
DLG-Kolloquium am 5. Dezember 2012 in Berlin
Nitratbelastungen des Grundwassers werden zu großen Teilen auf die Landwirtschaft zurückgeführt. So weisen in der Regel so genannte "Hot Spot-Regionen" mit intensiver Tierhaltung besonders hohe Belastungen des Grundwassers auf. Die Wasserrahmenrichtlinie fordert bis 2015 einen "guten Zustand des Grundwassers", der in vielen Regionen auch aufgrund historischer Vorlasten nicht erreicht werden kann. Die dazu erforderliche Senkung der Nährstoffüberschüsse stellt die Landwirtschaft vor erhebliche Herausforderungen.
Die DLG hat daher ihr diesjähriges Kolloquium dem Thema „Nitrateinträge aus der Landwirtschaft“ gewidmet. Es findet am 5. Dezember in Berlin statt und wird sich damit auseinandersetzen, ob moderne Formen der Landwirtschaft im Widerspruch zu akzeptablen Nitratbelastungen des Grundwassers stehen und wie Modelle einer zukünftigen Landbewirtschaftung entwickelt werden können, die im Sinne der Nachhaltigkeit wirtschaftliche Ansprüche und den Grundwasserschutz zugleich gewährleisten.
Darüber hinaus wird in der „After Dinner Speech“ ein Blick auf die Praxis der Nachbarländer geworfen und analysiert, wie der Stand und die Perspektiven einer ökoeffizienten Landwirtschaft in Europa sind.
| 12.00 Uhr | Registrierung und Imbiss |
| 13.00 Uhr | Begrüßung und Einführung Carl-Albrecht Bartmer, Präsident der DLG |
| 13.15 Uhr | Landwirtschaftliche Stickstoffeinträge: Situation, Rahmenbedingungen, Herausforderungen Prof. Dr. Hans-Georg Frede, Justus-Liebig- Universität Gießen |
| 14.15 Uhr | Reduzierung der betrieblichen Stickstoffüberschüsse: gibt es praktikable Ansätze? Stefan Dunajtschik, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Bonn |
| 15.15 Uhr | Kaffee- und Kommunikationspause |
| 16.00 Uhr | Lösungsansätze für landwirtschaftlichen Gewässerschutz: Flussgebietseinheit Weser Dr. Horst Gömann, Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI), Braunschweig |
| 17.00 Uhr | Umsetzung des Grundwasserschutzes: wie geht es weiter? Dr. Rüdiger Wolter, Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau |
| 18.30 Uhr | Abendessen |
| 19.30 Uhr | After Dinner Speech: Der zukünftige europäische Weg: ist nachhaltige Intensivierung möglich? Prof. Dr. Friedhelm Taube, Christian-Albrechts-Universität Kiel |

Prof. Dr. Hans-Georg Frede
studierte in Göttingen Agrarwissenschaften, dort folgten Promotion und Habilitation. Prof. für Ressourcenmanagement und Leiter des Instituts für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement an der JLU Gießen. Seine Arbeitsgebiete sind die Fragen des Wasserhaushalts, Nähr- und Schadstoffe in Gewässern sowie die Entwicklung von nachhaltigen Landnutzungskonzepten.

Stefan Dunajtschik
Dipl.-Ing. agr., landwirtschaftliche Ausbildung und anschließend Studium an der FH Weihenstephan sowie der CAU Kiel. Ab 1992 bei der Landwirtschaftskammer NRW als Pflanzenbauberater und später als Referent für Wasserschutz tätig. Schwerpunkt ist die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Bereich.

Dr. Horst Gömann
studierte Agrarwissenschaften in Gießen mit dem Schwerpunkt Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, promovierte in Bonn und ist seit mehr als 10 Jahren in Einrichtungen der Ressortforschung tätig. Sein Arbeitsgebiet sind die Wechselwirkungen zwischen Landwirtschaft und Umwelt.

Dr. Rüdiger Wolter
Diplom-Mineraloge, Studium in Köln und an der FU-Berlin im Fachbereich „Angewandte Geologie“. Ab 1986 im Umweltbundesamt. Tätigkeitsschwerpunkt ist der Grundwasserschutz, beteiligt an der Erstellung der „Nitratberichte der BRD über die Umsetzung der EU-Nitratrichtlinie“ und an den Berichten der LAWA über die Belastung des Grundwassers durch Pflanzenschutzmittel.

Prof. Dr. Friedhelm Taube
studierte Agrarwissenschaften in Kiel, dort folgten Promotion u. Habilitation, Prof.
f. Grünland u. Futterbau, Leiter d. Instituts f. Pflanzenbau u. Pflanzenzüchtung CAU Kiel, Schwerpunkte sind u. a. Stoff-, Energieflüsse u. Klimarelevanz in pflanzlichen Produktionssystemen, landwirt. Bodennutzung u. Wasserqualität, Ökosystemleistungen ökologischer/konventioneller Landbau.
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