DLG e.V. - Test KRONE Comprima CF 155 XC X-treme

Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH: Krone Comprima CF 155 XC X-treme Funktionsprüfung in Silage und Stroh

Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH: Krone Comprima CF 155 XC X-treme

Beurteilung – kurz gefasst

Die Funktionsprüfungen wurden in Grassilage (2013) und Stroh (2015) durchgeführt. Die Prüfungen verliefen ohne technische Probleme oder sonstige Auffälligkeiten. Die Ballengrößen und mittleren Ballendichten waren innerhalb der Varianten gleichmäßig ausgeprägt.

In Grassilage wurden in der DLG Prüfung 2013 unter den vorgefundenen Erntebedingungen theoretische Durchsatzleistungen von 25 t/h FM bis 28 t/h FM erzielt.

Die Strohbeschaffenheit für die Prüfung 2015 war nur mäßig geeignet. Wegen mehrere Regenereignisse (insgesamt 120 mm Niederschlag) musste das Stroh zum Trocknen mehrfach gewendet werden und anschließend wieder geschwadet werden. Hieraus resultierte eine 2-wöchige Liegezeit und das Stroh war zum Prüfungstermin sehr spröde und brüchig. Unter diesen ungünstigeren Bedingungen lagen die theoretischen Durchsatzleistungen mit Stroh zwischen 16 t/h FM und 19 t/h FM. Tabelle 1 zeigt eine Zusammenfassung der Versuchsergebnisse aus den Funktionsprüfungen. Die aufgeführten Werte sind jeweils die Mittelwerte in den verschiedenen Versuchsvarianten.

Die Press-Wickelkombination Krone Comprima CF 155 XC X-treme ist eine überarbeitete und in der Leistung gesteigerte Weiterentwicklung der Krone Comprima CF 155 XC. In den DLG-Funktionsprüfungen wurde bestätigt, dass die Krone Comprima CF 155 XC X-treme geringere Stand- und Prozesszeiten als das Vorgängermodel benötigt und hierdurch höhere theoretische und praktische Durchsatzleistungen ­realisiert werden können, ohne dass sich dabei der Leistungsbedarf an der Zapfwelle nennenswert erhöht. Zudem konnten in der DLG-Prüfung in Silage mit der Comprima CF 155 XC X-treme im Vergleich mit der Standardversion deutlich höhere maximale Fahrgeschwindigkeiten bis zum Erreichen der Stopfgrenze erzielt werden (28,7 km/h vs. 22,7 km/h).

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Tabelle 1: Mittlere Ballengewichte und Ballendichten, Durchsatz und Prozesszeiten in Stroh und Silage

Funktionsprüfung in Grassilage 20131)Funktionsprüfung in Stroh 20152)
Comprima CF 155 XC
X-tremeStandardX-treme
Geschwindigkeit[km/h]710105,2
Ballendurchmesser[m]1,351,351,251,50
Messeranzahl171713ohne
Pressdruck [%]8010080100100100
t-Durchsatz TM3) [t/h]9,99,615,014,815,319,116,619,0
p-Durchsatz TM4)[t/h]8,57,512,012,211,912,310,812,6
Ballengewicht[kg]719680544568514175162195
Ballendichte TM[kg/m³]156,9141,9177,8186,6182,595,991,184,5
TM-Gehalt [%]38,135,757,159,363,0919292
Leistungsbedarf[kW]21,820,926,831,030,036,726,425,9

1) 2 Teilschläge; 2) 120 mm Niederschlag, 2-wöchige Liegezeit, 3 x Wendereinsatz
3) theoretische Durchsatzleistung ohne Berücksichtigung der Standzeiten
4) berechnete praktische Durchsatzleistung mit Berücksichtigung der Standzeiten

Das Produkt

Comprima CF 155 XC X-treme

Beschreibung und technische Daten:

Bei der Krone Comprima CF 155 XC X-treme handelt es sich um eine Press-Wickelkombination mit semivariabler Ballenkammer. Zur Ausstattung zählt das Krone Easy-Flow Pickup mit einer Aufnahmebreite von 2150 mm (nach DIN 11200) und das Schneidwerk mit 17 oder optional 26 einzeln abgesicherten Messern.

In beiden Ausstattungs­varianten können die Messer variabel geschaltet werden (17-Messer Schneidwerk: 0-8-9-17; 26-Messer Schneidwerk: 0-13-13-26). Der Stab-Gitterförderer NovoGrip besitzt profilierte Gewebegurte. Die Ballenübergabe von der Presskammer auf den Wickeltisch erfolgt per Schwerkraft und wird durch einen Ballenheber unterstützt. Der Ballendurchmesser kann von 1,25 m bis 1,50 m eingestellt werden.

Im Unterschied zur Comprima CF 155 XC in der Standardausführung sind in der Comprima CF 155 XC X-treme breitere ­Riemen und stärkere Antriebsketten verbaut und an der Pickup werden schnellere Drehzahlen gefahren.

Auch die Ballenübergabe wurde für die Comprima CF 155 XC X-treme überarbeitet, um die Standzeiten auf dem Feld zu verkürzen.

Die Methode

In den DLG-Teilprüfungen „Funk­tionsprüfung in Silage“ und „Funk­tionsprüfung in Stroh“ werden Pressen und Press-Wickelkombinationen im Feldversuch getestet. Hierfür werden auf Grünland- und Strohflächen mit mehreren, praxisüblichen Fahrgeschwindigkeiten, Pressdrücken und Ballendurchmessern mehrere Ballen pro Versuchsvariante gepresst. Zur Dokumentation der Erntebedingungen werden die Futterarten sowie die Geländeeigenschaften und die beim Versuch herrschende Witterung beschrieben.

Die Grundeinstellungen der Pressen und Press-Wickelkombinationen werden in der DLG-Funktionsprüfung an die jeweiligen Erntebedingungen vor Ort angepasst. Auf der Versuchsfläche werden daher vor Beginn der eigentlichen Messfahrten wertungsfreie Ballen gepresst, um die geeigneten Einstellungen der Maschinen zu ermitteln.

Unmittelbar vor den Messfahrten werden die Schwadkennwerte (Schwadbreite, Schwadhöhe und Schwadmasse je laufendem Meter) zur Beschreibung der Feldbedingungen gemessen und Proben für die Laboranalyse der Trockenmassegehalte des Futters genommen. Die Frischmasse der Proben wird direkt auf dem Feld gewogen und anschließend werden die Trockenmassegehalte im Labor ermittelt.

In jeder Einstellvariante werden mehrere Ballen gepresst und bei Silageballen auch gewickelt. Jeder Ballen wird vermessen und mit der DLG-Ballenwiegeeinrichtung unmittelbar nach dem Pressen auf dem Feld gewogen. Aus den Werten wird anschließend die mittlere Ballendichte für jeden einzelnen Ballen berechnet.

Die Fahrzeiten, Wickelzeiten für das Netz, die Auswurfzeiten und bei der Fertigung von Silageballen auch die Folienwickelzeiten werden gemessen. Die Summe aus Wickelzeit für das Netz, Auswurf- bzw. Übergabezeit und im Bedarfsfall Folienwickelzeit wird als Prozesszeit bezeichnet. Die theoretische Durchsatzleistung (t/h) in Abhängigkeit von der Fahrgeschwindigkeit errechnet sich aus der reinen Fahrzeit und den Ballengewichten oder der Schwadstärke, die Stand- und Wendezeiten bleiben hierbei also unberücksichtigt. Bei der Berechnung der praktischen Durchsatzleistung werden die Standzeiten hingegen mit einbezogen. Zusätzlich werden Fahrten zur Ermittlung der maximal möglichen Fahrgeschwindigkeit (Vmax) vor dem Stopfen der Presse durchgeführt.

Der Leistungsbedarf wird bei zapfwellengetriebenen Maschinen mit Drehmomentmessnaben gemessen. Die Fahrgeschwindigkeiten und Wegstrecken werden mit einem optischen Sensor erfasst.

Im Anschluss an den Feldtest werden aus den Versuchsvarianten in Silage einzelne Ballen ausgewählt und für die Messung der Ballendichteverteilung mit dem DLG-Ballendichteprüfstand ins DLG-Testzentrum transportiert.

Anschließend werden die Silageballen mit dem Ekolag Messsystem auf ihre Dichtigkeit überprüft. Hierbei wird durch eine Handpumpe ein definierter Unterdruck im Silageballen erzeugt und über den zeitlichen Verlauf des Druckausgleichs auf die Dichtigkeit der Silageballen rückgeschlossen.

Zur Beurteilung der Gleichmäßigkeit in der Folienwicklung werden aus jedem Probeballen Folienstücke entnommen und die Anzahl der Folienlagen ausgezählt. Darüber hinaus werden das allgemeine Erscheinungsbild und Auffälligkeiten dokumentiert.

Die Testergebnisse im Detail

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Tabelle 2: Versuchsvarianten

Silage (2,5 Netzwicklungen, 6 Folienwicklungen)
Versuchsvariante 1 2 3 4 5* Vmax
Geschwindigkeit [km/h] 7 7 10 10 10 Vmax
Ballendurchmesser [m] 1,35 1,35 1,35 1,35 1,35 1,35
Messeranzahl 17 17 17 17 17 17
Pressdruck [%] 100 80 80 100 100 100
Stroh (3,5 Netzwicklungen)
Versuchsvariante 6 7 8 Vmax Vmax Vmax
Geschwindigkeit [km/h] 5,2 5,2 5,2 Vmax Vmax Vmax
Ballendurchmesser [m] 1,25 1,25 1,50 1,25 1,25 1,50
Messeranzahl 13 ohne ohne 13 ohne ohne
Pressdruck [%] 100 100 100 100 100 100

* Krone Comprima CF 155 XC in der Standardversion

Versuch

Die Funktionsprüfung in Silage fand in der Erntesaison 2013 im 4. Schnitt auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in Koekange (NL) statt. Die Press-Wickelkombination war mit dem Rundballen-Wickelnetz „Krone-Excellent Roundedge 2600“ und der Stretchfolie „Krone-Excellent Slide“ bestückt. Als Traktor kam ein Fendt 924 Vario zum Einsatz.

In den Messfahrten in Grassilage wurden die Fahrgeschwindigkeit (7 km/h und 10 km/h) sowie der Pressdruck (80 % und 100 %) variiert. Die übrigen Einstellungen der Presse wurden konstant gehalten. Der Ballendurchmesser war in Grassilage auf 1,35 m bei 2,5 Netzwicklungen und 6-lagiger Folienwicklung eingestellt.

Die Funktionsprüfung in Stroh wurde im August 2015 auf einem abgeernteten Triticaleschlag in der Nähe von Gronau (D) durchgeführt. Auch in Stroh kam das Rundballen-Wickelnetz „Krone-Excellent Roundedge 2600“ zum Einsatz. Gezogen wurde die Presse bei der Funktionsprüfung in Stroh von einem John Deere 6190 R.

Für die Messungen in Stroh ­wurden die Ballendurchmesser variiert (1,25 m und 1,50 m) und Versuchsvarianten mit und ohne Schneidwerk gefahren (0 bzw. 13 Messer). Der Pressdruck (100 %) wurde bei 3,5 Netzwicklungen konstant gehalten. Die Fahrgeschwindigkeit wurde aufgrund der schwierigen Stroh­eigenschaften (sehr sprödes und bröckeliges Stroh) auf 5,2 km/h festgelegt.

In beiden Erntegütern wurden darüber hinaus einzelne Messfahrten zur Ermittlung der maximal möglichen Fahrgeschwindigkeit (Vmax) unter den Versuchsbedingungen durchgeführt. Tabelle 2 zeigt eine Übersicht der Versuchsvarianten in den Funktionsprüfungen.

Erntebedingungen und Schwadkennwerte

Die Schwadkennwerte und Trockenmassegehalte im Erntegut sind in Tabelle 3 wiedergegeben.

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Tabelle 3: Schwadkennwerte

Erntegut Schwadhöhe [cm] Schwadbreite [cm] Schwadstärke FM [kg/lfd. m] TM [%] Schwadstärke TM [kg/lfd. m]
Silage Fläche1 22 160 3,0 58,1 1,7
Silage Fläche2 24 160 5,3 37,4 2,0
Stroh 24 157 4,0 91,8 3,7

Für die Prüfung in Silage standen zwei nebeneinander liegende, ebene Dauergrünlandflächen mit einer Größe von 4,5 ha bzw. 5 ha zur Verfügung. Direkt vor den Messfahrten wurde das Futter mit einem Krone Swadro 1000 bei einer Arbeitsbereite von 7,40 m geschwadet. Die Trockenmassegehalte des Futters und die Schwade unterschieden sich auf den beiden Versuchsflächen erheblich. Die errechneten Futtererträge lagen auf Feld 1 bei 23 dt/ha TM und auf Feld 2 bei 26 dt/ha TM. 

Die Fläche für die Prüfung in Stroh wurde ca. 2 Wochen vor dem Prüfungstermin mit einem Schüttlermähdrescher mit 6,60 m Schnittbreite gedroschen.
Zwischen Mähdrusch und Prüfungstag traten mehrfach Regen­ereignisse auf (insgesamt 120 mm Niederschlag). Deswegen mussten die Schwade vor der Prüfung zum Abtrocknen dreimal gezettet und anschließend wieder auf Schwad gelegt werden. Hierdurch waren die Schwade nur eingeschränkt gleichmäßig in ihren Kennwerten und das Stroh war sehr spröde und brüchig.

Ballengewicht und Ballendichte

Bild 14 zeigt die in den DLG-Funktionsprüfungen gewogenen Ballengewichte und die berechneten, mittleren Ballendichten.

In Silage steigen die Ballengewichte (FM) und die Ballendichte (FM) erwartungsgemäß mit zunehmendem Pressdruck an. Auch die Fahrgeschwindigkeit nimmt Einfluss die auf diese Eigenschaften. Im durchgeführten Versuch sind die gemessenen und deutlich ausgeprägten Unterschiede aber zu großen Anteilen auf die unterschiedlichen Schwadstärken (FM) und Trockenmassegehalte auf den beiden Teilflächen zurückzuführen. Die Varianten mit höherer Fahrgeschwindigkeit (10 km/h) wurde auf Fläche 1 mit niedrigerer Schwadfrischmasse (3,0 kg/lfd. m FM) und höheren Trocken­massegehalten im Schwad (58 %) gefahren, während die Varianten mit niedrigerer Fahrgeschwindigkeit (7 km/h) auf Fläche 2 durchgeführt wurden, welche eine deutlich höhere Schwadfrischmasse (5,3 kg/lfd. m FM) und niedrigere Trockenmassegehalten im Schwad (37 %) aufweist. Mit Werten zwischen 177 kg/m³ TM und 187 kg/m³ TM werden bei der höheren Fahrgeschwindigkeit Ballendichten erreicht, die einen guten Silierprozess ermöglichen. Die Comprima CF 155 XC X-treme erreicht hierbei im Vergleich zur Comprima CF 155 XC in der Standardversion die höheren Werte. Noch deutlicher zeigt sich der Unterschied in der Ballendichte zwischen den beiden Pressen bei maximal möglicher Fahrgeschwindigkeit. Die Comprima CF 155 XC X-treme erzielt hier eine mittlere Dichte von 166 kg/m³ TM während mit der Comprima CF 155 XC in der Standardversion mit 148 kg/m³ TM ein deutlich niedriger Wert erhalten wird. Die mit der geringeren Fahrgeschwindigkeit erreichten Ballendichten bewegen sich nach den Empfehlungen für die Futterkon­servierung eher im niedrigeren Bereich.

Bei der Funktionsprüfung in Stroh wurden der Ballendurchmesser und die Anzahl der eingesetzten Messer variiert. Ohne Messer reduzieren sich das Ballengewicht und die Ballendichte. Der größere Ballendurchmesser führt zwar zu einem höheren Ballengewicht aber die mittlere Ballendichte nimmt ab.

Bild 14: Ballengewichte und Ballendichten in Silage und Stroh (bei den vorgewählten Fahrgeschwindigkeiten)

Ballendichteverteilung und Wicklung

Bild 13 stellt beispielhaft die Dichteverteilung in einem Silageballen für die Krone Comprima CF 155 XC X-treme bei einer Fahrgeschwindigkeit von 7 km/h und einer Pressdichte von 100 % dar. Die Presse erreicht unter den gegebenen Erntebedingungen eine mittlere Ballendichte von 411 kg/m³ FM bei 38,3 % TM. Die Dichteverteilung zeigt einen nicht zu weichen ­Ballenkern (kleinster Wert 258,0 kg/m³ FM) mit der höchsten Dichte zwischen Ballenkern und Randschicht (im Maximum 508,8 kg/m³ FM). Die Folienwicklung war gleichmäßig und für alle überprüften Silage­ballen konnte eine mindestens 6-lagige Folienwicklung an der Rundballenflanke bestätigt werden. Ebenso konnte bei allen wertbaren Silageballen eine für eine sach­gerechte Lagerung der Silageballen mindestens ausreichende und oft gute bis sehr gute Dichtigkeit festgestellt werden.

Prozesszeiten, Durchsatzleistung und Stopfgrenzen

Die in den Funktionsprüfungen gemessenen Prozesszeiten sind in Bild 15 dargestellt.

Bei annähernd gleichem Durchsatz und ähnlichen Ballendichten benötigt die Comprima CF 155 XC X-treme im Vergleich zur Comprima CF 155 XC in der Standardversion in Silage kürzere Stand- und Prozesszeiten. Im Mittel war die Standzeit hier um fünf Sekunden (20 %) und die Auswurfzeit um vier Sekunden (30 %) kürzer. Auch für das Wickeln der Folie (6 Lagen) benötigte die Comprima X-treme rund fünf Sekunden (14 %) weniger als die Standardmaschine. Dies macht sich auch bei der Berechnung der praktischen Durchsatzleistung für die Comprima CF 155 XC X-treme positiv bemerkbar.

In Stroh ist die Netzwickelzeit wegen der höheren Anzahl Wicklungen (3,5 vs. 2,5) etwas länger als in Silage und sie nimmt erwartungsgemäß mit dem Ballendurchmesser zu. Die Auswurfzeit ist beim großen Strohballen (1,50 m) hingegen kürzer als beim kleinen Strohballen (1,25 m) aber länger als bei den Silageballen. Dies lässt sich unter anderem dadurch erklären, dass die Ballenübergabe von der Presskammer auf den Wickeltisch per Schwerkraft erfolgt und damit die Ballengewichte Einfluss nehmen. Die Ballengewichte (FM) nehmen in der Reihenfolge Silageballen (1,35 m) – Strohballen (1,50 m) – Strohballen (1,25 m) ab.

Durchsatzleistung

Bild 16 zeigt die in den Funktionsprüfungen erzielten Durchsatzleistungen.
Die Durchsatzleistungen an Frischmasse bewegen sich in Silage über alle Varianten auf einem ähnlichen Niveau um die 25 t/h FM. Die Unterschiede zwischen den Varianten werden erst bei Betrachtung der verarbeiteten Trockenmassen deutlich. Mit zunehmender Fahrgeschwindigkeit werden in Silage erwartungsgemäß höhere Durchsatzleistungen bezogen auf die Trockenmasse erzielt (t/h TM) (siehe auch Tabelle 1). Die Veränderung des Pressdrucks nimmt in der DLG-Prüfung keinen nennenswerten Einfluss auf die Durchsatzleistungen in Silage. Bei der Berechnung der praktischen Durchsatzleistung werden im Gegensatz zur theoretischen Durchsatzleistung auch die Standzeiten berücksichtigt. In der praktischen Durchsatzleistung erreicht die Comprima CF 155 XC X-treme daher höhere Werte als die Standardausführung, was in erster Linie auf die kürzeren Standzeiten der auch dahingehend überarbeiteten Comprima X-treme zurückzuführen ist. Stärker wirksam werden diese Vorteile der kürzeren Standzeiten vor allem dann, wenn größere Erntemengen mit höheren Fahrgeschwindigkeiten gepresst werden, da sich hier das Verhältnis zwischen Fahrzeit und Standzeit ver­ändert. Deutlich erkennbar wird dies an den Messfahrten bei maximal möglicher Fahrgeschwindigkeit (siehe Tabelle 4).

Beim Strohpressen haben entgegen der Erwartungen sowohl die Ballengröße als auch das Stilllegen der Messer nur einen marginalen Einfluss auf die Durchsatzleistungen. Dies wird in erster Linie auf die sehr ungünstige Beschaffenheit des Strohs zurückgeführt. Bei „normaler“ Strohbeschaffenheit ist anzunehmen, dass beim größeren Ballendurchmesser und ohne Messer höhere Durchsätze gefahren werden können.

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In Tabelle 4 sind die Ergebnisse der Tests bei maximal möglicher Fahrgeschwindigkeit in Silage wieder­gegeben. Die angegebenen Werte stellen dabei Einzelwerte, die bei der jeweils höchsten Fahrgeschwindigkeit ermittelt wurden, dar.

Mit der Comprima CF 155 XC X-treme wurde in der Prüfung eine deutlich höhere Fahrgeschwindigkeit als mit der Standardausführung erreicht. Zudem hatte die Comprima CF 155 XC X-treme einen größeren Durchsatz und die höhere Ballendichte bei maximal möglicher Fahrgeschwindigkeit. Auffällig ist beim Vergleich der geringe Leistungsbedarf der Comprima CF 155 XC X-treme in dieser Teilprüfung. Der deutliche Unterschied zur Comprima CF 155 XC wurde allerdings nur in dieser einen Messfahrt festgestellt und darf daher nicht verallgemeinert werden.

In Stroh wurden unabhängig von Ballendurchmesser oder Schneidwerk deutlich niedrigere maximal mögliche Fahrgeschwindigkeiten erreicht. Sie liegen unter den Versuchsbedingungen mit sehr sprödem und brüchigem Stroh mit Werten von 13,3 km/h bis 15,8 km/h aber mehr als doppelt so hoch, wie die für die anderen Versuchsvarianten vorgewählten Fahrgeschwindigkeit.

Tabelle 4: Maximal mögliche Fahrgeschwindigkeit, Durchsatz, Ballengewichte und Ballendichte in Grassilage (Messeranzahl 17, Pressdruck 100 %, Ballendurchmesser 1,35 m)

Comprima CF 155 XC X-treme Comprima CF155 XC
max. Geschwindigkeit 28,7 km/h 22,7 km/h
Ø Geschwindigkeit 21,7 km/h 13,9 km/h
p-Durchsatz FM** 62,3 t/h 53,5 t/h
p-Durchsatz TM** 22,8 t/h 19,6 t/h
Ballengewicht 753 kg 698,5 kg
Ballendichte FM 454,0 kg/m³ 404,9 kg/m³
Ballendichte TM 166,1 kg/m³ 148,2 kg/m³
TM-Gehalt 36,6 % 36,6 %
Leistungsbedarf 34,1 kW 44,4 kW

Leistungsbedarf

Die Ergebnisse aus den Messungen des Leistungsbedarfs sind in Bild 17 dargestellt. Der Leistungsbedarf steigt erwartungsgemäß mit zunehmender Fahrgeschwindigkeit. Die Anhebung des Pressdrucks führt ebenfalls zu einem höheren Leistungsbedarf. Maßgeblich hängt der Leistungsbedarf auch vom Zuschalten bzw. Herausschwenken der Messer ab und steigt bei Messereinsatz in Stroh deutlich an. Der Ballendurchmesser hatte in der Funktionsprüfung in Stroh hingegen einen nur geringen Einfluss. Der Leistungsbedarf von Comprima CF 155 XC und die Comprima CF 155 XC X-treme in Silage ist vergleichbar.

Fazit

Die Press-Wickelkombination Krone Comprima CF 155 XC X-treme ist eine überarbeitete und in der Leistung gesteigerte Weiterentwicklung der Krone Comprima CF 155 XC. In der DLG-Funktionsprüfung wurde bestätigt, dass die Krone Comprima CF 155 XC X-treme geringere Stand- und Prozesszeiten als das Vorgängermodel benötigt und hierdurch höhere praktische Durchsatzleistungen realisiert werden können, ohne dass sich dabei der Leistungsbedarf an der Zapfwelle nennenswert erhöht. Auch die mittleren Ballendichten werden hierdurch nicht nachteilig beeinflusst und die Ballendichteverteilung lässt keinen negativen Einfluss erkennen. Mit der Krone Comprima CF 155 XC X-treme wird in Silage zudem eine deutlich höhere maximal mögliche Fahrgeschwindigkeit als mit der Standardversion erreicht. Die Folienwicklung ist gleichmäßig und entspricht in der Lagenzahl den voreingestellten Sollwerten. Bei allen wertbaren Silageballen wurde eine für eine sachgerechte Lagerung der Silageballen mindestens ausreichende und oft gute bis sehr gute Dichtigkeit der Folienwicklung festgestellt.

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Ein Prüfzeichen „DLG-ANERKANNT GESAMT-PRÜFUNG“ wird für landtechnische Produkte verliehen, die eine umfassende Gebrauchswertprüfung der DLG nach unabhängigen und anerkannten Bewertungskriterien erfolgreich absolviert haben. In dieser Prüfung werden neutral alle aus Sicht des Praktikers wesentlichen Merkmale eines Produkts bewertet. Die Prüfung umfasst Untersuchungen auf Prüfständen und unter verschiedenen Einsatzbedingungen, zusätzlich muss sich der Prüfgegenstand bei der praktischen Erprobung im Einsatzbetrieb bewähren. Die Prüfbedingungen und -verfahren wie auch die Bewertung der Prüfungsergebnisse werden von einer unabhängigen Prüfungskommission in einem Prüfrahmen festgelegt und laufend den anerkannten Regeln der Technik sowie den wissenschaftlichen und landwirtschaftlichen Erkenntnissen und Erfordernissen angepasst. Die erfolgreiche Prüfung schließt mit der Veröffent­lichung eines Prüfberichtes sowie der Vergabe des Prüfzeichens ab, das fünf Jahre ab dem Vergabedatum gültig ist.

Die DLG-Teilprüfungen „Funktionsprüfung in Silage“ und „Funktionsprüfung Stroh“ wurden mit einer Krone Comprima CF 155 XC X-treme durchgeführt. Neben dieser wurde in Silage auch eine Comprima CF 155 XC (Standard) als Referenzmaschine eingesetzt. In der DLG-Funktionsprüfung werden im Feldversuch die Erntemengen sowie die Prozesszeiten für das Pressen, das Wickeln vom Netz sowie das Auswerfen des Ballens und in Silage auch für das Wickeln der Folie gemessen. Während der Messfahrten wird dabei der Leistungsbedarf an der Zapfwelle erfasst. Aus den zu pressenden Schwaden werden ­Proben für die Bestimmung der Trocken­masse­ge­halte des Ernteguts genommen. Über die gemessenen Erntemengen und Prozesszeiten werden die theoretische Durchsatzleistung (ohne Stand- und Wendezeiten) sowie die praktische Durchsatzleistung (mit Standzeiten) für die Presse errechnet. In der Prüfung in Silage werden darüber hinaus aus jeder Versuchsvariante jeweils mindestens zwei Ballen für die Untersuchung der Ballendichteverteilung ausgewählt und anschließend mit dem DLG-Ballendichteprüfstand vermessen. Bei Press-Wickelkombinationen wird zudem die Qualität der Folienwicklung beurteilt.

Andere Kriterien wurden in den vorgestellten Funktionsprüfungen in Silage und in Stroh nicht überprüft.

Anmelder

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Prüfungsdurchführung

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DLG-Prüfrahmen

Prüfungs-Typ:
DLG anerkannt - Teilprüfung

Prüfungs-Bezeichnung:
Funktionsprüfung in Silage und Stroh

Fachgebiet
Technik Außenwirtschaft

Projektleiter
Dr. Ulrich Rubenschuh*

Prüfingenieur(e)
M.Sc. (Agrar) Jochen Buhrmester
Dipl.-Ing. agr. Georg Schuchmann

* Berichterstatter