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Durchwachsene Aussichten für die Geschäftsentwicklung

Grafik des Monats (September/2018)

Ob teilweise kleine Ernten und demzufolge sinkende Umsätze im Ackerbau beziehungsweise höhere Futterkosten bei Milchvieh oder die Afrikanische Schweinepest für die Schweinehalter – die finanzielle Lage so manches Betriebes ist zurzeit angespannt und die Risiken sind schwer kalkulierbar. Nicht zuletzt deshalb sind die Aussichten auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten nur durchwachsen. Die aktuelle Grafik des Monats von DLG-Agrifuture Insights zeigt, dass dies über alle Länder hinweg gilt.

In Deutschland gehen die Erwartungen auf einen durchschnittlichen Wert von 3,0 zurück. Neben den Umsatzeinbußen durch die geringe Ernte müssen Marktfruchterzeuger auch für die Aussaat mit Risiken durch die anhaltende Trockenheit kalkulieren. Dies gilt aktuell für die Rapsaussaat, aber bei weiterem Ausbleiben von Niederschlägen könnte dies auch die Aussaat des Wintergetreides betreffen. Bei den Milchviehhaltern fehlt durch die Trockenheit allerorten das Grundfutter, was in der Folge höhere Kosten bedeutet. Die Schweinehalter sehen sich durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) großen wirtschaftlichen Risiken gegenüber und haben deshalb verhaltene Erwartungen an die Geschäftsentwicklung.

In den Niederlanden haben sich die Geschäftsaussichten gegenüber der Befragung im Herbst 2017 stark eingetrübt. Auch dort macht die Trockenheit den Ackerbauern und Milcherzeugern zu schaffen, zusätzlich besteht für Tierhalter aufgrund der Phosphorquotierung Anpassungsbedarf, was vielfältig auf eine Reduktion der Tierbestände hinauslaufen könnte. Auch hier trübt das ASP-Risiko die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung der kommenden zwölf Monate bei den Schweinehaltern.

Großbritannien steht ganz im Fokus der künftigen Agrarpolitik nach dem Brexit. Die Zeichen stehen zurzeit auf einen Erhalt der bisherigen Förderungshöhe, jedoch ist zu erwarten, dass die Förderung stärker an öffentliche Leistungen gekoppelt sein wird. Aber wie in der EU ist auch eine Degression der Agrarförderung nicht ausgeschlossen.

Erstmals befragt wurden in diesem Herbst Landwirte in China. Diese haben eher verhaltene Erwartungen an die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten. In Fernost sorgte der Ausbruch der ASP für Bestandskeulungen und Einschränkungen bei der Verbringung von Schweinen. Ein weiteres Auftreten der Krankheit würde ähnliche Maßnahmen auslösen – was zur Unsicherheit über die weitere Entwicklung und daraus folgend ebenfalls für verhaltene Geschäftsaussichten sorgt. Jedoch schätzen die Milchviehhalter die Erwartungen zurückhaltender ein als die Schweinehalter und Ackerbauern. Nach den Lebensmittelskandalen 2008 kommt die chinesische Milchwirtschaft nicht richtig voran. Auch wird Milch oft auf weniger vorzüglichen Standorten produziert, was lange Transporte notwendig macht. Von einer inländischen Nachfrage profitieren die Milcherzeuger deshalb kaum.

Auch in Russland sind die Landwirte in Bezug auf die Geschäftsentwicklung der kommenden zwölf Monate eher zurückhaltend. Auch hier sorgt eine geringere Getreideernte zu Umsatzeinbußen, was die Erwartungen der Marktfruchterzeuger an die Geschäftsentwicklung drückt. Demgegenüber sind russische Schweinehalter deutlich optimistischer, denn ihr Markt ist durch die Sanktionen und Gegenmaßnahmen zurzeit vor Importen geschützt, der Absatz im Inland hingegen gesichert. Diese Geschäfte sollten sich also positiv entwickeln.

In Brasilien lässt der Handelsstreit zwischen den USA und China die Einkäufe durch chinesische Händler ansteigen, die alternative Bezugsquellen zum nordamerikanischen Markt suchen. Insofern sind Brasiliens Sojaerzeuger zuversichtlich, was den Geschäftsverlauf der nächsten zwölf Monate angeht. Geflügelhalter sind wegen Exporteinschränkungen aufgrund Hygienemängel unter Druck geraten, ihre Aussichten haben sich deshalb eingetrübt.
 

DLG-Agrifuture Insights

DLG-Agrifuture Insightsist die neue DLG-Wissensmarke und -plattform für internationale Trendanalysen im Agrarsektor. Sie untersucht das Geschäftsumfeld in Landwirtschaft und Agribusiness durch ein globales Panel von 1.650 führenden Landwirten in 11 Ländern. Monatlich veröffentlicht DLG-Agrifuture Insights eine „Grafik des Monats“ aus dem umfangreichen Angebot von Entwicklungstrends der internationalen Agrarmärkte. Die „Grafik des Monats" ist bei Quellennennung „DLG-Agrifuture Insights“ frei zur Veröffentlichung.

Interessenten erhalten weitere Informationen zu DLG-Agrifuture Insights bei der DLG. Ansprechpartner ist Dr. Achim Schaffner, Fachgebietsleiter Ökonomie, Tel.: 069/24788-321 oder E-Mail: afi@dlg.org.