Fachinfos - Schweine In diesem Bereich finden Sie eine wachsende Sammlung aktueller Fachinformationen zum Thema Schweine. Mit Neuigkeiten, Zahlen und Fakten sowie Hintergrundberichten aus unterschiedlichen Quellen.

Roggen in den Futtertrog

Obwohl niedrige Roggenpreise kostenbewusste Landwirte und Mischfutterhersteller eigentlich dazu veranlassen müssten, mehr Roggen einzusetzen, ist die vielfach nicht der Fall, da das Futtergetreide Roggen seit Jahrzehnten mit seinem schlechten Image zu kämpfen hat. Die Vorurteile halten sich trotz zahlreicher gegenteiliger Beweise hartnäckig in vielen Köpfen. Um zu prüfen, ob Roggen tatsächlich den Futterverzehr von Mastschweinen drosselt und damit Leistungseinbußen verursacht, führte die Landwirtschaftskammer Hannover einen Fütterungsversuch in der Leistungsprüfungsanstalt Rohrsen durch.

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    Details zu den Versuchergebnissen finden Sie in folgender Kurzfassung zum Download.

Weniger Kupfer und Zink ins Schweinefutter!

Kupfer und Zink gehören zu den lebensnotwendigen Spurenelementen, die jedoch zunehmend in die öffentliche Kritik geraten. Anlass ist die Diskrepanz zwischen der Spurenelementzufuhr und dem ernährungsphysiologischen Bedarf der Tiere. Vor allem die Veredelungsbetriebe ste-hen in der Kritik, da über die Wirtschaftsdünger z. T. erhebliche Mengen an Kupfer und Zink in den Boden eingetragen werden. Um mögliche Anreicherungen im Boden zu begrenzen, disku-tiert die EU seit einiger Zeit über die Herabsetzung bestimmter Spurenelementhöchstgehalte im Futter. Danach sind drastische Senkungen beim Kupfer- und Zinkgehalt geplant: statt 175 nur noch 20 bis 30 mg Kupfer/kg Ferkelaufzuchtfutter oder 100 bis 120 statt bisher 250 mg Zink/kg für alle Schweine. Wie die Tiere auf die niedrigeren Gehalte reagieren, ist bisher wenig unter-sucht worden. Die Landwirtschaftskammer Hannover führte in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tierernäh-rung der Tierärztlichen Hochschule Hannover einen Fütterungsversuch in der Leistungsprü-fungsanstalt Rohrsen durch, um die Auswirkungen reduzierter Kupfer- und Zinkgehalte auf die Leistung von Mastschweinen zu überprüfen.

Schweinefütterung: Umsetzbare Energie gilt!

Durch eine Firmen-Veröffentlichung sowie eine Pressemitteilung des Zentralverbandes der Deutschen Schweineproduktion (ZDS) ist der Eindruck erweckt worden, die Energiebewertung in der Schweineernährung/-fütterung sei in Deutschland von der Umsetzbaren Energie (ME) auf ein Nettoenergiesystem umgestellt worden. Der Ausschuss für Bedarfsnormen der Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) stellt in Übereinstimmung mit dem DLG-Arbeitskreis Futter und Fütterung und dem Bundesarbeitskreis der Fütterungsreferenten hiermit fest, dass eine Umstellung der Energiebewertung beim Schwein nicht vorgenommen wurde.

Sofern neue wissenschaftliche Erkenntnisse Anlass zur Überprüfung bestehender Empfehlungen geben, wird der GfE-Ausschuss sich wie bisher dieser Aufgabe annehmen und gegebenenfalls erforderlich Anpassungen vornehmen.

Leistungsverbesserungen durch Carnitinzulagen im Sauenfutter?
Die Leistungsfähigkeit unserer Zuchtsauen erhöht sich ständig und entspricht mittlerweile, in Sachen Milchleistung in Relation gesetzt, der unserer Milchkühe. Es besteht also auch hier die Notwendigkeit, an den "kleinen Schrauben" zur zusätzlichen Verbesserung der Leistung zu drehen. Eine solche Schraube scheint nach amerikanischen Untersuchungen die Versorgung mit Carnitin zu sein. Carnitin, das in erster Linie einen Rolle im Fettstoffwechsel spielt, ist eine vitaminähnliche Substanz, deren Bedarf unter normalen Umständen durch die Zufuhr durch das Futter und durch endogene Produktion gedeckt wird. In Hochleistungssituationen, bei unseren Sauen also vor allem in der späten Trächtigkeit und der Laktation, ist es denkbar, dass eine Unterversorgung mit Carnitin eintreten kann. Dieser Fragestellung widmete sich die Untersuchung, deren Ergebnisse als pdf-Datei zur Verfügung stehen. Es zeigte sich ein Einfluss der Carnitinzulage auf die Aufzuchtleistung der Sauen, der durchaus deutliche finanzielle Vorteile mit sich bringen kann.

Zu weiteren Fragen kontaktieren Sie bitte die Autoren:

Weber, Manfred1; Petra Stenzel1; Stephan Jacobs2
1 Lehr- und Versuchsanstalt Iden, Lindenstraße 18, 39606 Iden
2 LAH, Heinz-Lohmann-Straße 4, 27472 Cuxhaven

Kontakt

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Fachzentrum Landwirtschaft
Dr. Walter Staudacher
Eschborner Landstraße 122
D-60489 Frankfurt a. M.
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