DLG e.V. - Test KRONE Vorbau-Kamera-Monitor-System (VKMS) EasyCut F360CV/CR und F320CV/CR

Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH: Vorbau-Kamera-Monitor-System (VKMS) EasyCut F360CV/CR und F320CV/CR jew. gezogene Ausführung

Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH: Vorbau-Kamera-Monitor-System (VKMS) EasyCut F360CV/CR und F320CV/CR

Beurteilung – kurz gefasst

Das Krone-Kamera-Monitor-System konnte in den meisten Kriterien der umfassenden DLG-Gebrauchswertprüfung mit Ergebnissen über bzw. teilweise deutlich über dem Standard überzeugen.
Insbesondere bei der optischen Auflösung wurden, wie in Tabelle 1 zusammengefasst, einzelne sehr gute Ergebnisse erzielt.

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Tabelle 1: Testergebnisse im Überblick

Kriterium Bewertung
Teil A
Umweltprüfungen bestanden
optische Prüfungen bestanden, dabei in den Teilkriterien Tageslicht und schwaches Kunstlicht 100 % Erkennungsrate
++
Kamera-Monitor-Signalverzögerung bestanden
Teil B
Sichtfeld-Prüfung bestanden
Mechanische Belastbarkeit der Kamera bestanden
Bewertung der Kamera im Praxiseinsatz +
Bewertung des Monitors im Praxiseinsatz ◯**

* Bewertungsbereich: ++ / + / ◯ / – / –– (◯ = Standard, k.B. = keine Bewertung)
** Im Test wurde nur die Saugnapfbefestigung geprüft, eine optional erhältliche feste Halterung mit Kugelgelenk ist dieser vorzuziehen

Das Produkt

Krone Vorbau-Kamera-Monitor-System mit

  • Kamera: Motec MC3040A
  • Monitor: Motec MC3072b-Quad

auf Trägersystem

  • Vorbaugerät:
    KRONE EasyCut F360CV/CR und F320CV/CR, jew. gezogene Ausführung

Beschreibung und technische Daten:

Das geprüfte Vorbau-Kamera-Monitor-System war an einem ­Krone-Frontmähwerk in gezogener Ausführung für den Einsatz am Frontkraftheber eines entsprechend ausgestattenden Standardtraktors verbaut. Die nach links und rechts blickenden Kameras sind dabei fest am Mähwerk montiert.
Als Monitor wurde der geprüfte Systemmonitor verwendet.

Bild 2: Kamera am Vorbaugerät

Die Methode

Bild 3: Prüfaufbau Bildauflösung (Triangle-Discrimination-Test)

Bild 4: Prüfaufbau Schlagpendelprüfung

Die umfassende Gebrauchswertprüfung für Vorbau Kamera-Monitor-Systeme als Assistenz-Systeme für die Fahrer von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen umfasst alle praxisrelevanten Kriterien, um bewerten zu können, ob ein ­geprüftes System als „geeignete Maßnahme“ zum Ausgleich einer Sichtfeld-Einschränkung durch Überschreiten des zulässigen Vorbaumaßes von 3,5 m im Sinne des im Verkehrsblatt vom 27.11.2009 veröffentlichten Merkblattes für angehängte Arbeitsgeräte empfohlen werden kann.

Aufbau der Prüfung

Die Prüfung gliedert sich in zwei wesentliche Bestandteile, für die Vergabe eines Prüfzeichens „DLG-ANERKANNT GESAMT-PRÜFUNG“ müssen beide Teile erfolgreich bestanden absolviert werden.
Im Teil A wird das Kamera-Monitor-System, getrennt in Kamera und Monitor daraufhin geprüft, ob sie den Klima- und Umweltbedingungen eines praktischen Einsatzes in der rauen Umgebung der Landwirtschaft standhalten können. Die im Folgenden aufgeführten Werte sind Mindestbedingungen, deren Einhaltung über entsprechend bestandene Prüfungen nach ISO-Normen oder DLG-Prüfvorschriften erbracht wird. An der ­Kamera werden geprüft:

  • Beständigkeit Dampfstrahler (IP69k)
  • Klima-Prüfung (-20 °C bis 65 °C)
  • Beständigkeit Vibration (Beschleunigung: 5 g)
  • Beständigkeit chemische Umwelteinflüsse (Salz, AHL, Hydraulik-Öl)
  • EMV-Test

Für den Monitor sind zu prüfen:

  • Klima-Prüfung (-20 °C bis 70 °C)
  • Beständigkeit Vibration (Beschleunigung: 5 g)
  • EMV-Test

Hinzu kommen Prüfungen von Optik und Elektronik. Durch eine maximale Signalverzögerung zwischen Kamera und Monitor von unter 200 ms nach einer Testmethode in Anlehnung an ­UNECE-R46 wird gewährleistet, dass keine wesentliche zeitliche Verzögerung zwischen dem realen Geschehen und der Darstellung im Monitor auftritt. Gleichzeitig müssen Vorbausysteme – im Gegensatz zu Kameras für Rückfahranwendungen – auch entfernte Objekte noch in ausreichender Auflösung darstellen können. Dies wird durch eine Prüfung nach dem Triangle-Discrimination-Test (Bild 2), ebenfalls in Anlehnung an ­UNECE-R46 gewährleistet.
Im Teil B der Prüfung wird das Kamera-Monitor-System auf einem praxisüblichen Trägersystem geprüft. Dazu werden für jedes Trägersystem, d. h. bauartgleiche Typen eines Vorbaugerätes oder bei Montage direkt am Fahrzeug des Schleppers oder selbstfahrenden Arbeitsgeräts, entsprechende Praxisprüfungen durchgeführt. DiePrüfkriterien mit dem angebauten Vorbau-Kamera-Monitor-System umfassen eine Stabilitätsprüfung des Kamera-Anbaus und mecha­nischen Schutzes mithilfe eines Schlagpendeltests in Anlehnung an ­UNECE-R46, wie sie beispielsweise auch bei Kraftfahrzeugspiegeln angewendet wird (Bild 4).

Bewertung durch Anwender nach Praxiseinsatz

Neben der Prüfung technischer ­Kriterien ist eine Bewertung von Anwendern nach einem praktischen Einsatz ein wesentlicher Baustein einer umfassenden Gebrauchswertprüfung der DLG.
Bei Vorbau-Kamera-Monitor-Systemen konnten Landwirte nach einer etwa zweistündigen Anwendung des Systems in einem Fragebogen folgende Kriterien bewerten:

Handhabung Kamera und Verdrahtung

  • Reinigung
  • Wechselsysteme (falls vorhanden)
  • Kabelführung
  • Ersatzteilbeschaffung (z.B. Stecker)

Handhabung Monitor

  • Vibrationsarme Montage
  • Stabilität der Halterung (besonders bei Saugfußmontage)
  • Bedienung und Anordnung des Monitors

Bild 5: gefordertes Sichtfeld

Die Testergebnisse im Detail

Prüfungsteil A: Klima-, Umwelt-, optische und elektronische Kriterien

Folgende Kamera-Monitor-System-Kombination wurden erfolgreich nach Teil A (Klima-, Umwelt-, optische und elektronische Kriterien) getestet:

  • Kamera: Motec MC3040A
  • Monitor: Motec MC3072b-Quad

Sowohl die Umwelt- als auch die optischen Prüfungen wurden ohne Beanstandungen absolviert und sind nach dem Bewertungsschema der DLG-Prüfungskommission als bestanden zu werten. Gleiches gilt in Bezug auf die Signallaufzeit zwischen Kamera und Monitor: Hier blieben die Signalverzögerungen unter dem im Prüfrahmen geforderten Zeitfenster von 200 ms.
Bei der Ermittlung der optischen Auflösung unter Tageslichtbedingungen sowie mit hellem bzw. schwachem Kunstlicht (10.000 lx bzw. 1 lx), die eine Dämmerungs­situation mit KFZ-Beleuchtung und eine Nachtsituation darstellen, wurden die Tabelle 2 dargestellten Ergebnisse erzielt.

Prüfungsteil B: Prüfung des montierten Gesamtsystems

Das im Prüfrahmen definierte Sichtfeld stellt Mindestanforderungen an den im Monitor sichtbaren Bereich. Die Mindestanforderungen der Sichtfeld-Prüfung wurden erreicht, die Prüfung bestanden.
Die mechanische Stabilität des Kamera-Anbaus und die mechanische Belastbarkeit der Kamera erreichten ebenfalls den im Prüfrahmen festgesetzten Mindeststandard. Auch dieser Prüfungsteil ist als „bestanden“ zu werten.
Die Anwender bewerteten das Vorbau-Kamera-Monitor-System von Krone insgesamt mit (+) in einem ebenfalls "++ / + / ◯ / – / ––" reichenden Bewertungsbereich, bei dem „◯“ dem aktuell marktverfügbaren Standard entsprach.
Im Einzelnen wurden von den Landwirten der Einsatz von Standardsteckern insbesondere in Hinblick auf eine Ersatzteilbeschaffung sehr positiv zu gesehen und ein in Bezug auf die Kameraverkabelung einfacher Gerätewechsel gelobt.
Den allgemeinen Aufbau sowie den mechanischen Schutz von Kamera und Verdrahtung sowie die Handhabung bei einem Gerätewechsel (nur bei Vorbaugeräten ohne festen Anbau) wurde mit (+) bewertet.
Den Schutz vor Verschmutzung des Kamerafensters bewerteten die Nutzer mit (◯), die Ersatzteilbeschaffung durch Standard-Steckersystem hingegen mit (++).
Der Praxistest des Monitors wurde mit dem mitgelieferten Systemmonitor durchgeführt und insgesamt mit (◯) bewertet.
Der Monitor kann sehr gut in Fahrtrichtung montiert werden, allerdings ist die optional erhältliche feste Halterung mit Kugelkopf der hier bewerteten Saugnapfbefestigung des Monitors vorzuziehen. Durch den zusätzlichen Blendschutzrahmen ergibt sich eine weitgehend blendfreie Sicht auf den Bildschirm. Allerdings ermöglicht der 7“-Monitor nur eine relativ kleine Darstellung der beiden Teilbilder.
Im Detail wurden die vibrations­arme Montage des Monitors sowie die Stabilität der Halterung mit (◯) und die Bedienung mit (+) bewertet.

Bild 6: Test* unter Tageslicht-Bedingungen (Bild dient nur zur Dokumentation,
die Erkennungsrate wurde durch Probanden direkt am
Monitor ermittelt) (* Für die Bewertung wurde nur die Darstellung einer 40°-Kamera (MC3040A) herangezogen.)

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Tabelle 2: Ergebnisse der optischen Auflösung

Kriterium Erkennungsrate Bewertung*
optische Auflösung bei Tageslicht 100 % ++
optische Auflösung bei hellem Kunstlicht (10.000 lx) 95,6 % +
optische Auflösung bei schwachem Kunstlicht (1 lx) 100 % ++

* Bewertungsbereich: ++ / + / ◯ / – / –– (◯ = Standard, k.B. = keine Bewertung)

Fazit

Das Krone Vorbau-Kamera-Monitor-System hat die im Prüfrahmen festgelegten Anforderungen für eine umfassende DLG-Gebrauchswertprüfung erfüllt und wird somit DLG-anerkannt. Das Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT GESAMT-PRÜFUNG“ wurde verliehen.
Die Gültigkeit der Anerkennung endet im November 2020.

Kontakt

DLG e.V.
DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel
Max-Eyth-Weg 1
64823 Groß-Umstadt
Tel: +49(0)69/24 788-600
Fax: +49(0)69/24 788-690
E-Mail: tech(at)DLG.org

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Ein Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT GESAMT-PRÜFUNG“ wird für landtechnische Produkte verliehen, die eine umfassende Gebrauchswertprüfung der DLG nach unabhängigen und anerkannten Bewertungskriterien erfolgreich absolviert haben. In dieser Prüfung werden neutral alle aus Sicht des Praktikers wesentlichen Merkmale eines Produkts bewertet. Die Prüfung umfasst Untersuchungen auf Prüfständen und unter verschiedenen Einsatzbedingungen, zusätzlich muss sich der Prüfgegenstand bei der praktischen Erprobung im Einsatzbetrieb bewähren. Die Prüfbedingungen und -verfahren wie auch die Bewertung der Prüfungsergebnisse werden von einer unabhängigen Prüfungskommission in einem Prüfrahmen festgelegt und laufend den anerkannten Regeln der Technik sowie den wissenschaftlichen und landwirtschaftlichen Erkenntnissen und Erfordernissen angepasst. Die erfolgreiche Prüfung schließt mit der Veröffent­lichung eines Prüfberichtes sowie der Vergabe des Prüfzeichens ab, das fünf Jahre ab dem Vergabedatum gültig ist.

Die DLG-Prüfung für Vorbau-Kamera-Monitor-Systeme bewertet die Eignung dieser Assistenz-Systeme für Fahrer von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen in Bezug auf ihren Einsatz im landwirtschaftlichen Umfeld sowie bei Einsätzen im außerlandwirtschaftlichen Bereich wie Winterdienst oder Landschaftspflege.
Die Prüfung umfasst die Beständigkeit gegenüber den rauen Einsatzbedingungen, technischen Daten wie Signalverzögerung und Bild­auflösung, eine Praxisprüfung des Systems auf einer Trägermaschine wie einem Vorbaugerät oder Selbstfahrer sowie die Bewertung des Systems durch Landwirte nach einer praktischen Anwendung.
Mit der Vergabe des Prüfzeichens „DLG-ANERKANNT“ sieht die DLG-Prüfungskommission das geprüfte Vorbau-Kamera-Monitor-System als eine „geeignete Maßnahme“ zum Ersatz eines Einweisers im Sinne des im Verkehrsblatt vom 27.11.2009 veröffentlichten Merkblatts für angehängte Arbeitsgeräte an.

Anmelder

Maschinenfabrik
Bernard Krone GmbH
Heinrich-Krone-Straße 10
D-48480 Spelle
Kontakt:
Telefon: +49 (0) 5977 935-0
info.ldm(at)krone.de
www.krone.de

Prüfungsdurchführung

DLG e.V.,
Testzentrum Technik und Betriebsmittel,
Max-Eyth-Weg 1,
64823 Groß-Umstadt

DLG-Prüfrahmen
Vorbau-Kamera-Monitor-Systeme
(Stand: V 1.3.2)

Fachgebiet
Fahrzeugtechnik

Prüfungskommission
Dr. Forstreuter, Thomas
(Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband e.V.)

Fussel, Thomas
(BLT Wieselburg, Österreich)

Pentzlin, Klaus *
(Bundesverband Lohnunternehmen e.V.)

Schrohe, Josef
(Landwirtschaftsmeister)

Prof. Dr. Schwarz, Hans-Peter (Hochschule Geisenheim)

Vaupel , Martin (Landwirtschaftskammer Niedersachsen)

Projektleiter
Dipl.-Ing. Andreas Ai

Prüfingenieur(e)
Dipl.-Ing. Jürgen Goldmann **
* Vorsitzender
** Berichterstatter