DLG e.V. - Test Stalldungstreuer PS 2201

Stalldungstreuer PS 2201

DLG-ANERKANNT "Verteilqualität Stallmist"

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Das Prüfzeichen

Ein Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT in Einzelkriterien“ wird für landtechnische Produkte verliehen, die eine umfangsreduzierte Gebrauchswertprüfung der DLG nach unabhängigen und anerkannten Bewertungskriterien erfolgreich absolviert haben. Die Prüfung dient zur Herausstellung besonderer Innovationen und Schlüsselkriterien des Prüfgegenstands. Der Test kann Kriterien aus dem DLG-Prüfrahmen für Gesamtprüfungen enthalten oder sich auf andere wertbestimmende Merkmale und Eigenschaften des Prüfgegenstandes fokussieren. Die Mindestanforderungen, die Prüfbedingungen und -verfahren sowie die Bewertungsgrundlagen der Prüfungsergebnisse werden in Abstimmung mit einer DLG-Expertengruppe festgelegt. Sie entsprechen den anerkannten Regeln der Technik sowie den wissenschaftlichen und landwirtschaftlichen Erkenntnissen und Erfordernissen. Die erfolgreiche Prüfung schließt mit der Veröffentlichung eines Prüfberichtes sowie der Vergabe des Prüfzeichens ab, das fünf Jahre ab dem Vergabedatum gültig ist.

Die DLG-Prüfung zur Verteilqualität von Stallmist wurde mit dem Strautmann Stalldungstreuer PS 2201 durchgeführt. Das 2-Teller-Streuwerk des Streuers ist mit zwei waagerecht angebrachten Fräswalzen aus­gestattet. Die Verteilqualität mit Stallmist wurde in den Ausbringmengen 10 t/ha und 30 t/ha gemessen. Der verwendete Stallmist hatte einen verhältnismäßig hohen Trockenmassegehalt (40 %) und eine relativ geringe Schüttdichte (156 g/l FM). Andere Kriterien wurden nicht überprüft.

Beurteilung – kurz gefasst

Für Stallmist mit den Streumengen 10 t/ha und 30 t/ha werden in der DLG-Prüfung sehr gute (+ +) und gute (+) Verteilqualitäten (in Quer- als auch in Längsrichtung) erreicht. Tabelle 1 zeigt eine Zusammenschau der in der DLG-Prüfung erhaltenen Ergebnisse.

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Tabelle 1: Kenngrößen zur Verteilqualität von Stallmist

Streugut Stallmist
Arbeitsbreite [m] 11 11 12 12
Soll-Ausbringmenge [t/ha] 10 30 10 30
Fahrgeschwindigkeit [km/h] 9,5 3,2 9,5 3,2
Querverteilung
– Variationskoeffizient (VK) [%]* 17,8 (+) 10,2 (+ +) 17,3 (+) 16,5 (+)
– Ist-Ausbringmenge [t/ha] 10,0 29,9 10,0 30,1
Längsverteilung
– Variationskoeffizient (VK) [%]* 13,5 (+ +)
– Streckung innerhalb der Toleranzzone [%]*** 58,9 (+ +)

*    DLG-Bewertungsskala (Querverteilung): VK > 20 % bis ≤ 25 % = “◯”; VK > 15 % bis ≤ 20 % = “+”; VK ≤ 15 % = “+ +”
**    DLG-Bewertungsskala (Längsverteilung): VK < 40 % = “◯”; VK < 30 % = “+”; VK < 20 % = “+ +”
***    DLG-Bewertungsskala (Streckung innerhalb der Toleranzzone): > 35 % = “◯”; > 45 % = “+”; > 55 % = “+ +”

Das Produkt

Beschreibung und Technische Daten

Beim Strautmann PS 2201 handelt es sich um einen Stalldungstreuer mit Kratzboden und 2-Teller-Streuwerk. Der geprüfte Streuer hat folgende technische Hauptdaten (Herstellerangaben):

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Fahrzeugtyp PS 2201
Baujahr 2018
Ident-Nr. W09314102J0S38051
zul. Gesamtgewicht 22.000 kg
Stützlast 4.000 kg
Achslast 9.000 kg pro Achse
Eigengewicht 10.500 kg
Ladevolumen ca. 21,6 m³
Fahrwerk Tandemachse, hydraulisch gefedert, über Gummipuffer gefederte Zugdeichsel, K80-Anhängung
Bremsentyp 2-Kreis Druckluft mit automatischer Bremskraftregelung
Bereifung 750/45 R 26,5 (10-Loch-Felgen)
Laderaum 1.650 mm x 2.200 mm x 5.950 mm (H x B x L)
erforderl. Hydraulikanschlüsse 3 Load-Sensing-Anschlüsse (Vorlauf, Rücklauf, Steuerleitung)
erforderl. Elektroanschlüsse 12 V für Beleuchtung
Streuwerk 2 waagerecht angebrachte Fräßwalzen, 2 Streuteller mit je 4 Wurfschaufeln, Antrieb über Zapfwelle (1000 U/min), Stauschieber zur Trennung von Laderaum und Streuwerk
Zuführtechnik hydraulisch angetriebener Kratzboden (4 Ketten) (Geschwindigkeit stufenlos einstellbar)

Die Methode

Grundlage der Prüfung bilden der DLG-Prüfrahmen „Streuer für organische Feststoffe“ und die Norm DIN EN 13080 „Stalldungstreuer – Umweltschutz – Anforderungen und Prüfmethoden“.

Zur Bestimmung der Querverteilung werden Auffangbehälter (50 cm x 50 cm x 10 cm) quer zur Fahrtrichtung bündig aneinander auf der Versuchsfläche aufgestellt. Anschließend durchfährt der Traktor mit dem zu prüfenden Streuer die Messstrecke. Die in den Schalen aufgefangenen Streumengen werden gewogen und flächenbezogen zur Ermittlung des Grundstreubildes verrechnet. Die Güte der Verteilqualität wird durch den Variationskoeffizienten (VK) beschrieben. Der VK-Wert für die Querverteilung sagt aus, wie verteilgenau die Fläche unter Berücksichtigung der Überlappung nach weiteren Anschlussfahrten bestreut wird. Aus dem Verlauf der VK-Werte ist erkennbar, wann die zulässige VK-Schwelle unterschritten wird und in welchem Bereich die optimalen Arbeitsbreiten (geringst möglicher VK) liegen.

Für die Ermittlung der Längsverteilung wird der Massenstrom durch kontinuierliche Messung der Achs- und Stützlasten im Stand während der kompletten Entleerung einer Ladung gemessen. Daraus werden die Kennwerte: charakteristische Dunggabe während der Entladung, Streckung innerhalb der Toleranzzone (prozentualer Anteil der Entladedauer, während der die Ausbringmenge innerhalb der zulässigen Toleranz liegen), die optimale Überlappung der Anschlussfahrt und der VK bei optimaler Überlappung berechnet.

Je kleiner der VK und je größer die Toleranzzone, desto besser ist die Verteilqualität.

Die Testergebnisse im Detail

Versuch

Die Prüfung wurde im September 2018 auf einer abgeernteten Stoppelfläche in der Region Greven (Nordrhein-Westfalen) durchgeführt. Die Bilder 2 und 3 zeigen den mobilen Prüfstand zur Messung der Querverteilung mit Auffangschalen und die Fuhrwerkswaage zur Messung der Massenveränderung während dem Entladevorgang.

Beim für die Prüfung verwendeten Tiefstallmist handelte es sich um Rindermist. Aufgrund der großen Trockenheit im Jahresverlauf hatte dieser einen verhältnismäßig hohen Trockenmassegehalt (40 %) und eine relativ geringe Schüttdichte (156 g/l FM).

Während der Prüfung wurde ein Claas Axion 810 als Zugmaschine eingesetzt. Die Beladung des Stalldungstreuers erfolgte mit einem zweiten Traktor, der mit einem Frontlader ausgestattet war.

Einstellung

Die Streumenge wird beim Strautmann PS 2201 durch den Vorschub des Kratzbodens und die Fahrgeschwindigkeit des Traktors bestimmt. Die Vorschubgeschwindigkeit des Kratzbodens kann der Bediener stufenlos bis zu einem Maximalwert von fünf Metern pro Minute am Bedienterminal einstellen (Bild 4). Der Kratzboden wird hydraulisch angetrieben.

Die Öffnung zwischen Laderaum und Streuwerk kann durch den Stauschieber ebenfalls stufenlos am ­Bedienterminal eingestellt werden. Die Öffnungsweite wird dem Fahrer mittels einer Anzeige (mit einer Skalierung von 0 bis 10) an der Vorderwand des Streuers angezeigt (Bild 5).

Bild 2: Mobiler Prüfstand zur Ermittlung der Querverteilung

Bild 3: Strautmann PS 2201 auf dem Prüfstand zur Ermittlung der Längsverteilung

Bild 4: Bedienterminal des Strautmann PS 2201

Bild 5: Anzeige an der Vorderwand des Streuers für die Öffnungsweite des Stauschiebers

Bild 6: Streuteller mit vier Streuschaufeln am Strautmann PS 2201

Das gesamte Streuwerk des Strautmann PS 2201 wird über die Zapfwelle angetrieben (1000 U/min). Die Verteilung des Streugutes quer zur Fahrtrichtung erfolgt durch zwei Streuteller. Jeder Streuteller ist mit vier verschwenkbaren Streuschaufeln ausgestattet. An jeder Streuschaufel können acht unterschiedliche Schwenkwinkel eingestellt werden (Stellungen A bis H). Hierzu existieren für jede Streuschaufel acht Bohrungen (Bild 6). Die Verstellung des Schwenkwinkels erfolgt manuell. Hierzu löst der Bediener eine Schraube (M12) pro Streuschaufel. In der Betriebs­anleitung erhält der Bediener Hinweise, wie die Streuschaufeln bei unterschiedlichen Streugütern einzustellen sind.

Mittels der so genannten Streuklappe kann der Aufgabepunkt des Streugutes auf die Streuteller eingestellt werden. Die Einstellung der Streuklappe erfolgt durch den Bediener an beiden Seiten des Streuwerks. Hierzu nutzt er einen Schraubenschlüssel SW24.

Hinweise auf die Grundeinstellungen in Abhängigkeit vom Streugut, der gewünschten Streumenge und der angestrebten Arbeitsbreite finden sich ebenfalls in der Betriebsanleitung. Allerdings ist es aufgrund der sehr unterschiedlichen Materialeigenschaften der verschiedenen Streugüter ratsam, die Streuereinstellungen in einer Testfahrt zu überprüfen und im Bedarfsfall zu optimieren.

Querverteilung Stallmist

Beide Ausbringmengen (10 t/ha und 30 t/ha) wurden in der DLG-Prüfung mit derselben Einstellung des Vorschubes gefahren (1,82 Meter pro Minute). Insgesamt wurden in jedem Versuch zwei Optimierungsschritte benötigt, um für die Arbeitsbreiten von 11 und 12 Metern die beste Verteilqualität mit Variationskoeffizienten (VK) unter 20 % zu erhalten. Über die Anpassung der Fahrgeschwindigkeit von 9,5 km/h auf 3,2 km/h wurden die vorgegebenen Ausbringmengen von 10 t/ha bzw. 30 t/ha gut eingehalten.

Bild 7 zeigt das Grundstreubild (Mengenverteilung nach erster Überfahrt) und das Gesamtstreubild (Mengenverteilung unter Berücksichtigung der Überlappungen) für eine Ausbringmenge von 10 t/ha Stallmist.

Im Bild 8 ist die Abhängigkeit des Variationskoeffizienten von der Arbeitsbreite für eine Ausbringmenge von 10 t/ha Stallmist grafisch dargestellt. Aus dem Verlauf der VK-Linie ist ersichtlich, dass der VK bei einer Arbeitsbreite von 11 Metern einen Wert von 17,8 % aufweist (gut, +). Bei einer Arbeitsbreite von 12 Metern beträgt der VK 17,3 % (gut, +). Bei Arbeitsbreiten über 12 Meter überschreitet der Variationskoeffizient die 20 %-Linie.

Im Bild 9 ist die Abhängigkeit des Variationskoeffizienten von der Arbeitsbreite für eine Ausbringmenge
von 30 t/ha Stallmist grafisch dargestellt. Aus dem Verlauf der VK-Linie ist ersichtlich, dass der VK bei
einer Arbeitsbreite von 11 Metern einen Wert von 10,2 % aufweist (sehr gut, + +). Bei einer Arbeitsbreite von 12 Metern beträgt der VK 16,5 % (gut, +). Bei Arbeitsbreiten über 12 Meter überschreitet der Variations­koeffizient die 20 %-Linie.

Bild 8: Variationskoeffizient in Abhängigkeit
von der Arbeitsbreite bei der Ausbringung
von 10 t/ha Stallmist. Einstellungen
3. Versuch (zwei Optimierungen notwendig);
Vorschub: 1,82 m/min; Streuklappe: 5,3 cm
Stellung Streuschaufeln: A; Streuschieber: 2. Loch

Bild 9: Variationskoeffizient in Abhängigkeit
von der Arbeitsbreite bei der Ausbringung
von 30 t/ha Stallmist. Einstellungen
3. Versuch (zwei Optimierungen notwendig);
Vorschub: 1,82 m/min; Streuklappe: 4,5 cm
Stellung Streuschaufeln: A; Streuschieber: 8. Loch

Bild 10: Längsverteilung mit Stallmist (10 Tonnen). gleichbleibende Streumenge: 26,0 kg/s
Streckung innerhalb der Toleranzzone: 58,9 %
VK bei optimaler Überlappung:13,5 %
optimale Überlappung bei der 50 %-Linie: 7,0 %

Längsverteilung mit Stallmist

Im Bild 10 ist der Entladeprozess mit Stallmist grafisch dargestellt.

Zur Bewertung der Verteilqualität in Längsrichtung erreicht der berechnete Variationskoeffizient einen Wert von 13,5 % (sehr gut, + +).

Die Streckung innerhalb der Toleranzzone beträgt bei Stallmist 58,9 % (sehr gut, + +).

Fazit

In der DLG-Prüfung wurde der Strautmann Stalldungstreuer PS 2201 beim Ausbringen von 10 t/ha und 30 t/ha Stallmist untersucht.

Die ermittelten Variationskoeffizienten zur Bewertung der Querverteilung liegen alle unter 20 %. Die Querverteilung für eine Ausbringmenge von 10 t/ha wird als gut (+) eingestuft. Bei einer Ausbringmenge von 30 t/ha werden sehr gute (+ +) und gute (+) Werte erreicht.

Der ermittelte Variationskoeffizient zur Bewertung der Längsverteilung beträgt 13,5 % (sehr gut, + +). Die Streckung innerhalb der Toleranzzone weist einen Wert von 58,9 % (sehr gut, + +) auf.

Hinweise auf die Grundeinstellungen in Abhängigkeit vom Streugut, der gewünschten Streumenge und der angestrebten Arbeitsbreite finden sich in der Betriebsanleitung. Allerdings ist es aufgrund der sehr unterschiedlichen Materialeigenschaften der verschiedenen Streugüter ratsam, die Streuereinstellungen in einer Testfahrt zu überprüfen und im Bedarfsfall zu optimieren.

Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse wird dem Strautmann Stalldungstreuer PS 2201 das Prüfzeichen DLG-ANERKANNT für die Teilprüfung „Verteilqualität Stallmist“ 2018 verliehen.

Anmelder und Prüfungsdurchführung

Anmelder

Hersteller und Anmelder
B. Strautmann & Söhne GmbH und Co. KG
Bielefelder Straße 53
49196 Bad Laer

Prüfungsdurchführung

DLG TestService GmbH,
Standort Groß-Umstadt

Die Prüfungen werden im Auftrag des
DLG e.V. durchgeführt.

DLG-Prüfrahmen
Streuer für feste Wirtschafts- und Sekundär­rohstoffdünger (Stand 05/2018)

Fachgebiet
Landwirtschaft

Bereichsleiter
Dr. Ulrich Rubenschuh

Prüfingenieur(e)
Dipl.-Ing. agr. Georg Horst Schuchmann *

*    Berichterstatter

Kontakt

DLG Testzentrum Technik und Betriebsmittel • DLG TestService GmbH Standort Groß-Umstadt • Max-Eyth-Weg 1 • 64823 Groß-Umstadt • Tel: +49(0)69/24 788-600 Fax: +49(0)69/24 788-690 tech(at)DLG.org