DLG e.V. - Rückstände von Medikamenten/Antibiotika in tierischen Produkten (DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016)

Fehlende Indikatoren DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016

Rückstände von Medikamenten/Antibiotika in tierischen Produkten

Dieser Indikator würde Rückschlüsse auf die Haltung und das Management in den Betrieben sowie auf die Produktqualität zulassen. Derzeit sind hierzu keine aussagekräftigen Datenreihen verfügbar. Die Erhebung zu dieser Thematik startete 2012 unter der Federführung der QS (Qualität und Sicherheit GmbH), die eine zentrale Antibiotikadatenbank VetProof eingerichtet hat. Alle Betriebe, die sich dem QS-System angeschlossen haben, sind zur Teilnahme verpflichtet. Das Antibiotikamonitoring wird zurzeit für die Schweine- und Geflügelproduktion durchgeführt. Es wird davon ausgegangen, dass in fünf Jahren erste aussagekräftige Datenreihen zur Verfügung stehen.

Am 1.7.2015 startete die Antibiotikadatenbank (TAM) des Bundes. Diese wurde mit der HIT-Datenbank verknüpft, welche bislang ausschließlich für die Meldungen von Bestandsveränderungen
(Zu- und Abgänge, Geburten) von landwirtschaftlichen Betrieben genutzt wurde. Seit 2014 sind Betriebe, die Rinder, Schweine, Hühner und Puten zur Mast halten gesetzlich dazu verpflichtet ihre betriebliche Therapiehäufigkeit, d. h. ihren Medikamenteneinsatz, an die TAM-Datenbank zu melden. Die Therapiehäufigkeit (TH) ist definiert als die Anzahl der Tage im Halbjahr, an denen ein Tier dieser Nutzungsart im Betrieb im Durchschnitt mit antibiotischen Wirkstoffen behandelt wurde (AMG § 58c). Bislang wurden die Ergebnisse für zwei Halbjahre vorgestellt. Dabei ist die TH im Geflügelbereich verhältnismäßig zu den anderen Tierarten am höchsten (Bundesanzeiger, 2015).

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