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Thomas Wehner: Neuer DLG-Bereichsleiter Forst

Über Kurzweiligkeit zu sprechen, ist in der heutigen Zeit ja fast schon ein Schmunzeln wert, aber ich tue es dennoch. Nicht weil die von vielen beschworene „Zeitenwende“ – auf welchem Gebiet auch immer – spürbarer denn je ist. Selten habe ich in meiner beruflichen Laufbahn solche Dynamik in der Forst- und Landwirtschaft erfahren dürfen. Die Herausforderungen für Waldbesitzer, Dienstleister und die gesamte Wertschöpfungskette sind sportlich und es bleibt eben „kurzweilig“.

Auch für mich, der ich seit dem 1. November 2023 die Bereichsleitung Forst bei der DLG verantworte, hat sich eine spannende „kurzweilige“ Aufgabe aufgetan, die ich annehmen darf und das freut mich sehr. Als Bereichsleiter Forstwirtschaft werde ich auch die Projektleitung der DLG-Waldtage übernehmen und auch für alle Ausstellungen und Messen der DLG Ansprechpartner zu forstlichen Inhalten sein. Die Herausforderung, forstliche Themen, Projekte und Netzwerke weiter zu intensivieren und zu entwickeln sowie im Umfeld der DLG forstliche Fragestellungen zu betreuen, sehe ich als wichtigen Bereich der Tätigkeit bei der DLG an.

Aufgrund der gegebenen Strukturen und Zielgruppen der DLG zeigt sich der zukünftig hohe Stellenwert der DLG-Waldtage, den es weiter auszubauen gilt. Dieses Messeprofil für die Forstbranche weiterzuentwickeln, ist wichtiges Ziel mit hoher Priorität und das gilt es zu forcieren. Kommunikationsmagnet, Netzwerkzentrum, Innovationspool, Business-Spot, aber auch Branchenspiegel für die Bürger und Treffpunkt der Verbände und Interessen – das können die DLG-Waldtage bieten und werden auch zukünftig mit hoher Aktualität diesem Plattformgedanken entsprechen.

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass klassische Messestrukturen mehr und mehr Veränderungen unterliegen. Dabei geht es nicht ausschließlich darum, digitale oder hybride Formate zu entwickeln. Aber geben wir zu: Die digitale Welt und damit Social Media sind gesetzt und werden getragen von einem scheinbar unendlich hohen Potenzial ökonomischer Vorteile und Kennzahlen. Das Leben des Menschen scheint fast nur noch aus Bild- und Textbeiträgen zu bestehen, denen er aber kaum mehr als eine maximale Aufmerksamkeitsspanne von neun Sekunden widmen kann.

Wir sind uns einig, dass der Mensch das Miteinander sucht und die „Haptik“ braucht. Alle Sinne wollen angesprochen werden. Und da stehen wir nun, wir Messeverantwortlichen, und müssen darüber nachdenken, wie das Messeprofil der kommenden Jahre aussieht und wo wir uns – Kunden, Besucher, Veranstalter – zwischen neun Sekunden und unseren fünf Sinnen finden? Brauchen wir die neun Sekunden, um uns für einen Tag auf den DLG-Waldtagen zu entscheiden oder reizt uns die Aussicht auf das Echte, Fassbare, Persönliche, um uns mit Auto, Bahn oder Fahrrad auf den Weg zu einem tollen Markterlebnis zu machen?

Zugegeben, diese Fragestellung werden wir nicht alleine lösen. Vieles wird uns von außen beeinflussen, anderes erkennen wir vielleicht selbst. Die Weiterentwicklung wird aber im Wesentlichen kommen, weil wir im Gespräch bleiben. Weil wir die Zeit nutzen werden, mit Partnern, Kunden und Freunden über das richtige Profil nachzudenken. Strategische Kooperationen gehören da ebenso dazu. Sie können ein ausgeprägtes und qualifiziertes Veranstaltungsprofil für die Forst- und Holzbranche schärfen und damit das Netzwerk der DLG-Waldtage stabil gestalten und die Messe als Pflichttermin verankern.

Dass dazu auch eine gewisse pragmatische Ader gehört, ist durchaus zielführend. Eine handwerkliche und akademische Ausbildung verbindet bis heute meinen Werd(t)egang und beides hat mich geprägt. In dieser Kombination habe ich mir in den forstlichen Arbeitsverfahren, der Technikfolgenabschätzung, der Forsttechnik, dem Vertrieb und Marketing sowie im forstlichen Messe- und Veranstaltungsbereich meine „Sporen verdient“. Die Arbeit und das Engagement für die Forstwirtschaft und die Neugier auf Neues sind hier immer zentraler Punkt geblieben.

Ich freue mich auf die kommende, spannende und sicher kurzweilige Aufgabe bei der DLG und innerhalb unseres Netzwerks. Ich wünsche Ihnen und mir eine gute, kreative und erfüllte Zeit.

Mit den besten Grüßen!

Ihr Thomas Wehner

Kurzvita

Thomas Wehner, geboren 1964, studierte Forstwissenschaften an der Universität Freiburg. Nach Tätigkeiten in der baden-württembergischen Forstverwaltung und dem Forstmaschinenhersteller HSM war er beim Kuratorium für Waldarbeit & Forsttechnik e. V. (KWF) in Groß-Umstadt als Ressortleiter „Information & Marketing“ beschäftigt und war unter anderem für Veranstaltungen wie die KWF-Tagung und die KWF-Thementage verantwortlich. Zuletzt war er als Vertriebsleiter bei der Komatsu Forest GmbH tätig.