daten Informationen werden – Optimierung von Produktionsprozessen und die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Work-Life-Balance

Steffen Ochsenreither, Business Development Manager, Endress+Hauser Messtechnik GmbH+Co.KG, Weil am Rhein

In Anlagen der Prozessautomation stehen heutzutage deutlich mehr Daten zur Verfügung, als von den meisten Anwendern genutzt werden. Diese Daten können wichtige Informationen für den Betrieb einer Anlage liefern, mit Hilfe deren beispielsweise Produktionsprozesse aber auch Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben deutlich optimiert und damit effizienter gestaltet werden könnten. Dieses Potential zu erschließen stellt die Anwender jedoch oftmals vor die Frage, welche Daten wirklich relevant im Kontext der jeweiligen Applikation sind und wie diese Daten effektiv verwendet werden können, um eben diese wichtigen Informationen zu gewinnen.

Im Vortrag wird live gezeigt, wie Daten aus dem Feld zu wertvollen Informationen werden und diese vom Anwender direkt verwertet werden können – und dies ohne in den laufenden Prozess einzugreifen oder Veränderungen an der bestehenden Infrastruktur vornehmen zu müssen.

Das damit gewonnene Wissen ist jederzeit und überall verfügbar, was ganz neue Herausforderungen an bspw. das Wartungspersonal stellt und auch an die zum Einsatz kommenden Tools (Stichwort Mobile Worker). Dies hat neben den Auswirkungen auf die Arbeitsprozesse innerhalb der Betriebe auch gesellschaftspolitische Auswirkungen. So haben bspw. die Generation der Millenials andere Erwartungen an einen Arbeitsplatz. Wie damit als Arbeitgeber mit Hilfe der Digitalisierung umgegangen werden kann, ist ebenfalls Teil des Vortrags.

Cobots – produktiver und sicherer Einsatz

Elmar Schauppel, Business Development Manager Advanced Robotics, KUKA Deutschland GmbH, Augsburg

weitere Informationen in Kürze

 

12:00 – 13:00

Pause

13:00 – 15:00

2. Block: Wie reagieren Mitarbeiter?

3 Vorträge mit anschließender Diskussion

Human Centric Digital Transformation – Der Faktor Mensch als Erfolgsfaktor?!

Stephanie Schmitt-Rüth,Leitung Forschungsgruppe Human Centered Innovation, Fraunhofer IIS, Nürnberg

Im Rahmen des fortschreitenden, technologischen Wandels führen immer mehr produzierende Unternehmen smarte Technologien ein, um den Wertschöpfungsprozess zu optimieren und konkurrenzfähig zu bleiben. Jedoch stellt die Einführung neuer Technologien im Unternehmensablauf eine komplexe Herausforderung dar: durch die Einführung neuer Industrie 4.0-Technologien stellen sich insbesondere Veränderungen in Arbeitsprozessen ein, welche die Arbeitsaufgaben, -bedingungen und -anforderungen der ArbeitnehmerInnen verändern. 

Eine Schlüsselrolle spielen in diesem Zuge akzeptanzbeeinflussende menschlich-psychologische Widerstandsfaktoren: Nicht selten fürchten MitarbeiterInnen in diesem Zusammenhang die zunehmende Rationalisierung ihrer Arbeitskraft. Ängste führen dazu, dass MitarbeiterInnen dazu neigen, technische Innovationen abzulehnen. Dementsprechend ist es unerlässlich, sich den Emotionen und Erwartungen der MitarbeiterInnen anzunehmen, um eine reibungslose Einführung der technischen Neuerung sicherzustellen.

Der Vortrag gibt einen Einblick in die Auswirkungen neuer I4.0-Technologien auf das sozio-technische System im Unternehmen, insbesondere auf MitarbeiterInnen und macht deutlich, welche bedeutsame Rolle in diesem Zuge akzeptanzbeeinflussende menschlich-psychologische Widerstandsfaktoren spielen.

Digitalisierung vom Mensch her gedacht

Anselm Elles,Geschäftsführer, AFC Personalberatung GmbH, Bonn

Arbeit 4.0 ist in aller Munde und dennoch ist der Begriff bisher haptisch kaum fassbar. Sowohl Arbeitgeber als auch Gewerkschaften haben bisher keine gemeinsame Basis erkennen lassen, die hiermit verbundenen wirtschaftlichen oder arbeitstechnischen Chancen gemeinschaftlich zu heben. Im Rahmen der Corona-Pandemie haben sich vielseitige Implikationen ergeben, die beispielsweise bezüglich der Arbeitsorganisation, Betriebshygiene, den operativen Prozessen als auch wirtschaftlichen und sozialen Ansprüchen berücksichtigt werden sollten.

Der Einsatz von Robotern, die Digitalisierung von Ablaufprozessen oder die nunmehr ohne weitere Diskussion implementierte Nutzung von Homeoffice werden zukünftig auf der Agenda stehen und auch für die Ernährungswirtschaft zahlreiche Potentiale heben. Aber, die Mitarbeiter, egal ob permanent oder gewerblich beschäftigt, müssen unbedingt mitgenommen, ihre Befürchtungen und Ängste berücksichtigt und bestehende mentale Hürden überwunden werden. Lebenslanges Lernen, arbeiten und führen in interdisziplinären Teams sowie der Ersatz bzw. die Modellierung heute praktizierter Arbeitsprozesse werden zukünftig immer wichtiger und bedingen eine gemeinsame Strategie und Vorgehensweise aller Beteiligten.

Zukunftsfähige Organisationsgestaltung in Zeiten der Digitalisierung

Stefanie Findeisen, Team Vernetzte Produktionssysteme, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart

Steigende Anforderungen an die Reaktionsfähigkeit und Agilität des Shopfloors beherrschen heute den Produktionsalltag. Besonders für Unternehmen, die von einer volatilen Auftragslage und kurzfristigen Änderungen betroffen sind, ist ein traditionell tayloristisches Menschenbild und die damit einhergehende strikte Trennung von Ausführungs- und Entscheidungsebene nicht mehr zukunftsfähig.

Um schnell und effizient auf Veränderungen reagieren zu können, müssen sich Unternehmen von funktionaler Abschottung, umständlichen Informationsflüssen und allgemeinen Koordinations- und Steuerungsproblemen lösen und hin zu einer prozessorientierten Organisation mit hohem Selbststeuerungsanteil entwickeln.Dabei lassen sich besonders Erkenntnisse und neue Konzepte aus der Wissensarbeit auf die Organisationsgestaltung der Produktion übertragen, um neue Potenziale auszuschöpfen.

Die Digitalisierung spielt hier eine entscheidende Rolle, denn Vernetzung und Transparenz schaffen erst die notwendigen Rahmenbedingungen für eine agilere Organisation. Ein passfähiges Change Management Konzept ist notwendig, um die Veränderung in der Organisation zu verankern und nachhaltig zu etablieren.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Industrie 4.0 finden Sie in den zahlreichen DLG-Expertenwissen sowie in den aktuellen Trendmonitoren, die im zweijährigen Turnus im Auftrag der DLG erscheinen. Themen sind neben der Digitalisierung und Robotik auch die Instrumentelle Sensorik.

Weiterbildung

Die DLG-Akademie hat das berufsbegleitende, innovative Managementprogramm Industrie 4.0 für die Lebensmittelbranche entwickelt. Den Teilnehmern wird ein interaktiver Zugang zu Data Mining, Predictive Maintenance, Predictive Quality und Prozessoptimierung ermöglicht.

Jedes Jahr im Dezember beleuchtet die DLG in der neuen Veranstaltungsreihe „DLG-Food Industry“ die Digitale Transformation der Supply Chain sowie das Potential disruptiver Geschäftsmodelle, agiler Wertschöpfungsketten und smarter Fabriken.

Hier geht’s zur Veranstaltungsübersicht.

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