DLG e.V. - Indikator 15: Produktionsanteile (DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016)

Bereich Ökonomie und Innovation DLG-Nachhaltigkeitsbericht 2016

Indikator 15: Produktionsanteile

Die Produktionsanteile Deutschlands an der EU-Produktion bzw. an der Weltproduktion sind für die einzelnen Agrarerzeugnisse ein wichtiger Indikator für deren Wettbewerbsfähigkeit. Deutsche Produkte stehen dabei sowohl auf Auslandsmärkten in Konkurrenz zum Angebot anderer Länder als auch bei offenen Handelsgrenzen auf dem heimischen Markt. Dabei hat die Marktintegration der deutschen Agrarwirtschaft gemessen am Grad der Offenheit eindeutig zugenommen (Abb. 15.3). Gründe für die steigende Wettbewerbsfähigkeit sind nicht nur der Abbau von Exporthemmnissen, sondern auch die hochwertige Qualität deutscher Agrarerzeugnisse. Wichtigste Exportwaren sind Veredlungserzeugnisse wie Milchprodukte und Fleischwaren. Durch einen monetären Rückgang der Einfuhren wie auch der Ausfuhren (Ernährungswirtschaft) im Jahr 2013 (132 Mrd. Euro) gegenüber 2012 (136 Mrd. Euro) bei einer im gleichen Zeitraum steigenden Bruttowertschöpfung der Land- und Ernährungswirtschaft ist es im Jahr 2013 zu einem Rückgang des Offenheitsgrades gekommen. Die wichtigsten Faktoren für den Export sind Qualität und Produktionssicherheit. Wenn dann die Produktionsanteile steigen, hat man den Konkurrenten in der Summe beider Märkte Anteile abgenommen und seine Wettbewerbsfähigkeit gesteigert. Voraussetzung für diese Schlussfolgerung ist allerdings, dass weder Exportsubventionen noch Importzölle die heimische Produktion künstlich anheben, sondern die Entwicklung aus eigener Kraft der Agrarwirtschaft erfolgt (vgl. Indikator 21). Da weltweit der Außenschutz für Agrarprodukte sukzessive abgebaut wird und inzwischen auch die EU weitgehend auf Exportsubventionen verzichtet, können Änderungen der Produktionsanteile erste Hinweise auf Wettbewerbsstärkung bzw. Wettbewerbsschwächung geben. Durch diese Öffnung der Märkte können die Entwicklungsländer der Welt profitieren. Der Abbau der Marktprotektionen der Industrienationen ermöglicht es Sektoren und Unternehmen aus Entwicklungsländern, Zugang zu neuen Märkten zu erhalten. Falls diese Unternehmen hier Marktanteile generieren können, steigen die Economics of Scale und ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum wäre die Folge. Zusätzlich erhalten Entwicklungsländer Zugang zu neuen Technologien, die die Produktivität erhöhen. Das Ergebnis ist eine höhere und effizientere Produktion in den Entwicklungsländern und somit ein Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit, von der auch die heimische Bevölkerung profitiert.

Für sechs ausgewählte Produkte lässt sich das in den Abbildungen 15.1 und 15.2 ablesen. Danach hat Deutschland seine Wettbewerbsposition innerhalb der EU für Milch, Schweinefleisch, Hähnchenfleisch und nach einem längeren Niedergang, bedingt durch die Abschaffung der Käfighaltung, zuletzt auch für Eier eindeutig verbessert. Bei Getreide ist die Position etwa gehalten worden. Eindeutiger Verlierer ist nach der Marktordnungsreform der Zucker mit einem deutlichen Rückgang der Wettbewerbsposition innerhalb der EU im Jahr 2013.

Bezogen auf die Position am Weltmarkt ist die Bilanz nicht ganz so positiv. Bei Schweinefleisch und Geflügelfleisch konnte die Position gehalten werden und bei Milch zumindest ab 2006. Getreide hat ebenfalls seine Wettbewerbsstellung behauptet. Bei Zucker sind bis 2006 eindeutig Anteile verloren gegangen, seitdem ist wieder ein Aufwärtstrend zu verzeichnen. Und schließlich erreichen die Eier seit 2010 wieder einen marginalen Zugewinn.

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