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Gemeinsam für den Wald

Am Vorabend der Grünen Woche in Berlin veranstalten „Die Waldeigentümer – AGDW“ alljährlich einen traditionellen Netzwerkabend, bei dem sich viele forstlich Engagierte aus dem Cluster Forst und Holz zum Austausch zusammenfinden.

Jedes Jahr steht ein anderes Bundesland im Mittelpunkt des Empfangs und sorgt für den länderspezifischen, regionalen Charakter der Veranstaltung. 2024 wurde der AGDW-Empfang vom Waldbesitzerverband für Thüringen mit ausgerichtet, der u. a. vom Landesministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie von ThüringenForst unterstützt wurde, die sich auch auf einer Sonderfläche präsentierten.

AGDW-Präsident Prof. Andreas Bitter und Matthias Pfannstiel, Präsident des Waldbesitzerverband für Thüringen, eröffneten gemeinsam mit Susanna Karawanskij, Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, die Veranstaltung vor rund 1.200 Gästen. Namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden, darunter NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und über 100 Abgeordnete, Minister sowie Staatssekretäre auf Europa-, Bundes- und Länderebene, zeigten die Bedeutung dieses Abends.

Auch die DLG war wieder traditionell Sponsor des Empfangs der Waldeigentümer und war mit einem Stand vertreten. Ausschussvorsitzender Dr. Gerrit Bub, sein Stellvertreter Bernhard Breitsameder und andere Mitglieder des DLG-Forstausschusses brachten sich ein.

Die Rückmeldungen zur DLG waren sehr positiv. Ihr Engagement im Forstbereich wird stark wahrgenommen, wo sie sich als konstruktiver Gesprächs- und Fachpartner mit einem interessanten forstlich- und landwirtschaftlichen Netzwerk zeigt. 

An diesem Abend wurden auch kontroverse Themen angesprochen. So nannte Prof. Bitter u. a. die Diskussion um die von der Regierung geplante Novellierung des Bundeswaldgesetzes, ebenso die zunehmende Belastung der Waldeigentümer durch weitreichende Regulierungen. Vor allem die anstehende Umsetzung der EU-Verordnung zu entwaldungsfreien Lieferketten drohe zu einem „Bürokratieproblem“ zu werden, so Bitter. Der Präsident des Thüringer Waldbesitzerverbandes kritisierte ebenfalls die zunehmende Überregulierung der Forstwirtschaft und betonte, dass dadurch u. a. dringend nötige Wiederaufforstung und die damit verbundene Realisierung eines zukunftsfähigen Mischwaldes nicht machbar sein dürften.

Zu später Stunde begrüßten beide Präsidenten Bundesminister Cem Özdemir, der in seinem Grußwort versprach, Kritik und Einwände der Waldbesitzer zu prüfen: „Ich sage Ihnen zu, dass wir im Gespräch gute Lösungen finden werden.“ Und er ergänzte: „Die Waldeigentümer hüten einen Schatz, der für unsere Zukunft auf diesem Planeten ganz entscheidend ist. Was immer getan werden kann, um diesen Schatz zu schützen, werden wir tun.“

Es bleibt also spannend. Der Empfang der Waldeigentümer 2024 hat deutlich gezeigt, dass der Wunsch und Wille zum konstruktiven Austausch in der Forstwirtschaft ungebrochen sind. Die DLG zeigt mit ihrem Engagement, dass sie Teil dieser Gespräche und des fachlichen Austausches sein will.