DLG e.V. - Vorwort (DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016)

Vorwort

DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016

Die Gesellschaft erwartet vollkommen zu Recht eine nachhaltige Nutzung von Ressourcen. In besonderem Fokus stehen die natürlichen Ressourcen, die Flora und Fauna, der Boden, Luft und Wasser, die von keinem Wirtschaftssektor so intensiv genutzt werden wie von der Landwirtschaft. Es ist eben deren Profession „Land zu bewirtschaften“. Genau deshalb hat der Begriff „Generationenverantwortung“ als Element der Nachhaltigkeitsdebatte seine inhaltlichen Wurzeln in der Land- und Forstwirtschaft, weil der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage für Land- und Forstwirte die eine Seite der Medaille war, auf deren Rückseite der des Hofes und der eigenen Familie stehen.

Nachhaltigkeit in einer Welt von absehbar neun bis zehn Mrd. Menschen hat mehr sachliche Befassung verdient als blumige Bilder einer historisierenden Idealisierung. Dafür stehen bereits heute Millionen Migranten weltweit. Nachhaltigkeit muss fassbar sein, idealerweise messbar, denn Messbares schafft einen Überblick über den Status Quo, kann in der Entwicklung verglichen und letztlich optimiert werden. Messbares offenbart Defizite, gibt aber auch Impulse für Verbesserungen, für Fortschritt durch bessere Technologien, durch weiterentwickelte Biologie (Züchtung), durch effizientere organisatorische Verfahren.

Genau dieser Messbarkeit von Nachhaltigkeit diente der im Jahr 2015 von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) vorgelegte erste Nachhaltigkeitsbericht der Deutschen Landwirtschaft, dessen Fortschreibung Sie hiermit in den Händen halten. Mit dem DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016 greift die DLG Anregungen auf, die uns nach der Veröffentlichung des ersten Nachhaltigkeitsberichtes erreicht haben. Im Mittelpunkt stehen weiterhin 23 Nachhaltigkeitsindikatoren aus den Bereichen Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung, den drei Säulen, auf denen die Nachhaltigkeit beruht.

Deren Weiterentwicklung, deren Verdichtung zu einem aggregierten Nachhaltigkeitsindex wird in diesem Jahr erstmals mit 10 praktischen Beispielen illustriert, die aufzeigen, wie einzelne landwirtschaftliche Betriebe auf sehr unterschiedliche Art und Weise in der Lage waren, die Nachhaltigkeit ihres Wirtschaftens zu verbessern.

Der DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016 möchte die nachhaltige Entwicklung der deutschen Landwirtschaft fördern, zur Umsetzung in den Betrieben beitragen und letztlich wieder zu einer weiterführenden Diskussion anregen. In diesem Sinne sind Kommentare und Anregungen sehr willkommen.

Carl-Albrecht Bartmer, DLG-Präsident

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Inhaltsverzeichnis:

Vorwort
I. Ziele nachhaltiger Entwicklung – Auswahl der Nachhaltigkeitsindikatoren
II. Nachhaltigkeitsindikatoren im Zeitverlauf:
1. Flächeninanspruchnahme
2. Kulturpflanzendiversität
3. Stickstoffbilanz
4. Stickstoffeffizienz
5. Energieeffizienz
6. Treibhausgase
7. Biodiversität
8. Belastung des Grundwassers mit Pflanzenschutzmitteln
9. Flächenproduktivität
10. Leistung Milchkühe
11. Leistung Mastschweine
12. Kapitalintensität
13. Bruttowertschöpfung
14. Anlageinvestitionen
15. Produktionsanteile
16. Subventionen
17. Ausbildung
18. Berufsqualifikation
19. Promotionen und Habilitationen
20. Arbeitsunfälle
21. Agrarimporte aus Entwicklungsländern
22. Agrarnahe Entwicklungshilfe
23. Pflanzenschutzmittelrückstände in Lebensmitteln
III. Fehlende Indikatoren
IV. Nachhaltigkeitsindex für die deutsche Landwirtschaft
V. Zehn Beispiele zur Verbesserung der Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe
VI. Ausblick
VII. Literaturverzeichnis

Kontakt

DLG-Fachzentrum Landwirtschaft • Meike Packeiser • Tel.: +49(0)69/24788-302 m.packeiser(at)dlg.org