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DLG-ANERKANNT für Beleuchtungssysteme

Im Fokus: Tiergerechtheit und Lebensdauer von Leuchten

Beleuchtungssysteme – im Praxiseinsatz geprüft

Das Angebot an Leuchten und Lichtsystemen im Tierhaltungsbereich ist breit gefächert. Nicht alle Produkte eignen sich aber für den Praxiseinsatz, bei dem es um tiergerechte Haltungsbedingungen und um die Lebensdauer der Leuchtinstallationen geht.

In den Praxis-Prüfungen zum Qualitätssiegel DLG-ANERKANNT für Beleuchtungssysteme stehen deshalb die Aspekte Tiergerechtheit, Haltbarkeit und Reinigungsbeständigkeit im Fokus.

PrüfkriterienZiele
Flimmerfreiheit der Beleuchtungssysteme
  • Erfüllt die Licht-Modulationsfrequenz die Anforderungen des jeweiligen Tieres?
  • Messen der Amplitude, Wellenform, Frequenz und Modulationstiefe des Flimmerns (auch bei verschiedenen Dimmstufen verschiedener Leuchten einer Produktfamilie).
 
Tiergerechtheit
Auch unmerklich instabiles Licht belastet Augenmuskeln und Nervensystem von Tieren und stört die Verarbeitung von Sinnesreizen im Gehirn. Solche Stressoren können Verhaltensstörungen auslösen.
Ammoniakbeständigkeit
Simulierter Praxiseinsatz von ca. 10 Jahren unter Stallbedingungen. Die Prüfmuster werden für 1.500 Stunden in einer Klimakammer kontrollierten Bedingungen ausgesetzt:
  • Temperaturen bis zu 70 °C relative Luftfeuchtigkeit bis zu 70 %
  • Ammoniakkonzentration bis zu 750 ppm.
  • Die Prüfmuster werden dabei in einem sinnvollen Rhythmus ein- und ausgeschaltet.
 
Haltbarkeit
Die Leuchtsysteme müssen den besonderen Bedingungen ammoniak­haltiger Stallluft standhalten.
Reinigungsbeständigkeit
Keine Beschädigung oder Wassereintritt beim Bedüsen durch Hochdruckreiniger:
  • Bedüsung kritischer funktionaler Bereiche
  • Schrittweise Verringerung des Abstands zwischen Wasserdüse und Oberfläche des Prüfmusters bei konstanter Einwirkdauer.
  • Materialverträglichkeitsprüfung mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln
 
Strapazierfähigkeit
Die Leuchtsysteme müssen der Belastung eines regelmäßigen Einsatzes von Hochdruckreinigern mit teilweise aggressiven Reinigungs- und Desinfektionsmitteln widerstehen.

DLG-ANERKANNT: Modularer Prüfungsaufbau

Je nach Umfang der Prüfung wird das Prüfzeichen DLG-ANERKANNT in wertbestimmenden Einzelkriterien oder für eine Gesamtprüfung vergeben. Das Prüfzeichen ist ab dem Vergabedatum fünf Jahre gültig. Mit dem Prüfzeichen DLG-ANERKANNT und dem zugehörigen DLG-Prüfbericht erhalten Sie ein aussagekräftiges Expertenurteil und ein starkes Instrument für Ihren Marketing-Mix. 80 % der Landwirte betrachten Prüfzeichen als relevante Entscheidungshilfe bei Investitionen. Damit verbunden ist ein umfangreiches Angebot an Cross-Media-Leistungen für Ihren Erfolg bei Vertriebspartnern und Kunden.

Gesetzliche und normative Anforderungen

Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verlangt, dass eine ausreichende Beleuchtung zur Beobachtung und Kontrolle der Tiere jederzeit möglich sein muss. Die tägliche Beleuchtungsintensität und Beleuchtungsdauer muss dabei den Bedürfnissen der Art entsprechen. Da der Stall ebenfalls als Arbeitsplatz für den Menschen dient, gelten außerdem die Technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR 3.4 aus der Arbeitsstättenverordnung.

 

DLG-Merkblätter zur Beleuchtung in der Tierhaltung

DLG-Merkblatt 415

Rinder benötigen Licht zur Orientierung in ihrer Umgebung und zur Erfassung ihres Umfelds sowie zur Erkennung ihrer Artgenossen und des Landwirts. Aber nicht nur beim Sehen und Orientieren spielt Licht eine wichtige Rolle.

DLG-Merkblatt 420

Licht beeinflusst das Schwein über zwei biologische Mechanismen. Die visuelle Wahrnehmung und die Lichtwirkung auf die Physiologie der Tiere. Beide Aspekte haben Einfluss auf das Wohlbefinden und die Produktionsleistung des Tieres.

DLG-Merkblatt 438

Licht, das heißt die sichtbare elektromagnetische Strahlung, spielt in der Geflügelhaltung eine zentrale Rolle.An die Beleuchtungstechnik in Geflügelställen werden unterschiedliche Ansprüche gestellt.

Kontakt

Susanne Gäckler   • Tel.: +49(0)69 / 24 788-638 • S.Gaeckler@DLG.org