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Herausforderungen im Ackerbau: Unterschiedliche Ertragssicherungsstrategien in Europa

Grafik des Monats (April 2019)

In ganz Europa nehmen Herausforderungen im Ackerbau zu. Beispiele sind Resistenzen von Ungräsern gegenüber chemischen Pflanzenschutzmitteln und ein erhöhter Krankheitsdruck aufgrund enger, winterungsbetonter Fruchtfolgen.

DLG-Agrifuture Insights zeigt aktuell, dass Marktfruchterzeuger in Europa unterschiedliche Strategien verfolgen, um zur Sicherung der Erträge wieder mehr Stabilität im Ackerbau zu erreichen.

Für die Ackerbauern in Deutschland haben vor allem präventive Maßnahmen einen hohen Stellenwert: So ist eine konsequente Feldhygiene die wichtigste Maßnahme, um die Bestände gesund zu halten. Auch eine intensivere Stoppelbearbeitung um eine verbesserte Rotte der Ernterückstände ist ein Element, den Krankheits- und Schädlingsdruck bereits vor der Etablierung der Bestände zu bekämpfen. Darüber hinaus ist die Erweiterung der Fruchtfolge für mehr als die Hälfte der deutschen Marktfruchterzeuger ein weiterer Ansatzpunkt. Denn die Erweiterung um Sommerungen öffnet Zeitfenster, um die beiden wichtigsten Maßnahmen, Feldhygiene und Stoppelbearbeitung, konsequent durchzuführen. Weniger im Fokus steht die Investition in mehr Schlagkraft, um die ackerbaulich günstigsten Zeitpunkte für Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz zu realisieren.

Marktfruchterzeuger in Großbritannien wollen insbesondere die organische Masse im Boden erhöhen, um die Wasserhaltefähigkeit der Böden zu steigern und Erosion vorzubeugen. Die Wetterkapriolen der letzten Jahre, in denen die Marktfruchterzeuger in Großbritannien sowohl extrem nasse Bedingungen als auch (im Jahr 2018) extreme Trockenbedingungen erlebt haben, führen dazu, dass die Ackerbauern die Stabilität der Böden verbessern wollen. Ebenso durch die Wetterextreme bedingt rückt die Erhöhung der Schlagkraft für die Marktfruchterzeuger in Großbritannien in den Mittelpunkt. Denn Nässe und Trockenheit führen dazu, dass die optimalen Zeiträume für Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung und Pflanzenschutz enger werden. Eine hohe Schlagkraft ist der Schlüssel dafür, dennoch die ackerbaulich optimalen Zeitpunkte für die Arbeitserledigung nutzen zu können.

Für die Marktfruchterzeuger in den Niederlanden ist ebenfalls die Erhöhung der organischen Substanz im Boden die wichtigste Maßnahme, den Ackerbau bei den sich wandelnden Bedingungen in Bezug auf Resistenzen und sich ändernde klimatische Bedingungen zu stabilisieren. Für die Landwirte in den Niederlanden ist die wurzelnahe Ausbringung von Dünger der zweitwichtigste Ansatzpunkt. Denn aufgrund der Problematik hoher Nährstoffverluste in den Regionen mit intensiver Tierhaltung gilt es, die Nährstoffverluste so gering wie möglich zu halten. Die Platzierung des Düngers am „Ort der Aufnahme“ hat deshalb hohe Priorität.

Landwirte in Frankreich setzen vermehrt auf mechanische Unkrautbekämpfung, ihre Kollegen in Polen haben dagegen eher „nur“ die Steigerung der Schlagkraft im Fokus.

Die Ergebnisse der DLG-Agrifuture Insights Befragung zeigen die für die Ackerbauern in Europa unterschiedlichen Prioritäten bei der Entwicklung der Anbauverfahren. So lohnt für Landwirte in Deutschland durchaus der Blick ins europäische Ausland wie beispielsweise in die Niederlande, um Ideen für die nährstoffverlustarme Düngung zu sammeln.

DLG-Agrifuture Insights

DLG-Agrifuture Insightsist die neue DLG-Wissensmarke und -plattform für internationale Trendanalysen im Agrarsektor. Sie untersucht das Geschäftsumfeld in Landwirtschaft und Agribusiness durch ein globales Panel von 2.000 führenden Landwirten in 13 Ländern. Monatlich veröffentlicht DLG-Agrifuture Insights eine „Grafik des Monats“ aus dem umfangreichen Angebot von Entwicklungstrends der internationalen Agrarmärkte. Die „Grafik des Monats" ist bei Quellennennung „DLG-Agrifuture Insights“ frei zur Veröffentlichung.

Interessenten erhalten weitere Informationen zu DLG-Agrifuture Insights bei der DLG. Ansprechpartner ist Dr. Achim Schaffner, Fachgebietsleiter Ökonomie, Tel.: 069/24788-321 oder E-Mail: afi@dlg.org.