DLG e.V. - „In der Biodiversität haben wir Nachholbedarf“

„In der Biodiversität haben wir Nachholbedarf“

Ulrich Westrup ist DLG-Vorstand und Vorsitzender des Fachzentrums Landwirtschaft. Während der diesjährigen DLG-Unternehmertage (5. und 6. September 2017, Würzburg) leitet Westrup die Diskussion zu den einzelnen Arbeitskreisen. Ulrich Westrup kennt als Milchviehhalter in Bissendorf, Niedersachsen, die Herausforderungen der Praxis.

Wer Weichen stellt, muss wissen, wohin die Reise gehen soll: In welche Richtung nimmt die Landwirtschaft Fahrt auf?

Ulrich Westrup: Die Reise beginnt mit mehr gegenseitigem Respekt. Wir Landwirte müssen erkennen, dass wir in manchen Fragen eine gesellschaftliche Bringschuld haben. Und die Agrarpolitik, samt den Medien, sollten erkennen, dass wir Landwirte dazu bereit sind. Gerade für junge Landwirte war es während der jüngsten Zeit nicht einfach. Zu einer schwierigen Marktsituation für viele Agrarprodukte kam eine, auch seitens der Politik geförderte Stimmung, mit der die Landwirtschaft komplett in Frage gestellt wurde. Das geht nicht.

Was schlagen Sie vor?

Westrup: Innerhalb der Landwirtschaft muss klarwerden, dass Veränderungen notwendig sind. Das setzt Bereitschaft für Neues voraus. Dazu wiederum ist Wissen notwendig. All das bündeln die DLG-Unternehmertage, und ich freue mich sehr auf die Referenten und diskussionsfreudige Teilnehmer. Die Ergebnisse gilt es der Branche und der Gesellschaft zu vermitteln.

Sie sprechen von „notwendigen Veränderungen“: Nennen Sie bitte Beispiele, auch aus Ihrer Erfahrung als Praktiker.

Westrup: In der Biodiversität haben wir Nachholbedarf. Über relativ lange Zeiträume nachvollziehbare Indices zeigen, dass etwas nicht richtig läuft. Ein anderer wesentlicher Punkt sind Nährstoffbilanzen. Durch die Dünge-Verordnung gibt es jetzt klare gesetzliche Regelungen. Mit moderner Technologie und professionellem Management lassen sich diese in die Praxis umsetzen. Das Zuchtziel Tiergesundheit stärker zu betonen, halte ich persönlich als Milcherzeuger für sehr wichtig. Das ist praktiziertes Tierwohl. Das gilt ebenfalls für genetische Hornlosigkeit von Rindern. Zusätzlich lässt sich so die Verletzungsgefahr für Menschen und Nutztiere, im wörtlichen Sinne spürbar, verringern. 

Bei Interesse finden Sie hier weitere Informationen: DLG Unternehmertage 2017