DLG e.V. - ulmer

Magdalena Ulmer: Protein aus Bienenlarven (ProBiLa)

Der Bedarf an hochwertigem Protein steigt mit stetig zunehmender Weltbevölkerung auf Kosten unserer Ökosysteme. Gleichzeitig gibt es weltweit ca. 2 Milliarden Menschen, die traditionell Insekten konsumieren. Jedoch streben viele davon das westliche Lebensmodell mit hohem Fleischkonsum aus Rind, Schwein oder Geflügel an. Die Lösung für diese Probleme könnte eine gesteigerte Attraktivität von Insektenkonsum, insbesondere in den westlichen Ländern, sein.

Eine Möglichkeit dafür ist die Verwertung von Drohnenbrut, die von einem sehr populären und allseits beliebten Insekt – der Honigbiene (Apis mellifera) – stammt. Drohnenpuppen sind eine vielversprechende essbare Ressource, die bisher ungenutzt ist, denn ein Bestandteil guter imkerlicher Praxis ist das Schneiden der Drohnenbrut von April bis Juli, um die Vermehrung der Varroa-Milbe in den Bienenvölkern zu verlangsamen. Drohnenpuppen schmecken lecker und enthalten wertvolle Nährstoffe, die verwertet werden könnten: Ca. 10 % des Gesamtgewichts sind Eiweiß, außerdem sind alle essentiellen Aminosäuren darin enthalten. Die Honigbiene könnte also quasi als „Wegbereiter“ für den Konsum von Insekten im Westen dienen.

Unmittelbare Vorteile, wenn wir künftig Drohnenbrut verwerten, sind also:

  • die Nutzung wertvoller Inhaltsstoffe;
  • das Entstehen neuer, leckerer Lebensmittelprodukte und damit ein Ausbau der Vielfalt;
  • die Vermeidung von Aufwand und Müll durch das Einschmelzen u. Entsorgen der Drohnenbrut;
  • damit auch eine Reduzierung der Umweltauswirkungen durch die Honigproduktion;
  • ein Zusatzeinkommen für Imkereien, die bereits kontrollierte Lebensmittelbetriebe sind;
  • die Bewusstseinsbildung für ökologische Zusammenhänge und nachhaltige Produktionsweisen;
  • ein Signal für traditionell insektenkonsumierende Menschen, dass Insekten ein guter Weg sind, sich mit wertvollen Proteinen zu versorgen;
  • eine mögliche Vorreiterschaft Deutschlands beim neuen Thema Insekten als Lebensmittel, das zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Ziel des Projekts ist es, nach erfolgter EU-Zulassung ab ca. Mitte 2020 die Möglichkeiten der Drohnenbrutverwertung sowohl bei Imkern als auch in der Bevölkerung und in Fachkreisen publik und schmackhaft zu machen. Dabei steht vor allen Dingen die Vermehrung von open-source-Wissen für eine nachhaltige Nutzung der Drohnenpuppen im Vordergrund.


Bilder und Texte stammen direkt von den jeweiligen Wettbewerbsteilnehmern.