DLG e.V. - Test Gezogene Universaldrillmaschine Kuhn ESPRO 6000 R

Gezogene Universaldrillmaschine Kuhn ESPRO 6000 R Arbeitsqualität

Beurteilung – kurz gefasst

Die Universaldrillmaschine Kuhn ESPRO 6000R konnte während der Prüfung bei den im DLG-Prüfrahmen fest­gesetzten Prüfkriterien überzeugen. Aufgrund der erzielten Ergebnisse wird der Drillmaschine Kuhn ESPRO 6000 R das Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT“ Teilprüfung „Arbeitsqualität” 2016 verliehen.

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Tabelle 1: Ergebnisse des Labortests (Dosiergenauigkeit und Querverteilung)

Testkriterium Testergebnis
Dosiergenauigkeit bei Weizen Abweichung von Soll-Menge und Ist-Menge: sehr gering
Dosiergenauigkeit bei Gerste Abweichung von Soll-Menge und Ist-Menge: sehr gering
Dosiergenauigkeit bei Raps Abweichung von Soll-Menge und Ist-Menge: sehr gering
Querverteilung bei Weizen gut in der Ebene/gut bis zufriedenstellend in der Neigung
Querverteilung bei Gerste zufriedenstellend in der Ebene
Querverteilung bei Raps sehr gut in der Ebene

Tabelle 2: Ergebnisse der Feldtests mit Raps und Weizen (Dosiergenauigkeit, Feldaufgang, Pflanzenlängsverteilung, Tiefenablage bei Weizen)

Testkriterium Testergebnis
Dosiergenauigkeit bei der Rapsaussaat Abweichung von Soll-Menge zu Ist-Menge: sehr gering (1,1 %)
Feldaufgang – Raps gut (87 %) *
Pflanzenlängsverteilung – Raps sehr gut (Variationsfaktor: 0,7)
Dosiergenauigkeit bei der Weizenaussaat Abweichung von Soll-Menge zu Ist-Menge: sehr gering (2,2 %)
Feldaufgang – Weizen sehr gut (92 %)
Pflanzenlängsverteilung – Weizen gut (Variationsfaktor: 1,0)
Tiefenablage der Weizenkörner Soll: Ablagetiefe 3-4 cm
Ist: gemessene Ablagetiefe (mittels Hypokotyllänge): 1,8-4,1 cm
Mittelwert: 3,1 cm
Standardabweichung: 0,5 cm **

*    unter eher trockenen Aussaatbedingungen (Details siehe Seiten 8 und 9)
**    je kleiner die Standardabweichung, desto gleichmäßiger die Tiefenablage der Saatkörner

Das Produkt

Gezogene Universaldrillmaschine ESPRO 6000 R (Arbeitsbreite: 6 Meter)

Beschreibung und technische Daten

Die getestete Universaldrillmaschine Kuhn ESPRO 6000 R hat bei einer Arbeitsbreite von sechs Metern 40 Reihen. Der Saatgutbehälter hat ein Volumen von 3500 Litern. In der Grundausstattung besteht die Drill­maschine aus einer Kurzscheibenegge, einem Offset-Reifenpacker sowie aus einer pneumatischen Einheit zur Saatgutverteilung. Das Saatgut wird durch Scheibenschare im Boden abgelegt. Die Testmaschine verfügte zusätzlich über einen vor der Kurzscheibenegge positionierten Reifenpacker.

Die Anhängung der Drillmaschine an den Traktor erfolgt über die Unterlenker (Kat. III). Die hydraulischen Komponenten werden über das Load-Sensing-System des Traktors versorgt. Für das hydraulische Gebläse zur Saatgutverteilung ist eine extra Ölleitung vorhanden. Das dem DLG-Test unterzogene Sägerät wurde über ein ISOBUS-Terminal (CCI 200) bedient. Die Drille ist mit einer Druckluftbremse ausgestattet und somit für den 40 km/h-Straßentransport auch mit vollem Behälter zugelassen.

Zur Bodenbearbeitung ist die Universaldrillmaschine Kuhn ESPRO 6000 R mit einer Kurzscheibenegge ausgestattet. Die 48 Scheiben sind in zwei Reihen angeordnet. Jede Scheibe hat einen Durchmesser von 460 mm. Die konischen Hohlscheiben sind jeweils mit einem wartungsfreien 2-reihigen Schrägkugellager gelagert. Der Abstand von der ersten zur zweiten Scheibenreihe beträgt 680 mm. Der Scheibenabstand liegt bei 250 mm. Jeweils zwei Scheiben sind über einen Tragarm mit dem Rahmen verbunden. Zur Überlast­sicherung werden an jedem Tragarm vier Polyurethan Elastomer-Blöcke eingesetzt, die in einem speziellen Profil gelagert sind.

Der Bediener verstellt die Arbeitstiefe der Scheibenegge, indem er an zwei Hydraulikzylindern so genannte Distanzclips einlegt bzw. entfernt. Die beiden Hydraulikzylinder befinden sich bei ausgeklappten Spur­anzeigern 510 mm von der äußeren Maschinenbegrenzung entfernt. Die Einstellpunkte sind somit von außen zu erreichen. Der Bediener braucht zur Verstellung der Arbeitstiefe nicht in den Rahmen der Scheibenegge zu steigen. Bild 2 zeigt die Kurzscheibenegge. In der Mitte des Bildes sind die Distanzclips in gelber Farbe zu sehen (siehe weißer Pfeil). Zwischen der Kurzscheibenegge und der Säschiene befindet sich ein Reifenpacker. Dieser Reifen­packer ist ebenfalls in Bild 2 auf der rechten Seite zu sehen.

Bild 2: Scheibenegge der Universaldrillmaschine Kuhn ESPRO 6000 R

Jedes der 20 Räder hat einen Durchmesser von 900 mm. Die Reifen haben eine Breite von 215 mm und sind versetzt angeordnet.

Jedes Rad ist einzeln gelagert. Somit kann jedes einzelne Rad bei der Kurvenfahrt die Geschwindigkeit einnehmen, die es zur Umfahrung des Kurvenradiuses braucht, Schadverdichtungen beim Wende­vorgang werden reduziert und die Räder geschont.

Zur Saatgutablage ist die Drillmaschine mit 40 Doppelscheibenscharen ausgestattet. Die Schare sind in zwei Reihen angeordnet. Scharschritt und Reihenweite betragen 15 cm. Hinter jedem Schar ist eine Andruckrolle aus Gummi verbaut. Die Einstellpunkte für Ablagetiefe und Schardruck sind zentral angeordnet und jeweils von außen, ohne in die Maschine steigen zu müssen, einzustellen.

Hinten der Säschiene ist ein Striegel montiert. Die Intensität dieses Striegels wird hinter jedem Schar mit einem Exzenter eingestellt (Bild 3).

Bild 3: Säschiene mit 40 Doppelscheibenscharen, Andruckrolle und Striegel

Der Austrag des Saatgutes aus dem Saatguttank erfolgt über ein Zellenrad. Das Zellenrad besitzt kleine Zellen für Feinsaaten und große Zellen für Grobsaaten. Zur Dosierung wird die Öffnungsweite des Zellenrades sowie seine Drehzahl angepasst. Die Fahrgeschwindigkeit zur Dosierung der korrekten Ausbringmenge wird durch einen Radarsensor erfasst. Der Radarsensor ist am hinteren Teil der Zugdeichsel montiert.

Zu Beginn des Abdrehvorganges wählt der Bediener die auszusäende Fruchtart und die Aussaatmenge im Terminal aus. Anschließend wird ihm eine am Zellenrad einzustellende Öffnungsweite vorgeschlagen. Diese wird händisch am Dosierorgan eingestellt. Im nächsten Schritt wird mit einer Taste, die sich neben dem Dosierorgan befindet, das Zellenrad für einen kurzen Moment gedreht. Dabei füllen sich alle Kammern des Zellenrades mit Saatgut. Dann wird der Abdrehvorgang gestartet. Zum Abdrehen werden eine Federwaage und ein Sack von Kuhn mitgeliefert. Das aufgefangene Saatgut wird gewogen und der ermittelte Wert in das Terminal eingegeben. Anhand des Gewichtes der Abdrehprobe wird die Drehzahl des Zellenrades im Terminal errechnet. Damit ist die Abdrehprobe beendet. Die Drillmaschine Kuhn ESPRO 6000 R ist serienmäßig mit einem Beleuchtungspaket ausgestattet.

Dazu gehören drei LED-Arbeitsscheinwerfer auf dem Verteilerkopf. Diese leuchten den Arbeitsbereich nach hinten aus. Ein weiterer LED-Strahler ist jeweils im Saatguttank sowie im Bereich der Dosiereinheit verbaut. ­Einstellarbeiten können somit auch bei Dunkelheit durchgeführt werden. Der Saatgutbehälter ist mit einer Plane abgedeckt. Beim Öffnen wird diese Plane mit einer Kurbel aufgerollt, hierbei unterstützt ein Expanderband.

Im Saatgutbehälter befindet sich ein stabiles Gitter. Das Gitter ist begehbar und mit einem aufstellbaren Handlauf versehen (Bild 4). Gitter und Handlauf bieten festen Stand, wenn beispielsweise Big Bags im hinteren Bereich des Behälters zu entleeren sind.

Bild 4: Saatguttank mit aufgestelltem Handlauf

Die Methode

Beim DLG-Test „Arbeitsqualität” werden Drillmaschinen im Labor (Labortest) und auf dem Feld (Feldtest) getestet.

Labortest

Beim Labortest werden bei statisch positionierter Maschine die Dosiergenauigkeit und die Saatgutverteilung quer zur Fahrtrichtung (s.g. Querverteilung) mit Raps, Gerste und Weizen für zwei unterschiedliche Fahrgeschwindigkeiten ermittelt. Beide Prüfparameter werden für Raps und Gerste bei waagrecht ausgerichteter Maschine bestimmt. Für Weizen erfolgt zusätzlich die Simulation von Hangfahrten.

Labortest – Dosiergenauigkeit

Beim Prüfparameter „Dosiergenauigkeit” wird ermittelt, ob die tatsächlich vom Sägerät abgegebene Saatmenge (Ist-Menge) der voreingestellten Saatmenge (Soll-Menge) entspricht. Prozen­tuale Abweichungen (zwischen Ist-Menge und Soll-Menge) werden anschließend nach dem DLG-Prüfrahmen bewertet (Tabelle 3). Der Begriff „Dosiergenauigkeit“ entspricht dem Begriff „Mengentreue“, der in den älteren DLG-Prüfberichten verwendet wurde.

Nach dem DLG-Prüfrahmen wird für Raps der Einsatz auf einem Hektar simuliert, für Gerste und Weizen auf 1/10 Hektar. Hierbei wird eine niedrigere und eine höhere Fahrgeschwindigkeit eingestellt. Die Auswahl der Fahrgeschwindigkeiten orientiert sich an den Empfehlungen des Herstellers. Bei Weizen wird der Saatgutbehälter mit zwei unterschiedlichen Füllmengen befüllt (hoher und niedriger Füllstand). Bei Gerste und Raps werden alle Untersuchungen mit einem niedrigen Füllstand durchgeführt. Während des gesamten Labortests werden die Einstellungen der Drillmaschine dokumentiert (z.B. Drehzahl des Gebläses, Drehzahl und Öffnungsweite des Dosierorgans).

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Tabelle 3: Bewertung der Dosiergenauigkeit (prozentuale Abweichung zwischen Ist-Menge und Soll-Menge)

Abweichung von der Sollmenge [%] DLG-Bewertung
bis 2,5 sehr gering
bis 5 gering
> 5 bis 10 tragbar
> 10 bis 15 hoch
über 15 sehr hoch

Labortest – Verteilung des Saatgutes quer zur Fahrtrichtung

Die Ermittlung der Saatgutquerverteilung erfolgt mit Raps, Gerste und Weizen und wird bei feststehender und angehobener Maschine durchgeführt. Die Ermittlung für Raps und Gerste erfolgt in der Ebene, bei den Untersuchungen mit Weizen werden am Sägerät zusätzlich Hangfahrten simuliert. Das abgegebene Saatgut unter jedem Säschar wird mit einem Behälter aufgefangen und verwogen. Aus den aufgefangenen Saatgutmengen wird der Variationskoeffizient (VK) errechnet. Je kleiner der Varia­tions­koeffizient, desto gleichmäßiger ist die abgegebene Menge über die Arbeitsbreite. Der errechnete ­Variationskoeffizient wird nach dem DLG-Prüfrahmen bewertet (Tabelle 4).

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Tabelle 4: Bewertung der Saatgutquerverteilung anhand des Variationskoeffizienten

Variationskoeffizient bei
Getreide, Erbsen und Gras
Variationskoeffizient bei Raps DLG-Bewertung
< 2,0 < 2,9 sehr gut
2,0 bis 3,2 2,9 bis 4,7 gut
3,3 bis 4,5 4,8 bis 6,6 zufriedenstellend
4,6 bis 6,3 6,7 bis 9,4 ausreichend
> 6,3 > 9,4 nicht ausreichend

Feldtest

Für einen DLG-Test müssen mindestens Raps und Weizen ausgesät werden. Während des Tests werden die Historie des Schlages (Vorfrucht, vorherige Bodenbearbeitung), die Aussaatbedingungen und die Fahrgeschwindigkeiten dokumentiert.

Die ausgesäten Sorten werden durch Sorte, Züchter und Tausendkornmasse charakterisiert. Die Keimfähigkeit des Saatgutes wird im Labor ermittelt.

Zur Beschreibung der Testbedingungen werden am Tag der Aussaat Bodenproben zur Bestimmung der Bodenfeuchte im Saathorizont gezogen. Die Bodenfeuchte wird nach DIN 18121 ermittelt. Während der Aussaat wird auf jedem Schlag die Dosiergenauigkeit überprüft und es wird stichprobenartig die Ablagetiefe des Saatgutes ermittelt (inkl. Bedeckung mit Bodenmaterial).

Feldtest – Feldaufgang

Drei bis fünf Wochen nach der Aussaat wird der Feldaufgang ermittelt. Hierzu werden die Pflanzen an mehreren repräsen­tativen Stellen auf dem Schlag gezählt (jeweils auf einem Qua­drat­meter). Anschließend wird der Feldaufgang nach dem DLG-Prüfrahmen bewertet (Tabelle 5). Dabei wird die im Labor ermittelte Keimfähigkeit berücksichtigt.

Feldtest – Verteilung der Pflanzen in Fahrtrichtung (Längsverteilung)

Drei bis fünf Wochen nach der Aussaat wird die Verteilung der Pflanzen in Fahrtrichtung (Längsverteilung) ermittelt. Hierbei wird entlang einer für die Arbeitsweise der Maschine repräsentativen Saatreihe ein Maßband ausgelegt. Anschließend werden bei Weizen die aufgelaufenen Pflanzen auf einer Länge von 15 Metern gezählt, die in den jeweiligen 5 cm langen Abschnitten des Maßbandes wachsen (0-5 cm, 5-10 cm, 10-15 cm usw.).

Bei Raps erfolgt die Bonitur auf einer Länge von 30 Metern. Hierbei werden die Pflanzen gezählt, die jeweils in 15 cm langen Abschnitten stehen (0-15 cm, 15-30 cm, 30-45 cm usw.). Aus den Werten der abschnittsweise gezählten Pflanzen wird der Variationsfaktor (Dispersionsindex) errechnet, der eine anerkannte Aussage über die Gleichmäßigkeit der Pflanzen in der Reihe erlaubt. Anschließend wird dieser Faktor bewertet (Tabelle 6).

Feldtest – Tiefenablage der Saatkörner

Bei Weizen wird die Tiefenablage der Saatkörner stichprobenartig ermittelt. Dazu werden drei bis fünf ­Wochen nach der Aussaat 50 aufeinanderfolgende Pflanzen aufgedeckt und deren Abschnitt des Hypokotyls vermessen, der sich unter der Bodenoberfläche befindet (Sprossabschnitt zwischen Wurzeln und Boden­oberfläche). Aus den 50 Messwerten wird die Standardabweichung errechnet und im Prüfbericht vermerkt.

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Tabelle 5: Bewertung des Feldaufganges

Feldaufgang [%] DLG-Bewertung
> 90 sehr gut
> 80 bis 90 gut
> 70 bis 80 zufriedenstellend
> 60 bis 70 ausreichend
< 60 nicht ausreichend

Tabelle 6: Bewertung der Längsverteilung

Variationsfaktor bei Getreide und Raps DLG-Bewertung
< 0,9 sehr gut
≥ 0,9 bis 1,1 gut
≥ 1,1 bis 1,3 zufriedenstellend
≥ 1,3 bis 1,5 ausreichend
> 1,5 nicht ausreichend

Die Testergebnisse im Detail

Im Folgenden werden die Testergebnisse des Labortests und des Feldtests inkl. Bewertung dargestellt und erläutert:

Labortest – Dosiergenauigkeit und Querverteilung bei Raps, Gerste und Weizen

Für die Versuche im Labor (Ermittlung von Dosiergenauigkeit und Querverteilung) wurden Geschwindigkeiten von 10 km/h und bei 14 km/h an der Drillmaschine eingestellt. Das Sägerät wurde im Labortest von einem Massey Ferguson Traktor (Xtra 3650) angetrieben. Die folgenden drei Saatgüter wurden verwendet:

  • Raps: Sorte Prestige von Saatenunion (TKM: 5,3 g)
  • Gerste: Sorte Lomerit von KWS (TKM: 53,2 g)
  • Weizen: Sorte Ferrum von KWS (TKM: 46,0 g)

In allen durchgeführten Versuchen mit Weizensaatgut lag die Abweichung zwischen tatsächlicher Ausbringmenge und der abgedrehten Menge höchstens bei 0,9 %. Unabhängig vom Füllstand des Saatgutbehälters, der Arbeitsgeschwindigkeit und der Maschinenneigung wird die erzielte Abweichung nach dem DLG-Bewertungsraster immer mit „sehr gering” bewertet (Tabelle 7).

Die Abweichung zwischen tatsächlicher Ausbringmenge und der abgedrehten Menge lag in den beiden durchgeführten Versuchen mit Gerste bei 0,5 % und 1,1 %. In den durchgeführten Versuchen mit Raps lag die Abweichung bei 0 %. Die Versuche mit Gerste und Raps wurden alle in der Ebene durchgeführt und werden nach dem DLG-Bewertungsraster mit „sehr gering” bewertet (Tabelle 7).

In den Querverteilungsversuchen mit Weizen wurden in der Ebene gute Ergebnisse erzielt. Bei Hangfahrt wurden gute bzw. zufriedenstellende Ergebnisse erzielt (Tabelle 8).

Die Ergebnisse der Querverteilungsversuche mit Gerste in der Ebene werden mit „zufriedenstellend” bewertet. Die Querverteilung von Raps in der Ebene wird nach dem DLG-Bewertungsraster mit „sehr gut” bewertet (Tabelle 8).

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Tabelle 7: Dosiergenauigkeit des Sägerätes auf dem Prüfstand (in Abhängigkeit von Fahrgeschwindigkeit, Behälterfüllung und Maschinenneigung)

Tabelle 8: Verteilgenauigkeit des Saatgutes quer zur Fahrtrichtung (Querverteilung) auf dem Prüfstand

Feldtest mit Winterraps

Der Versuchsschlag ist durch die beiden Bodenarten „Lehmiger Sand“ und „Sandiger Lehm“ gekennzeichnet (durchschnittlich 40 Bodenpunkte) und ist leicht geneigt. Nach der Gerstenernte Anfang Juli 2016 (Stroh wurde abgefahren) wurde der Schlag am 18. Juli 2016 circa fünf Zentimeter tief mit der Fräse bearbeitet. Am 27. Juli 2016 erfolgte ein Arbeitsgang mit der Kurzscheiben­egge (Arbeitstiefe: circa sieben Zentimeter). Sieben Tage später am 3. August 2016 wurde das Feld mit dem Grubber mit Spitzscharen circa 15 Zentimeter tief bearbeitet. Am 24. August 2016 folgte die letzte Bodenbearbeitung vor der Aussaat mit der Fräse (Arbeitstiefe: circa drei bis vier Zentimeter). Dieser Arbeitsgang diente zur Einarbeitung von ausgebrachtem Kalkstickstoff. Das bereitete Saatbett für die Aussaat wurde als feinkrümelig eingestuft.

Die Drillmaschine Kuhn ESPRO 6000 R wurde während der Aussaat am 25. August 2016 von einem Fendt 828 (S4) gezogen. Die Aussaat wurde mit einer Fahrgeschwindigkeit von 13 km/h durchgeführt. Es wurde die Winterrapssorte Bender von DSV ausgesät (Tausendkornmasse: 5,8 g, Keimfähigkeit lt. LUFA-Laboranalyse: 89 %).

Die entnommenen Mischproben zur Bestimmung der Bodenfeuchte lagen über die Fläche verteilt zwischen 17 % und 20 %. Die Erdproben wurden direkt nach der Überfahrt mit der Drillmaschine aus dem Ablage­horizont der Saatkörner entnommen.

Während der Aussaat wurden die abgelegten Rapskörner stichprobenartig freigelegt und die Ablagetiefe gemessen. Diese lag zwischen zwei und drei Zentimetern. Alle ausgebrachten Rapskörner wurden mit aus­reichend Erde bedeckt.

Bild 5 zeigt eine gesäte Teilfläche direkt nach der Überfahrt mit der Dillmaschine. Zwischen der Aussaat am 25. August 2016 und den Bonituren am 28. September 2016 (Ermitt­lung von Feldaufgang und Pflanzenlängsverteilung) sind die folgenden Niederschläge gefallen:

  • 4. September 2016: 8 mm
  • 17. September 2016: 10 mm
  • 18. September 2016: 16 mm

Bild 6 zeigt den Entwicklungs­zustand der Raps­pflanzen zum Boniturtermin am 28. September 2016.

Tabelle 9 zeigt die Ergebnisse des Feldtests mit Winterraps.

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Tabelle 9: Ergebnisse des Feldtests mit Winterraps

Prüfparameter Ergebnis
Dosiergenauigkeit bei der Aussaat Abweichung von abgedrehter Menge und tatsächlicher Ausbringmenge:
sehr gering (1,1 %)
Feldaufgang gut (87 %)*
Pflanzenlängs­verteilung sehr gut (Variationsfaktor: 0,7)

*    unter den genannten trockenen Aussaatbedingungen

Feldtest mit Winterweizen

Der Versuchsschlag ist durch die beiden Bodenarten „Lehmiger Sand“ und „Sandiger Lehm“ gekennzeichnet (35 bis 50 Bodenpunkte) und ist leicht geneigt.

Nach der Rapsernte Ende Juli 2016 wurde der Schlag Mitte August 2016 circa drei bis vier Zentimeter tief mit einer Kurzscheibenegge bearbeitet. Anfang September 2016 folgte ein flacher Arbeitsgang mit dem Grubber mit Flügelscharen (ca. 8 bis 10 cm tief). Fünf Tage vor der Weizenaussaat erfolgte ein Einsatz des Schwer­grubbers mit Doppelherzscharen (ca. 15 bis 18 cm tief). Das bereitete Saatbett für die Aussaat wurde als feinkrümelig eingestuft.

Die Drillmaschine Kuhn ESPRO 6000 R wurde während der Aussaat am 10. Oktober 2016 von einem Fendt 828 (S4) gezogen. Bei der Aussaat wurden Fahrgeschwindigkeiten zwischen 9 und 12 km/h erreicht.

Es wurde die Winterweizensorte Ambello von Hauptsaaten ausgesät (Tausendkornmasse: 51 g, Keimfähigkeit lt. LUFA-Laboranalyse: 95 %).

Die entnommenen Mischproben zur Bestimmung der Bodenfeuchte lagen über die Fläche verteilt zwischen 21 % und 23 %. Die Erdproben wurden aus dem Ablagehorizont der Saatkörner entnommen. Während der Aussaat wurden die abgelegten Weizenkörner stichprobenartig freigelegt und die Ablagetiefe gemessen. Diese lag zwischen drei und vier Zentimetern. Alle ausgebrachten Weizenkörner wurden mit ausreichend Erde bedeckt.

Bild 7 zeigt eine gesäte Teilfläche direkt nach der Überfahrt mit der Dillmaschine.

Zwischen der Aussaat am 10. Oktober 2016 und den Boni­turen am 09. November 2016 (Ermittlung von Feldaufgang, Pflanzenlängsverteilung und Tiefenablage) sind die folgenden Niederschläge gefallen:

  • 17. bis 25. Oktober 2016: 66 mm
  • 2. November 2016: 1 mm
  • 7. bis 9. November 2016: 18 mm

Bild 8 zeigt den Entwicklungs­zustand der Weizenpflanzen zum Boniturtermin am 09. November 2016.
Tabelle 10 zeigt die Ergebnisse des Feldtests mit Winterweizen.

Während der Weizenaussaat wurde an der Drillmaschine eine Soll-Ablagetiefe der Weizenkörner von 3 bis 4 cm eingestellt. Bei den Bonituren am 09. November 2016 wurde dann stichprobenartig die Tiefenablage von 50 aufeinanderfolgenden Saatkörnern ermittelt. Hierzu wurde bei jeder Pflanze die Länge des Hypokotylabschnitts vermessen, der sich unter der Bodenoberfläche befindet. Tabelle 11 zeigt die Messwerte. Diese liegen zwischen 1,8 cm und 4,1 cm. Die Standardabweichung beträgt 0,5 cm. Je kleiner die Standardabweichung ist, desto gleichmäßiger ist Ablagetiefe der Saatkörner.

Während der DLG-Prüfung wurde der Prüfling vermessen. Die Messwerte sind in Tabelle 12 enthalten.

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Tabelle 10: Ergebnisse des Feldtests mit Winterweizen

Prüfparameter Ergebnis
Dosiergenauigkeit bei der Aussaat Abweichung von abgedrehter Menge und tatsächlicher Ausbringmenge:
sehr gering (2,2 %)
Feldaufgang sehr gut (92 %)
Pflanzenlängsverteilung gut (Variationsfaktor 1,0)
Tiefenablage der Körner Soll: Ablagetiefe 3-4 cm
Ist: gemessene Ablagetiefe (mittels Hypokotyllänge): 1,8-4,1 cm
Mittelwert: 3,1 cm
Standardabweichung: 0,5 cm**

**    je kleiner die Standardabweichung, desto gleichmäßiger die Tiefenablage der Saatkörner
    

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Tabelle 11: Länge des unterirdischen Hypokotylabschnittes (Sprossabschnitt zwischen Wurzel und Bodenoberfläche)

Nr. der Pflanze Längen-anteil [cm] Nr. der Pflanze Längen-anteil [cm] Nr. der Pflanze Längen-anteil [cm] Nr. der Pflanze Längen-anteil [cm]
1 2,9 14 3,7 27 3,6 40 2,4
2 3,4 15 3,7 28 3,2 41 2,9
3 3,5 16 3,7 29 3,1 42 3
4 3,5 17 3,4 30 3 43 3,3
5 3,5 18 3,7 31 3 44 3,3
6 1,8 19 3,4 32 2,9 45 3,5
7 3,5 20 3 33 2,5 46 3,1
8 4,1 21 3,2 34 2,5 47 2,8
9 2,9 22 3,2 35 2,5 48 2,5
10 4 23 2,5 36 2,5 49 3,3
11 3,6 24 2,8 37 2,9 50 2,2
12 3,9 25 2,2 38 3,5
13 3,9 26 2,4 39 2,4

Mittelwert: 3,1 cm / Standardabweichung: 0,5 cm
  

Tabelle 12: Abmessungen des Prüflings

Maß Messwert [m]
Länge der Drillmaschine 8,90
Höhe der Drillmaschine 3,09
Breite der Drillmaschine in Transportstellung 2,98

Fazit

Die Universaldrillmaschine Kuhn ESPRO 6000R konnte beim Labortest (Überprüfung von Dosiergenauigkeit und Verteilung des Saatgutes quer zur Fahrtrichtung) zufriedenstellende bis sehr gute Ergebnisse erreichen.

Bei den Feldtests mit Winterraps und Winterweizen wurden sehr gute und gute Ergebnisse erzielt. Aufgrund der vorliegenden Ergebnisse wird der Universaldrillmaschine Kuhn ESPRO 6000R das Prüfzeichen DLG-ANERKANNT-Teilprüfung „Arbeitsqualität” 2016 verliehen.

Kontakt

DLG e.V.
DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel
Max-Eyth-Weg 1
64823 Groß-Umstadt
Tel: +49(0)69/24 788-600
Fax: +49(0)69/24 788-690
E-Mail: tech(at)DLG.org

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Ein Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT in Einzelkriterien“ wird für landtechnische Produkte verliehen, die eine umfangsreduzierte Gebrauchswertprüfung der DLG nach unabhängigen und anerkannten Bewertungskriterien erfolgreich absolviert haben. Die Prüfung dient zur Herausstellung besonderer Innovationen und Schlüsselkriterien des Prüfgegenstands. Der Test kann Kriterien aus dem DLG-Prüfrahmen für Gesamtprüfungen enthalten oder sich auf andere wertbestimmende Merkmale und Eigenschaften des Prüfgegenstandes fokussieren.

Die Mindestanforderungen, die Prüf­bedingungen und -verfahren sowie die Bewertungsgrundlagen der Prüfungsergebnisse werden in Abstimmung mit einer DLG-Expertengruppe festgelegt. Sie entsprechen den anerkannten Regeln der Technik sowie den wissenschaft­lichen und landwirtschaft­lichen Erkenntnissen und Erfordernissen. Die erfolgreiche Prüfung schließt mit der Veröffent­lichung eines Prüfberichtes sowie der Vergabe des Prüfzeichens ab, das fünf Jahre ab dem Vergabedatum gültig ist.

Die DLG-Prüfung „Arbeitsqualität” wurde mit der gezogenen Universaldrillmaschine ESPRO 6000 R von Kuhn im Jahr 2016 auf dem Prüfstand (Labortest) und auf dem Feld (Feldtest) durchgeführt. Beim Labortest wurden die Dosiergenauigkeit* und die Querverteilung mit Raps, Gerste und Weizen mit stationär positioniertem Sägerät ermittelt und bewertet. Die Rapsaussaat wurde am 25. August 2016 durchgeführt. Die Bonituren zur Ermittlung der Arbeitsqualität wurden am 28. September 2016 vorgenommen. Die Weizenaussaat erfolgte am 10. Oktober 2016. Vier Wochen später erfolgten die Bonituren zur Bestimmung der Arbeitsqualität. Das Saat­bett auf beiden Schlägen wurde als feinkrümelig beschrieben. Andere Kriterien wurden nicht überprüft.

Andere Kriterien wurden in der vorgestellten Prüfung nicht überprüft.

Hersteller und Anmelder

Anmelder und Hersteller:

Kuhn S.A.,
BP 50060,
F-67706 Saverne CEDEX, Frankreich

Prüfungsdurchführung

DLG e.V.,
Testzentrum Technik und Betriebsmittel,
Max-Eyth-Weg 1,
64823 Groß-Umstadt

DLG-Prüfrahmen
Drilltechnik (Stand 05/2016)

Fachgebiet

Technik Außenwirtschaft

Fachgebietsleiter
Dr. Ulrich Rubenschuh

Prüfingenieur(e)
Dipl.-Ing agr.
Georg Horst Schuchmann*

* Berichterstatter