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Universalmulchgerät Dominator 280

Arbeitsqualität und Leistungsbedarf Handhabung, Praxiseinsatz

Das Prüfzeichen

Ein Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT in Einzelkriterien“ wird für landtechnische Produkte verliehen, die eine umfangsreduzierte Gebrauchswertprüfung der DLG nach unabhängigen und anerkannten Bewertungskriterien erfolgreich absolviert haben. Die Prüfung dient zur Herausstellung besonderer Innovationen und Schlüsselkriterien des Prüfgegenstands. Der Test kann Kriterien aus dem DLG-Prüfrahmen für Gesamtprüfungen enthalten oder sich auf andere wertbestimmende Merkmale und Eigenschaften des Prüfgegenstandes fokus­sieren. Die Mindestanforderungen, die Prüf­bedingungen und -verfahren sowie die Bewertungsgrundlagen der Prüfungsergebnisse werden in Abstimmung mit einer DLG-Expertengruppe festgelegt. Sie entsprechen den anerkannten Regeln der Technik sowie den wissenschaft­lichen und landwirtschaftlichen Erkenntnissen und Erfordernissen. Die erfolgreiche Prüfung schließt mit der Veröffent­lichung eines Prüfberichtes sowie der Vergabe des Prüfzeichens ab, das fünf Jahre ab dem Vergabedatum gültig ist.

Die DLG-Prüfung „Arbeitsqualität und Leistungsbedarf, Handhabung, Praxiseinsatz“ wurde mit dem Uni­versalmulchgerät Dominator 280 von INO BREZICE durchgeführt. Das Gerät war während der Prüfung mit dem INO Beschleunigungssensor zur Messung von Vibrationen ausgestattet. Neben der Arbeitsqualität auf Körnermaisstoppeln wurden die Wartungszeiten von fünf versierten Praktikern ermittelt. Hierbei wurden von den Praktikern die folgenden Tätigkeiten ausgeführt: Abschmieren des Gerätes, Kontrolle des Getriebe­ölstandes und Kontrolle der Keilriemenspannung. Weiterhin wurde das Mulchgerät auf fünf landwirtschaft­lichen Betrieben eingesetzt. Nach dem Einsatz wurden alle Landwirte zum Mulchgerät, zum Beschleunigungssensor mit zugehöriger Mobilapplikation und zur erzeugten Arbeitsqualität anhand eines Fragebogens befragt. Andere Kriterien wurden in der vorgestellten Prüfung nicht überprüft.

Beurteilung – kurz gefasst

Das Universalmulchgerät Dominator 280 von INO BREZICE erfüllt mit den vorwiegend guten Ergebnissen
die Anforderungen zur Verleihung des DLG-Prüfzeichens DLG-ANERKANNT in Einzelkriterien (in den Teil­prüfungen: Arbeitsqualität und Leistungsbedarf, Handhabung, Praxiseinsatz).

Tabelle 1: Ergebnisse im Überblick

Testkriterium Testergebnis * Bewertung **
Visuelle Bonituren zur Arbeitsqualität    
a) Gleichmäßigkeit der Häcksellänge gut +
b) Arbeitsqualität gut +
c) Querverteilung des gemulchten Gutes gut +
Beurteilungen aus dem Praxiseinsatz durch Landwirte    
a) An- und Abhängen des Gerätes gut +
b) Zugänglichkeit der Wartungsstellen befriedigend
c) Reinigung des Gerätes (vor Straßenfahrt) gut +
d) Konstruktion der Seitenverschiebung gut +
e) Auftreten von Vibrationen nie + +
f) Funktion der Steinschutzvorrichtung gut +
g) Schnitthöhenverstellung sehr gut bis befriedigend + + /◯
h) Auftreten von Verstopfungen sehr selten +
i) INO Beschleunigungssensor zur Vibrationsmessung gut +

*    vorwiegend vergebene Bewertungen aus der Nutzerumfrage
**    mögliche Bewertungen: sehr gut (+ +) / gut (+) / befriedigend (◯) / nicht befriedigend (–)

Das Produkt

Beschreibung und technische Daten

Laut Hersteller ist das Mulchgerät Dominator 280 zum Mulchen von Silomais- und Körnermaisstoppeln, Zwischenfrüchten, Grünlandflächen und Greeningflächen geeignet. Das Gerät hat eine Arbeitsbreite von 2,80 Metern.

Für den Anbau an den Traktor verfügt das Mulchgerät Dominator 280 über einen genormten Dreipunktanbaubock (Kategorie 2) und kann im Front- sowie im Heckanbau gefahren werden. Der Antrieb des Rotors erfolgt mittels Gelenkwelle (Zapfwellen­drehzahl: 1000 U/min.). Während der Feldarbeit kann das Gerät
zur Seite verschoben werden. Zum Verschieben wird ein doppeltwirkender Hydraulik­zylinder eingesetzt. Somit sind beim Anhängevorgang zwei Hydraulikleitungen mit dem Schlepper zu verbinden.

Rechts und links ist das Gerät jeweils mit einer abgerundeten Schleifkufe ausgestattet.  Um Personen vor umherfliegenden Mulchrückständen und Steinen zu schützen, sind vorne Steinschutzbleche und hinten ein Schutztuch aus Gummi montiert.

Das Mulchgerät trägt sich während des Mulchens auf einer Stützwalze. Die Arbeits­tiefe wird mittels Lochbild an der Stützwalze eingestellt.

Der Rotor wird über einen Fünffach-Keilriemen angetrieben. Zur Kontrolle der Riemen­spannung nimmt der Bediener das Schutzgehäuse ab. Hierzu sind vier 17er-Muttern zu lösen. Die Kontrolle des Getriebeöl­standes erfolgt mit einem 13er-Schlüssel am zentralen Getriebe. Hierzu muss vorher der Schutz des Zapfwellenstummels entfernt werden.

Das Gerät verfügt über acht Schmiernippel (rechts und links am Rotor, rechts und links an den beiden Lagern der Stützwalze, vier Schmiernippel an der Gelenk­welle).

Während der DLG-Prüfung war das Mulchgerät mit dem INO Beschleunigungssensor zur Messung von Vibrationen ausgestattet (Bild 4). Die vom Sensor gemessene Beschleunigung wird via Bluetooth an das Mobiltelefon des Bedieners gesendet. Bei erhöhten Vibrationen kommt es zu optischen und akustischen Warnmeldungen in der zugehörigen Mobilapplikation.

Für die Warnungen kann der Bediener zum Beispiel Alarmober- und Untergrenzen eingeben. Bei erhöhten Vibrationen können auch Warnungen via SMS an andere Personen (zum Beispiel an den Betriebsleiter) gesendet werden. Bei aktiviertem Ortungssystem können mit der Mobilapplikation auch die Fahrspuren des Traktors aufgezeichnet werden.

Tabelle 2 zeigt die technischen Daten des geprüften Mulchgerätes.

Tabelle 2: Technische Daten des Universalmulchgerätes Dominator 280 von INO BREZICE

Beschreibung Einheit Dominator 280
Anzahl der Werkzeugträger Stück 32
Anzahl der Werkzeuge Stück 32 Hammerschlegel oder 128 Y-Messer
Gewicht je Hammerschlegel kg 1,44
Gewicht Y-Stoppelschlegel (5 Komponenten) kg 1,16
Normdrehzahl der Zapfwelle U/min 1000
Rotordrehzahl bei Normdrehzahl U/min 2250
Rotordurchmesser mm 194
Schnittgeschwindigkeit des Schlegels m/s 54,1

Die Methode

Ermittlung von Arbeitsqualität und Leistungs­bedarf beim Mulchen von Körner­maisstoppeln

Zur Bestimmung der Arbeits­qua­lität werden Mulchgeräte in Anlehnung an den entsprechenden DLG-Prüfrahmen im Feldtest unter Praxisbedingungen getestet.

Auf abgeernteten und geeigneten Körnermaisflächen werden hierfür Messungen mit praxisüblichen Fahrgeschwindigkeiten durchgeführt.

Zur Dokumentation der Versuchsbedingungen werden die abge­erntete Maissorte (mit Reifezahl), Bodenart und Bodenzahl, Geländeeigenschaften, klimatische Daten zum Standort, eingesetzter Schlepper, eingesetzter Mähdrescher mit Erntevorsatz, Stoppelhöhen und Strohhinterlassenschaft auf der Fläche inkl. Feuchte ermittelt sowie die beim Test herrschende Witterung dokumentiert. Die Grundeinstellungen der Mulchgeräte werden im DLG-Test an die jeweiligen Feldbedingungen vor Ort angepasst. Auf der Versuchsfläche werden daher vor Beginn der eigentlichen Messfahrten wertungsfreie Fahrten durchgeführt, um die geeigneten Einstellungen der Maschinen zu ermitteln.

Der Leistungsbedarf an der Zapfwelle wird mit einer Zapf­wellenmessnabe des DLG-Testzentrums gemessen. Die Fahrgeschwindigkeiten und Wegstrecken werden mit einem Correvit L400 der Firma KISTLER MESSTECHNIK erfasst. Ergänzend kann der Kraftstoffverbrauch mit der mobilen DLG-Kraftstoffmesstechnik dokumentiert werden.

Direkt im Anschluss an die Messfahrten wird die Höhe der abgemulchten Maisstoppeln an mehreren repräsentativen Stellen gemessen. Hierbei wird die Höhe von vorher überfahrenen und vorher nicht überfahrenen Stoppeln gemessen.

Aus jeder Wiederholung der Messfahrt werden Proben des gemulchten Gutes auf einer Fläche von einem Quadratmeter entnommen. Nachdem die Proben einer schonenden Lufttrocknung ausgesetzt wurden, wird eine Siebanalyse mit einem Trommelsieb durchgeführt (Bild 5).

Die Arbeitsqualität des Mulch­gerätes wird am Feld durch mehrere fachkundige Praktiker beurteilt. Hierbei wird ein vier­stufiges Schema zur Bewertung der Arbeitsqualität angewendet: sehr gut – gut – befriedigend – nicht befriedigend.

Die Gutfeuchte wird gravimetrisch im Labor bestimmt. Hierzu werden Proben direkt während dem Mulchen entnommen.

Ermittlung der Wartungszeiten

Die folgenden Wartungstätigkei­ten werden bei einem Mulchertest durch fachkundige Praktiker durchgeführt. Hierbei wird die Arbeitszeit mithilfe einer Stoppuhr erfasst.

  1. Abschmieren aller Schmiernippel am Gerät inkl. der Schmiernippel an der Gelenkwelle: Die Fettpresse liegt zur Ermittlung der Arbeitszeit neben dem Gerät bereit. In jeden Schmiernippel werden drei Stöße Fett gepresst. Nach dem Fetten aller Nippel wird die Fettpresse wieder neben dem zu prüfenden Gerät abgelegt. Anschließend wird vom Zeitnehmer die Zeiterfassung gestoppt.
  2. Kontrolle des Ölstandes im zentralen Getriebe: Das notwendige Werkzeug zur Durchführung des Arbeitsprozesses liegt neben dem Gerät bereit. Die Schraube zur Ölstandskontrolle wird vom Probanden geöffnet. Als nächstes wird der Ölstand kontrolliert. Danach wird die Schraube wieder verschlossen. Wenn die Testperson nach der Ölstandskontrolle alle eingesetzten Werkzeuge neben dem Gerät abgelegt hat, wird die Zeiterfassung vom Zeitnehmer gestoppt.
  3. Kontrolle der Keilriemenspannung: Die notwendigen Werk­zeuge zur Durchführung dieser Tätigkeit liegen neben dem Mulchgerät bereit. Nachdem der Prak­tiker die Keilriemenspannung kontrolliert hat, werden alle eingesetzten Werkzeuge wieder neben dem zu prüfenden Gerät abgelegt. Anschließend wird vom Zeitnehmer die Zeiterfassung gestoppt.

Wie oben beschrieben, werden alle Tätigkeiten von mehreren Testpersonen durchgeführt. Anschließend wird aus allen gemessenen Zeiten der Mittelwert gebildet. Weiterhin werden die Werkzeuge im Prüfbericht aufgeführt, die zur Verrichtung der Tätigkeit eingesetzt wurden.

Praxiseinsatz des Prüflings auf landwirtschaft­lichen Betrieben

Der Prüfling wird auf mehreren landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt. Nach dem Einsatz werden die Nutzer anhand eines Fragebogens befragt. Der Fragebogen umfasst in mehreren Einzelfragen die Bewertung der Handhabung (inkl. der Hand­habung des montierten Beschleunigungssensors) und die Bewertung der geleisteten Arbeits­qualität des Mulchgerätes. Die Nutzer bewerten alle Fragen in vier Stufen: sehr gut – gut – befriedigend – nicht befriedigend.

Die Testergebnisse im Detail

Arbeitsqualität und Leistungsbedarf beim Mulchen von Körnermaisstoppeln

Der Feldtest zur Ermittlung von Arbeitsqualität und Leistungsbedarf wurde im Oktober 2019 durchgeführt. Diese Teilprüfung fand auf einem abgeernteten Körnermaisschlag (Sorte Limagrain LG 30.222 (Reifezahl K 220)) statt, der einen Tag zuvor geerntet wurde. Zur Körnermaisernte wurde ein Mähdrescher Claas Lexion 760 (Hybrid) eingesetzt. Während der Ernte hatte der Mais eine Höhe von circa zwei Metern.

Der Versuchsschlag ist eben und wird durch die Bodenart „Sand“ (32 Bodenpunkte) gekennzeichnet.
Während der Prüfung herrschte Sonnenschein. Die Lufttemperaturen lagen zwischen 19,4 und 26 Grad Celsius.

Als Traktor wurde ein Case IH Puma CVX 175 (129 kW, 175 PS) eingesetzt. Während der Prüfung wurde mit einer Geschwindigkeit von 5 km/h gemulcht.

Am Rande der eigentlichen Versuchsfläche wurde eine kleinere Fläche gemulcht. Anhand dieser Anschauungsfläche beurteilten fünf Landwirte die Arbeitsqualität visuell. Vor Versuchsbeginn wurde auf der gesamten Fläche die Länge von 90 Maisstoppeln gemessen. Hierbei wurden Werte zwischen 10 cm und 26 cm ermittelt. Der Mittelwert aller gemessenen Stoppeln lag bei 20 cm.

Weiterhin wurde auf dem Schlag die Menge an Rückständen (Restpflanze inkl. Stoppeln) bestimmt. Die Menge Frischmasse lag bei 8,4 Tonnen pro Hektar (bei einem TM-Gehalt des zu mulchenden Gutes von 71,6 %). Die Menge an Trockenmasse betrug 6,0 Tonnen pro Hektar.
Es wurden die Arbeitsqualität und der Leistungsbedarf mit Y-Messern und Hammerschlegeln (je in dreifacher Wiederholung) ermittelt.

Während des Tests wurden am Mulchgerät die folgenden Einstellungen vorgenommen:

  • Mulchen mit Y-Messern (Arbeitstiefe: 5 cm)
  • Mulchen mit Y-Messern (Arbeitstiefe: 2,5 cm)
  • Mulchen mit Hammerschlegeln (Arbeitstiefe: 5 cm)

Die Arbeitsqualität des Mulchgerätes wurde durch fünf Praktiker bewertet. Hierbei wurden den Landwirten mehrere Fragen zur Häcksellänge, zur generellen Arbeitsqualität und zur Querverteilung des gemulchten Gutes gestellt. Im Folgenden sind die Ergebnisse der Bonitur aufgeführt:

  1. Gleichmäßigkeit der Häcksellänge: Die Gleichmäßigkeit der Häcksellänge wird vorwiegend mit „gut“ bewertet. Die Gleichmäßigkeit der Häcksel­länge mit Y-Messern (Arbeitstiefe: 5 cm) bewerten zwei Land­wirte mit „gut“ und drei Landwirte mit „befriedigend“. Bei einer Arbeitstiefe von 2,5 cm bewerten alle fünf Landwirte die Gleichmäßigkeit der Häcksellänge mit „gut“. Bei Ausstattung des Dominator 280 mit Hammerschlegeln wird die Gleichmäßigkeit der Häcksellänge von einem Praktiker mit „gut“ und vonvier Praktikern mit „befriedigend“ bewertet.
  2. Arbeitsqualität: Die Arbeitsqualität des INO BREZICE Mulchgerätes wird von den Praktikern vorwiegend mit „gut“ bewertet. Bei Ausstattung mit Y-Messern und einer Arbeitstiefe von 5 cm wird der Arbeitsqualität von vier Landwirten mit „gut“ bewertet und von einem Landwirt mit „befriedigend“. Bei einer Arbeitstiefe von 2,5 cm (mit Y-Messern) wird die Arbeitsqualität von zwei Landwirten mit „sehr gut“ und von drei Landwirten mit „gut“ bewertet. Die erzeugte Arbeitsqualität mit Hammerschlegeln bewertet ein Praktiker mit „gut“ und vier Praktiker mit „befriedigend“.
  3. Querverteilung des gemulchten Gutes: Die Querverteilung wird vorwiegend mit „gut“ bewertet. Die Querverteilung des INO BREZICE Mulchers wird bei Ausstattung mit Y-Messern und einer Arbeitstiefe von 5 cm von zwei Praktikern mit „sehr gut“ und von drei Landwirten mit „gut“ eingeschätzt. Bei einer Arbeitstiefe von 2,5 cm wird die Querverteilung von einem Landwirt mit „sehr gut“, von drei Personen mit „gut“ und von einem Praktiker mit „befriedigend“ bewertet. Wenn die Y-Messer durch die Hammerschlegel ausgetauscht werden, wird die Querverteilung von zwei Landwirten mit „gut“ und von drei Personen mit „befriedigend“ bewertet.

Ergebnisse aus der Vermessung der Stoppelhöhen nach dem Mulchen

Nachdem die Arbeiten mit dem Mulchgerät abgeschlossen waren, wurde die Höhe der abgemulchten Maisstoppeln vermessen. Hierbei wurden einerseits 18 Stoppeln vermessen, die der Traktor vor dem Mulchen überfahren hat. Andererseits wurden 18 Stoppeln vermessen, die ein Fahrzeug vor dem Mulchen nicht überrollt hat. Bild 6 zeigt die mit einem Besen freigelegten Stoppelreste. Die beiden äußeren Stoppelreihen wurden vor dem Mulchen vom Traktor überfahren. Die beiden mittleren Stoppelreihen wurden nicht überrollt.

In Bild 7 werden die vermessenen Stoppelhöhen dargestellt. Es ist festzustellen, dass die Länge der vorher nicht überfahrenen Stoppeln unabhängig von den eingesetzten Werkzeugen auf dem gleichen Niveau liegt (3,2 bis 3,4 cm).

In den Fahrspuren des Traktors waren nach dem Mulchen überfahrene und abgeknickte Stoppeln vorhanden, die zum Teil ihre ursprüngliche Länge noch hatten. Dies wurde darauf zurückgeführt, dass die Stoppeln vom Traktorreifen während der Überfahrt in den Sandboden gedrückt wurden.

Nach dem Überrollen konnten sich die Stoppeln nicht mehr aufrichten und somit auch nicht vom Mulchgerät bearbeitet werden.

Ergebnisse der Siebanalyse

In Bild 8 ist zu sehen, dass die beiden linken Säulen (Arbeitsgang mit Y-Messern) im Vergleich zum Einsatz der Hammerschlegel etwas höhere Fein­anteile aufweisen. Durch den Arbeitsgang mit den Y-Messern wurden also die Pflanzenreste intensiver zerkleinert als mit den Hammerschlegeln, was sich günstiger auf die Strohrotte auswirkt.

Wie oben bereits erwähnt, wurde die Arbeitsqualität des INO BREZICE Mulchgerätes (anhand von visuellen Bonituren durch Landwirte) unabhängig von den verwendeten Werkzeugen vorwiegend mit „gut“ bewertet.

Ergebnisse aus den Messungen zum Leistungsbedarf

Bild 9 zeigt den Leistungsbedarf des Mulchgerätes Dominator 280 bei unterschiedlicher Werkzeug­ausstattung und Arbeitstiefe. Dieser wurde in dreifacher Wiederholung mit einer Zapfwellenmessnabe ermittelt. Eine Säule stellt eine Wiederholung der Messung dar. Diese eine Wiederholung wurde in einer Fahrspur aufgezeichnet. Anhand der Mess­werte, die in einer Wieder­holung, also in einer Fahrspur aufgezeichnet wurden (Aufzeichnungsrate: ein Hertz), wurde der Mittelwert gebildet.

Die Zahl, die jeweils mittig über den drei Säulen angegeben ist, ist der Mittelwert der drei Wiederholungen.

Tendenziell war im DLG-Test der Leistungsbedarf bei der Arbeit mit Y-Messern (52,3 kW bzw. 56,0 kW) geringer, als beim Mulchen mit Hammerschlegeln (59,6 kW).

Wartungszeiten

Die Wartungszeiten wurden im Oktober 2019 im DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel in 64823 Groß-Umstadt ermittelt. Die Ergebnisse dieser Teilprüfung sind in Tabelle 3 vermerkt.

  1. Abschmieren: Zum Abschmieren aller acht Schmiernippel am Gerät inkl. Gelenkwelle benötigten die Testpersonen zwischen 107 und 137 Sekunden (Mittelwert: 120 Sekunden).
  2. Kontrolle des Ölstandes im zentralen Getriebe: Zur Ölstandskontrolle benötigten die Testpersonen zwischen 197 und 370 Sekunden (Mittelwert: 245 Sekunden). Zur Durchführung dieser Tätigkeit benötigt der Bediener einen 13er Schlüssel.
  3. Kontrolle der Keilriemenspannung: Zur Kontrolle der Keilriemenspannung am INO BREZICE Mulchgerät benötigten die Testpersonen zwischen 127 und 165 Sekunden (Mittelwert: 150 Sekunden). Zur Durchführung dieser Tätigkeit benötigt der Bediener einen 17er-Schlüssel, um vier 17er Muttern am Keilriemenschutz zu lösen.

Tabelle 3: Wartungszeiten am Mulchgerät Dominator 280 von INO BREZICE

Wartungstätigkeit     Test-
person
    Mittelwert
  1 2 3 4 5  
Abschmieren aller acht Schmiernippel inkl. Gelenkwelle [s] 115 120 122 137 107 120
Kontrolle des Ölstandes im Getriebe[s] 370 210 246 202 197 245
Kontrolle der Keilriemenspannung [s] 151 162 165 127 145 150

Ergebnisse zum Praxiseinsatz auf landwirtschaftlichen Betrieben

Das Mulchgerät Dominator 280 von INO BREZICE kam zwischen dem 8. August 2019 und dem
29. Oktober 2019 auf fünf landwirtschaftlichen Betrieben zum Einsatz. Hierbei wurden die folgenden
Kulturen gemulcht:

  • Roggenstoppeln (5,0 Hektar)
  • Schilfgras (10,0 Hektar)
  • Weiden und Wegränder (7,2 Hektar)
  • Rapsstoppeln (11,6 Hektar)
  • Ramtillkraut (3,3 Hektar)
  • Silomaisstoppeln (8,9 Hektar)
  • Körnermaisstoppeln (2,0 Hektar)

In Summe wurde während des Praxiseinsatzes eine Fläche von 48 Hektar gemulcht. Im Folgenden werden die Ergebnisse des Praxiseinsatzes aufgeführt. In Klammern steht die Anzahl der Landwirte, die die entsprechende Bewertung vorgenommen hat.

  1.    Zugänglichkeit der Wartungsstellen
            a.    Zugänglichkeit der acht Schmiernippel: sehr gut (4) bis gut (1)
            b.    Zugänglichkeit zur Kontrolle des Getriebeölstandes: befriedigend (4) bis nicht befriedigend (1)
            c.    Zugänglichkeit zur Kontrolle des Ölstandes in der waagrechten Welle: gut (4) bis befriedigend (1)
            d.    Zugänglichkeit zur Kontrolle der Keilriemenspannung: gut (2) bis befriedigend (3)
  2. An- und Abhängen des Mulchgerätes
            a.    Ablagemöglichkeit für die Gelenkwelle: sehr gut (2) bis gut (3)
            b.    Kunststoffabdeckkappen für Hydraulikkupplungen: sehr gut (1), gut (3), befriedigend (1)
            c.    Zugänglichkeit beim Anbau/Abbau: sehr gut (1) bis gut (4)
  3. Reinigung vor der Straßenfahrt: gut (4) bis befriedigend (1)
  4.  Konstruktion der Seitenverschiebung: sehr gut (1), gut (3) und befriedigend (1)
  5.  Auftreten von Vibrationen: nie (5)
  6.  Funktion der Steinschutzvorrichtung: gut (5)
  7.  Schnitthöhenverstellung: sehr gut (2), gut (1), befriedigend (2)

    Beurteilung der Arbeitsqualität auf den Flächen der Praxisbetriebe

  8. Auftreten von Verstopfungen: nie (4), vereinzelt (1)
  9. Arbeitsqualität auf den betriebseigenen Flächen: sehr gut (3) bis gut (2)
  10. Querverteilung des gemulchten Gutes: sehr gut (2) bis gut (3)

    Bewertung des Beschleunigungssensors zur Messung von Vibrationen

  11. Größe der Schriftelemente in der App auf dem Mobiltelefon: gut (5)
  12. Intuition der Bedienbarkeit: sehr gut (2), gut (2), befriedigend (1)
  13. Nutzbarkeit der erfassten Daten: sehr gut (1), gut (2), befriedigend (2)
  14. Funktionssicherheit der Kommunikation zwischen Sensor und Mobiltelefon: sehr gut (2), befriedigend (3)
  15. Einstellung von Alarmobergrenzen und Alarmuntergrenzen: sehr gut (2) bis gut (3)
  16. Datenexport zum Büro-PC: gut (5)
  17. Abschließende Meinung zum Produkt: gut (5)

Fazit

Anhand der DLG-Prüfung wurde festgestellt, dass das Mulchgerät Dominator 280 von INO BREZICE zum Mulchen von Körnermaisstoppeln geeignet ist. Die Teilprüfung zur Ermittlung der Arbeitsqualität wurde vorwiegend mit guten Ergebnissen bestanden. Auch die Praxisbetriebe bewerteten die Arbeitsqualität beim Mulchen von Maisstoppeln und anderen Ernterückständen und Grünlandflächen mit sehr gut und gut. Der Leistungsbedarf lag beim Mulchen von Maisstoppeln zwischen 52,3 kW (beim Einsatz von Y-Messern) und 59,6 kW (beim Einsatz von Hammerschlegeln).

Für die Handhabung des Mulchgerätes wurden im Praxiseinsatz von den Landwirten ebenfalls vorwiegend gute Bewertungen abgegeben. Anhand der vorliegenden Testergebnisse wird dem Universalmulchgerät Dominator 280 von INO BREZICE das Prüfzeichen DLG-ANERKANNT (in den Teilprüfungen: Arbeitsqualität und Leistungsbedarf, Handhabung und Praxiseinsatz) verliehen.

Anmelder und Prüfungsdurchführung

Hersteller und Anmelder

Hersteller und Anmelder
INO BREZICE d.o.o.
Krska vas 34 b,
8262 Krska vas (Brezice), Slowenien
https://www.inobrezice.com/de/

Prüfungsdurchführung

DLG TestService GmbH, Standort Groß-Umstadt, Deutschland
Die Prüfungen werden im Auftrag des DLG e.V. durchgeführt.

DLG-Prüfrahmen
Mulchgeräte (Stand 2018)

Fachgebiet

Landwirtschaft

Fachgebietsleiter
Dr. Ulrich Rubenschuh

Prüfingenieur(e)
Dipl.-Ing agr.
Georg Horst Schuchmann*

* Berichterstatter

Kontakt

DLG Testzentrum Technik und Betriebsmittel • DLG TestService GmbH Standort Groß-Umstadt • Max-Eyth-Weg 1 • 64823 Groß-Umstadt • Tel: +49(0)69/24 788-600 Fax: +49(0)69/24 788-690 • tech@DLG.org