DLG e.V. - Test PUR-HOCL

PUR-HOCL

Beurteilung – kurz gefasst

Das Desinfektionsmittel PUR-HOCL wurde hinsichtlich seiner Verwendung in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung geprüft. Im Einzelnen wurden die Materialverträglichkeit gegenüber in der Lebensmittelverarbeitung häufig verwendeten Materialien, die mikrobiologische Wirksamkeit gegenüber der nativen Keimflora sowie ausgewählten Testkeimen und das Auftreten von Chlor-Rückständen jeweils exemplarisch an Kopfsalat unter­sucht.

Die Prüfung der Materialverträglichkeit erfolgten im Testzentrum Technik und Betriebsmittel der DLG e.V., die Prüfungen der mikrobiologischen Wirksamkeit und Rückstandsanalytik wurden in kompetenten Laboren im Unterauftrag durchgeführt.

Eine Übersicht der Untersuchungsergebnisse ist in Tabelle 1 dargestellt. Die Ergebnisse der Materialprüfung zeigen eine gute Materialverträglichkeit gegenüber den verwendeten Materialien trotz der hohen angewendeten Wirkstoff­konzentrationen. Bei einer Wirkstoffkonzentration von 2.000 ppm bzw. 1.000 ppm erwies sich PUR-HOCL als nicht korrosiv. In der Mikrobizidieprüfung wurde eine gute desinfizierende Wirksamkeit bei einer Wirk­stoffkonzentration von 1.000 ppm nach 10 min. Einwirkzeit und einer Anwendungstemperatur von 10 °C gegenüber den Testkeimen Eschericha coli und Enterococcus faecalis nachgewiesen. In der Rückstandsanalytik wurde festgestellt, dass bei einer Wirkstoffkonzentration von 1.000 ppm 6 Stunden nach der Anwendung kein freies Chlor mehr nachzuweisen war. Der Gehalt an Chlorid war über die gesamte Untersuchungszeit konstant und insgesamt auf sehr niedrigem Niveau.

Zum vollständigen Anzeigen Tabelle nach rechts scrollen!

Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse für PUR-HOCL (Zusammenfassung)

Materialprüfung
Wirkstoffkonzentration Material Beurteilung
2.000 ppm Polyethylen (PE) nicht korrosiv
Polyamid (PA) nicht korrosiv
Polyurethan (PUR) nicht korrosiv
Silikon-Kautschuk (SI) nicht korrosiv
Chrom-Nickel-Stahl nicht korrosiv
Chrom-Nickel-Stahl mit Schweißnaht nicht korrosiv
1.000 ppm Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) nicht korrosiv
Mikrobiologische Prüfung
Wirkstoffkonzentration Keime Einwirkzeit Keimreduzierung
1.000 ppm Gesamtkeimzahl 1 min 99,45 %
10 min 99,45 %
Escherichia coli 1 min 99,86 %
10 min > 99,97 %
Enterococcus faecalis 1 min 99,86 %
10 min > 99,97 %
Rückstandsanalytik
Wirkstoffkonzentration Zeit nach Anwendung Chlorid [mg/l] freies Chlor [mg/l]
1.000 ppm 1 min 1,11 4,78
30 min 1,09 1,94
6 h nicht nachweisbar
9 h nicht nachweisbar
12 h nicht nachweisbar
24 h 1,20 nicht nachweisbar
500 ppm 1 min 0,63 2,29
30 min 0,52 0,99
24 h 0,71 nicht nachweisbar

Das Produkt

PUR-HOCL ist ein Desinfektionsmittel auf der Basis von Hypo­chloriger Säure (HOCL), unterscheidet sich jedoch aufgrund des besonderen Herstellungsverfahrens von vielen anderen kommerziell erhältlichen Produkten auf Basis des gleichen Wirkstoffs, da bei diesem Produkt das HOCL rein und stabil zur Verfügung gestellt wird.

Unabhängig von der Art der Herstellung beruht der zugrundeliegende desinfizierende Wirkmechanismus der Anwendung von Chlor (Cl) in Verbindung mit Wasser, auf der Bildung von hochreaktiven Chlorradi­kalen, d.  h. elementarem Chlor in der hochreaktiven Form von Einzel­atomen (auch „freies Chlor“ genannt), sowie einer starken Oxidationswirkung, die letztlich zur umgangssprachlichen Bezeichnung „Chlorbleichlauge“ für Hypo­chlorige Säure bzw. ihre Salze (Hypo­chlorite) geführt hat.

Ein entsprechender, geringer freier Chlorgehalt kann beispielsweise über die Einleitung von Chlorgas in Wasser erreicht werden. Aufgrund der Gefährlichkeit von Chlorgas ist ein relativ hoher apparativer Aufwand nötig, gleichzeitig sind die erreichten Lösungen mit max. ca. 600 ppm freiem Chlor weder sonderlich hoch konzentriert, noch ausreichend stabil für eine Lagerung. Eine Chloreinleitung ist somit in der Regel nur am direkten Verwendungsort größerer Wassermengen sinnvoll. Sicherer in der Handhabung, jedoch verbunden mit erheblich höheren Chemikalienkosten ist eine Chlorung über die Zugabe gelöster oder fester Salze der ­Hypo­chlorigen Säure wie Natrium- oder Calciumhypo­chlorit u. a. möglich. Das eigentlich reaktive Element im oxidativen Wirkprinzip ist sowohl bei der Säure als auch bei ihren Salzen das Anion OCl-.

Auch eine Chlorung über Hypo­chlorite hat den Nachteil relativ geringer erreichbarer Wirkstoffkonzentrationen. Hinzu kommt, dass die Hypo­chlorige Säure (HOCL) über eine Disproportionierungs­reaktion zerfällt. Die Zerfallsreaktion laut Lehrbuch (siehe Bild 2) zu Chlor­säure (HClO3) und Salzsäure (HCl) findet dabei praktisch ausschließlich im alkalischen Milieu statt.

Diese deutlich stärkeren Säuren müssen gegebenenfalls, z. B. durch Laugenzugabe, neutralisiert werden. Insgesamt steigt der Chloridgehalt des verwendungsfähigen Wassers jedoch an. Da PUR-HOCL nicht alkalisiert werden muss, erfolgt die Zersetzung der Hypo­chlorigen Säure weitestgehend zu Salzsäure (HCl) und Sauerstoff (O2).

Trichlorisocyanursäuretabletten für die Langzeitchlorung von Trinkwasser benötigen diese Alkalisierung nicht. Sie zerfallen zu Hypo­chloriger Säure und anderen technisch notwendigen Hilfs- und Füllstoffen. Die Hypo­chlorige Säure selber ist, im Gegensatz zu anderen Chlorelementen, nicht toxisch und nicht als Gefahrstoff eingestuft.

Für die Produktion von PUR-HOCL wird der Wirkstoff HOCL in einem speziellen technischen Verfahren direkt in später verwendeten Konzentrationen durch Einleitung von Chlor in Wasser und Auflösen von festem Hypo­chlorit hergestellt. So ist es möglich, eine reine und absolut stabile HOCL-Lösung ohne die bisherigen Nachteile anderer Produktionsverfahren zu fertigen.

Reine Hypo­chlorige Säure selbst kommt im Körper des Menschen vor und wird vom Immunsystem zum Neu­tralisieren von Krankheitserregern in speziellen weißen Blutkörperchen, den Granulozyten genutzt. Bei der Phagozytose, d. h. dem „Fressen“ von Keimen durch weiße Blutkörperchen, wird der sog. „Oxidative Burst“ ausgelöst. Dieser Begriff bezeichnet eine weithin bekannte und beschriebene, schlagartige Freisetzung reak­tiver Sauerstoffspezies (sog. Sauerstoffradikale) z. B. aus Wasserstoffperoxid. In der Folge werden diese durch das Enzym Myeloperoxidase mit Chloridionen kombiniert. So entsteht elementares Chlor (Cl2), das unter physiologischen Bedingungen sofort zu Hypo­chloriger Säure (HOCL) weiterreagiert. Diese wiederum kann mit einer Vielzahl oxidierbarer Biomoleküle reagieren und so Krankheitserreger abtöten.

Einige Vorteile

Aufgrund des Herstellungsverfahrens ist PUR-HOCL unter Einhaltung der empfohlenen Lagerbedingungen bis zu 2 Jahren stabil. Gleichzeitig ermöglicht das Verfahren einen Wirkstoffgehalt von bis zu 16.000 ppm und mehr. Zudem zeichnet sich das Produkt durch einen sehr geringen Gehalt an Chlorid aus.

Zulassung zur Verwendung

Zur Desinfektion von unter anderem Produktionsanlagen und Wasser ist PUR-HOCL nach der Biozid-Meldeverordnung in Deutschland registriert (N-70787, Klasse: PT 2, 3, 4, 5, 11).

Für den Einsatz als Lebensmittelzusatzstoff in Verbindung mit Lebensmitteln tierischen Ursprungs, gilt das grundsätzliche Verbot mit Erlaubnisvorbehalt, d. h. ohne ausdrückliche Zulassung eines Produkts im Rahmen eines aufwändigen Zulassungsverfahrens ist eine Verwendung verboten. Der Einsatz von PUR-HOCL in diesem Bereich ist denkbar, aber im Moment aus o. g. Rechtsgründen unzulässig.

Die Verwendung mit HOCL gechlorten Waschwassers für pflanzliche Lebensmittel, die weiter verarbeitet werden, kann aus technologischen Gründen sinnvoll sein, zum Beispiel wenn so eine Verlängerung eines bisher kurzen Mindesthaltbarkeitsdatums erreicht werden kann. Dies wäre ein nach Rechtsgutachten zulässiger Einsatz als Verarbeitungshilfsstoff, falls auf dem Lebensmittel nach einiger Zeit keine Rückstände mehr nachweisbar wären. Dieses ist bei PUR-HOCL gegeben und soll im Rahmen dieser Prüfung nochmals bestätigt werden. Hypo­chlorite als Salze der Hypo­chlorigen Säure sind bereits vielfältig als Verarbeitungshilfsstoffe in der Lebensmittelindustrie im Einsatz. Wie bereits erwähnt, beruht das zugrunde liegende Wirkprinzip unabhängig vom Kation auf dem Anion OCl-, das in Lösung sowohl aus der Säure, als auch aus den Salzen entsteht.

Bild 3: PUR-HOCL ist in verschiedenen Gebinden erhältlich

Die Methode

Zur Prüfung der keimreduzierenden bzw. desinfizierenden Wirkung von PUR-HOCL wurde der mikrobizide Effekt auf den Gesamtkeimbesatz von nativen, d. h. unbehandelten sowie gezielt kontaminierten Kopfsalat­blättern bestimmt.

Zur Untersuchung wurden die Salatblätter jeweils zerkleinert, in Lösung verdünnt und anschließend die ­Gesamtzahl aerober, mesophiler Bakterien (Gesamtkeimzahl) sowie selektiv die Gehalte der Lösung an den typischen Darmbakterienarten Escherichia coli und Enterococcus faecalis über einen quantitativen Kultur­versuch als koloniebildende Einheiten (cfu), d. h. lebensfähige Bakterien pro Gramm Blattmaterial bestimmt.

Im ersten Schritt erfolgte die Bestimmung bei nativen Salatblättern, im zweiten Schritt der Mikrobizidieprüfung wurde der Salat zusätzlich mit Teststämmen von Escherichia coli und Enterococcus faecalis kontaminiert.

Die Gehalte nach Kontamination lagen bei 7,1 x 105 cfu/g Escherichia coli und 7,4 x 105 cfu/g Enterococcus faecalis (Tabelle 3).

Zur Prüfung der mikrobiziden Wirkung wurden Salatblätter verschiedenen Behandlungen mit PUR-HOCL unterzogen. Dabei wurden die Wirkstoffkonzentration von 200 ppm, 500 ppm und 1.000 ppm mit Einwirkzeiten von 1 Minute und 10 Minuten kombiniert.

Für die Rückstandsanalytik wurden Blätter Kopfsalat verschiedenen Behandlungen unterzogen. Die Blätter hatten eine Größe von ca. 5 cm x 5 cm und ein Gewicht von 12 g bis 15 g. Zunächst wurden Blätter jeweils 1 Minute in Reinstwasser oder PUR-HOCL-Lösungen mit 500 ppm bzw. 1.000 ppm Wirkstoffgehalt getaucht. Für jede der drei Tauchvarianten wurden im Anschluss jeweils Salatblätter für 1 Minute, 30 Minuten und 24 Stunden in einer PE-Verpackung bei 10 °C gelagert.

Ergänzend wurden in einem weiteren Versuch Salatblätter in einer PUR-HOCL-Lösung mit 1.000 ppm Wirkstoffgehalt für 1 Minute getaucht und anschließend jeweils eine Charge für 6 Stunden, 9 Stunden und 12 Stunden in einer PE-Verpackung bei 10 °C gelagert.

Nach der vorgegebenen Lagerdauer wurden die Salatblätter mit jeweils 150 ml Reinstwasser gewaschen und anschließend der Gehalt an freiem Chlor und Chlorid in der Waschlösung bestimmt.

Die Prüfungen der Materialverträglichkeit erfolgten in Wechseltauchversuchen über 365 Zyklen (Bilder 4 und 5). Die Anzahl der Zyklen simuliert eine tägliche Anwendung über 1 Jahr.

Ein Zyklus umfasste dabei ein zehnminütiges Tauchen des zu prüfenden Materials in einer Prüflösung und ein fünfzigminütiges Lufttrocknen bei 20 °C. Um die Effekte einer Reinigungs- und Desinfektionslösung auf ein zu prüfendes Material erkennen zu können, werden als Nullstandard dieselben Materialien in Wasser von Trinkwasserqualität für ebenfalls 365 Zyklen getaucht und getrocknet.

Für die Materialverträglichkeitsprüfung wurden Prüfkörper aus den Kunststoffen Polyethylen, Polyamid, Poly­urethan, aus Kautschuk auf Silikon- und Acrylnitril-Butadien-Basis sowie solche aus Chrom-Nickel-Stahl mit und ohne Schweißnaht ausgewählt. Dies entspricht den typischen Materialien, die beispielsweise als Dichtungen, Oberflächen und im Arbeitsschutz (Handschuhe) häufig eingesetzt werden.

Bei den Tauchversuchen wurde eine PUR-HOCL-Lösung mit einer Wirkstoffkonzentration von 2.000 ppm Hypo­chloriger Säure verwendet. Dies entsprach einer Verdopplung der in den Mikrobizieprüfungen eingesetzten Höchstkonzentration des Wirkstoffs.

Bild 5: Die Materialproben durchlaufen 365 Tauchzyklen

Die Testergebnisse im Detail

Mikrobizidieprüfung an nativem Kopfsalat

Die Gehalte an Kolibakterien und Enterokokken waren nativ mit Werten von unter 2,0 x 102 cfu/g so gering, dass ein mikrobizider Effekt von PUR-HOCL auf diese speziellen Bakterien nicht messbar war. Daher wurde die mikrobizide Wirkung, wie in der nachfolgenden Tabelle 3 dargestellt, über die Reduktion der Gesamtkeimzahl nachgewiesen. Die Ergebnisse zeigen, dass bei einer Wirkstoffkonzentration von 1.000 ppm sowohl bei einer Einwirkzeit von 1 Minute wie auch von 10 Minuten jeweils eine Keimreduzierung von 2 log-Stufen erreicht wurde. Eine desinfizierende Wirkung konnte damit nicht nachgewiesen werden, jedoch eine hygienisierende Wirkung.

Mikrobizidieprüfung an kontaminiertem Kopfsalat

Die in Tabelle 3 dargestellten Ergebnisse zeigen, dass bei einer Wirkstoffkonzentration von 1.000 ppm und einer Einwirkzeit von 10 Minuten eine Keimreduzierung von > 3 log-Stufen, bis zur methodischen Nachweisgrenze, erreicht wurde. Damit konnte eine desinfizierende Wirkung nachgewiesen werden.

Rückstandsanalytik

Die Ergebnisse der Untersuchungen auf Rückstände an freiem Chlor und Chlorid in der Waschlösung nach vorgegebener Lagerdauer sind in nachfolgender Tabelle 4 zusammengefasst. Die Untersuchungen zeigen, dass 6 Stunden nach Waschung in einer PUR-HOCL-Lösung mit 1.000 ppm Wirkstoffgehalt bei einer Lagertemperatur von 10 °C kein freies Chlor mehr nachzuweisen war. Aufgrund der Gehalte im Zeitverlauf kann vermutet werden, dass die Nachweisgrenze schon deutlich früher als nach 6 h erreicht wird. Dies ist zu prüfen.
Der Gehalt an Chlorid lag bei 1,2 mg/l bis 0,52 mg/l und war innerhalb einer Behandlungsvariante (500 ppm, 1.000 ppm) über den Beobachtungszeitraum konstant. Insgesamt lag das Niveau sehr niedrig. Bezogen auf die Masse des gewaschenen Salats errechnet sich ein Chloridgehalt von ca. 10 mg/kg Salat. Im Vergleich dazu liegt der Grenzwert für Chlorid im Trinkwasser aktuell (TrinkwV 2001 in der Fassung der Bekanntmachung vom 10. März 2016) bei 250 mg/l.

Materialverträglichkeitsprüfung

Die Ergebnisse der Materialverträglichkeitsprüfung sind in Tabelle 5 zusammengefasst. Trotz der sehr hohen Wirkstoffkonzentration von 2.000 ppm beeinflusst PUR-HOCL die Materialeigenschaften von Chrom-Nickel-Stahl mit und ohne Schweißnaht, Kunststoffen und Silikonkautschuk nicht. Bei Acrylnitril-Butadien-Kautschuk kommt es jedoch bei Verwendung einer Wirkstoffkombination von 2.000 ppm zu einer Versprödung des Materials. Die Prüfung wurde deshalb in einer weiteren Testreihe mit einer in der Praxis typischen Wirkstoffkonzentration von 1.000 ppm wiederholt (vgl. oben – Mikrobiozidie­prüfungen). In dieser Wiederholungsprüfung wurden die Anforderungen an Reißfestigkeit und Reißdehnung erfüllt. Bei der Anwendung von PUR-HOCL in einer praxisüblichen Wirkstoffkombination sind somit auch bei längerem, direktem Kontakt keine besonderen Auswirkungen auf die Beständigkeit von Acrylnitril-Buta­dien-Kautschuk zu erwarten.

Zum vollständigen Anzeigen Tabelle nach rechts scrollen!

Tabelle 2: Prüfung der mikrobiziden Wirkung an nativem Kopfsalat

Keime Zeit Wirkstoff-
konzentration
[ppm]
Keimzahl
/[cfu/g]
Keimreduzierung
[%]
Ausgangsmaterial (vor Behandlung)
Gesamtkeimzahl 0 min 0 2,9 x 105
Escherichia coli 0 min 0 < 2,0 x 102
Enterococcus faecalis 0 min 0 < 2,0 x 102
Testmaterial (nach Behandlung)
Gesamtkeimzahl 1 min 200 3,1 x 104 89,31
Gesamtkeimzahl 500 2,0 x 104 93,10
Gesamtkeimzahl 1.000 1,6 x 103 99,45
Gesamtkeimzahl  10 min  200 2,3 x 105 20,69
Gesamtkeimzahl 500 7,0 x 103 97,59
Gesamtkeimzahl 1.000 1,6 x 103 99,45

Zum vollständigen Anzeigen Tabelle nach rechts scrollen!

Tabelle 3: Prüfung der mikrobiziden Wirkung an beimpftem Kopfsalat

Keime Zeit Wirkstoff-
konzentration
[ppm]
Keimzahl
[cfu/g]
Keimreduzierung
Originalmaterial (nach Beimpfung, vor Behandlung)
Escherichia coli 0 min 0 7,1 x 105
Enterococcus faecalis 7,4 x 1055
Testmaterial (nach Behandlung)
Escherichia coli 1 min 200 4,2 x 1054 94,08
Enterococcus faecalis 4,5 x 1054 93,92
Escherichia coli 500 1,6 x 1054 97,75
Enterococcus faecalis 3,0 x 1054 95,95
Escherichia coli 1.000 1,0 x 1053 99,86
Enterococcus faecalis 1,3 x 1054 98,24
Escherichia coli  10 min  200 2,3 x 1054 96,76
Enterococcus faecalis 4,4 x 1054 94,05
Escherichia coli 500 3,8 x 1053 99,46
Enterococcus faecalis 2,1 x 1054 97,16
Escherichia coli 1.000 < 2,0 x 1052 >99,97
Enterococcus faecalis < 2,0 x 1052 > 99,97

Zum vollständigen Anzeigen Tabelle nach rechts scrollen!

Tabelle 4: Bestimmung der Rückstände an freiem Chlor und Chlorid an Kopfsalat

Anwendungslösung Zeit Wirkstoff-
konzentration
[ppm]
freies Chlor
[mg/l]
Chlorid
[mg/l]
Nullstandard [H2O] 0 min 0 < 0,03 < 0,5
PUR-HOCL PUR-HOCL 1.000 4,78 1,11
500 2,29 0,63
30 min 1.000 1,94 1,09
500 0,99 0,52
6 h 1.000 < 0,03
9 h 1.000 < 0,03
15 h 1.000 < 0,03
24 h 1.000 < 0,03 1,20
500 < 0,03 0,71

Zum vollständigen Anzeigen Tabelle nach rechts scrollen!

Tabelle 5: Ergebnisse der Materialverträglichkeitsprüfung Geprüftes Produkt: PUR-HOCL Prüfmethode: Wechseltauchversuch gegen Nullstandard mit H2O, 365 Zyklen (Zyklus: 10 min. tauchen in Lsg.; 50 min trocknen bei 20 °C) Prüfkonzentration: 1.000 ppm und 2.000 ppm Wirkstoffkonzentration

Prüfung Ergebnis Differenz [%] Anforderung
H20 PUR-HOCL Ist Soll
Materialverträglichkeit Kunststoffe
Polyethylen (PE)
Reißfestigkeit [N/mm²] 16,7 17,7 + 6,0 ≤ 20 erfüllt erfüllt
Reißdehnung [mm] 165,3 179,6 + 8,7 ≤ 20 erfüllt
Polyamid (PA)
Reißfestigkeit [N/mm²] 67,2 74,9 + 11,5 ≤ 20 erfüllt
Reißdehnung [mm] 97,4 114,9 + 18,0 ≤ 20 erfüllt
Polyurethan (PUR)
Reißfestigkeit [N/mm²] 56,1 56,1 + 0,0 ≤ 20 erfüllt
Reißdehnung [mm] 323,6 324,0 + 0,1 ≤ 20 erfüllt
Materialverträglichkeit Kautschuk
Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR) – 1.000 ppm
Reißfestigkeit [N/mm²] 9,63 7,84 - 18,6 ≤ 20 erfüllt
Reißdehnung [mm] 95,08 76,02 - 20,0 ≤ 20 erfüllt
Silikon-Kautschuk (SI)
Reißfestigkeit [N/mm²] 9,4 9,9 + 5,3 ≤ 20 erfüllt
Reißdehnung [mm] 154,0 154,5 + 0,3 ≤ 20 erfüllt
Prüfung Ergebnis Differenz [%] Anforderung
H20 PUR-HOCL Ist Soll
Materialverträglichkeit Metall
Chrom-Nickel-Stahl
Masseverlust [g/(m²x24h)] 0,001 0,025 0,024 ≤ 0,2 erfüllt
Lochfraß nein nein nein erfüllt
Chrom-Nickel-Stahl mit Schweißnaht
Masseverlust [g/(m²x24h)] 0,018 0,032 0,014 ≤ 0,2 erfüllt
Lochfraß nein nein nein erfüllt

Ergänzend dazu wurde das Produkt in anwendungsfertigen Lösungen mit verschiedenen Wirkstoff­ konzentrationen im Labor auf seinen Gehalt an Chloraten untersucht. Dabei konnten in keiner der durchgeführ- ten Untersuchungen Chlorat nachgewiesen werden (Tabelle 6).

Tabelle 6: Messung der Gehalte an Chlorat in PUR-HOCL verschiedener Wirkstoffkonzentrationen Ionenaustauschchromatographie (IC)

Wirkstoffkonzentration [ppm] Zeit nach Fertigstellung der Lösung Chlorat [mg/l]
250 10 min nicht nachweisbar
7 d nicht nachweisbar
1.000 10 min nicht nachweisbar
7 d nicht nachweisbar
2.000 10 min nicht nachweisbar
7 d nicht nachweisbar
4.000 10 min nicht nachweisbar
7 d nicht nachweisbar
8.000 10 min nicht nachweisbar
7 d nicht nachweisbar

Zusammenfassung der Untersuchungen auf Gehalt an Chlorat in PUR-HOCL in den Wirkstoffkonzentrationen 250 ppm (a), 1.000 ppm (b), 2.000 ppm (c), 4.000 ppm (d) und 8.000 ppm (e), Nottingham Trent University, Nottingham, United Kingdom

Die Prüfungen der Anwesenheit von Chloraten erfolgten mittels Ionenaustauschchromatographie (IC). Nach Fertigstellung der Lösungen in den Anwendungskonzentrationen 250 ppm, 1.000 ppm, 2.000 ppm, 4.000 ppm und 8.000 ppm und einer Verweildauer von 10 min. erfolgten die Messungen. Dabei traten jeweils nur die herstellungsbedingt erwarteten Peaks für Chloride und Phosphate auf.
Chlorate wurden in keiner der durchgeführten Untersuchungen festgestellt.

Die in der ersten Untersuchung verwendeten Lösungen wurden nach 7 Tagen Lagerzeit erneut mittels Ionenaustauschchromatographie (IC), untersucht. Wiederum traten nur die herstellungsbedingt erwarteten Peaks für Chloride und Phosphate auf.

Chlorate wurden auch in der Wiederholung nach 7 Tagen in keiner der durchgeführten Untersuchungen festgestellt.

Fazit

Das Desinfektionsmittel PUR-HOCL wurde in verschiedenen Prüfungen auf seine Eignung für den Einsatz in der Lebensmittelherstellung und -verarbeitung getestet. Die Prüfung der desinfizierenden Wirksamkeit zeigte in einem praxisnahen Versuch an Kopfsalat eine desinfizierende Wirkung gegenüber Escherichia coli und Enterococcus faecalis.

In der Rückstandsanalytik konnte ermittelt werden, dass bei Anwendung einer PUR-HOCL-Lösung mit 1.000 ppm Wirkstoffgehalt an Kopfsalat nach 6 Stunden kein freies Chlor mehr nachgewiesen werden konnte. Die Rückstände an Chlorid lagen weit unter den Grenzen für Trinkwasser. Die Prüfung der Materialverträglichkeit zeigt die gute Materialverträglichkeit des Produkts. In Summe konnte festgestellt werden, dass das Produkt grundsätzlich für den Einsatz in der Lebensmittel­herstellung und -verarbeitung geeignet ist. Der Rahmen der aktuellen und ggf. je nach Einsatzzweck gültigen gesetzlichen Vorgaben wie z. B. nötige Zulassungen ist jedoch zu beachten.

Das Desinfektionsmittel PUR­HOCL wurde mittels Ionenaustauschchromatographie (IC), auf Anwesenheit von Chloraten überprüft.

In den anwendungsfertigen Lösungen mit Wirkstoffkonzentrationen von 250 ppm, 1.000 ppm, 2.000 ppm, 4.000 ppm und 8.000 ppm waren sowohl nach 10 min. als auch nach 7 Tagen nach Fertigstellung der Lösungen keine Chlorate nachweisbar.

Kontakt

DLG e.V.
DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel
Max-Eyth-Weg 1
64823 Groß-Umstadt
Tel: +49(0)69/24 788-600
Fax: +49(0)69/24 788-690
E-Mail: tech(at)DLG.org

Druckversion/Download als PDF

Das Prüfzeichen DLG-QUALITÄTSSIEGEL für Betriebs- und Verbrauchsmittel erhalten Produkte, die einer umfassenden Prüfung in den wertbestimmenden und ausgelobten Eigenschaften unterzogen wurden.

Die geprüften Kriterien und die Anforderungen, die zu erfüllen sind, werden im unabhängigen Kommissionen festgelegt und orientieren sich – über die gesetzlichen Anforderungen hinaus – an der Zweckbestimmung des Produkts, den ausgelobten Eigenschaften und den Anforderungen aus der Praxis. Prüfinhalte und Anforderungen werden von den zuständigen Fachabteilungen der DLG e.V. und der  zuständigen Kommission in Anpassung an das geltende Recht sowie den technischen und wissenschaftlichen Fortschritt weiterentwickelt.

Die erfolgreiche Prüfung schließt mit der Vergabe des Prüfzeichens DLG-QUALITÄTSSIEGEL ab. Die ausgezeichneten Produkte werden veröffentlicht.

Hersteller und Anmelder

iHr-Medizingeräte & Vertrieb e.K., Inh. Armin Probst
Marie-Curie-Straße 5,
D-64823 Groß-Umstadt

Kontakt:
Telefon +49 6078 9176702,
Telefax +49 6078 9179949,
www.pur-hocl.eu,
kontakt(at)pur-hocl.eu

 

 

Prüfungsdurchführung

DLG e.V.,
Testzentrum Technik und Betriebsmittel,
Max-Eyth-Weg 1,
64823 Groß-Umstadt

DLG-Prüfrahmen
„Reinigungs- und Desinfektionsmittel
für den Lebensmittelbereich“, Stand 03/2016

Fachgebiet
Betriebsmittel

Projektleiter
Dr. Michael Eise

Prüfingenieur
Dr. Michael Eise *
Dr. rer. nat. Frank Volz

* Berichterstatter