DLG e.V. - DLG-Merkblatt 406 - Haltung von Masthühnern: Haltungsansprüche – Fütterung – Tiergesundheit - Tierwohl

Haltung von Masthühnern: Haltungsansprüche – Fütterung – Tiergesundheit DLG-Merkblatt 406

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Autoren:

DLG-Ausschuss für Geflügelproduktion
– Dr. Jutta Berk Institut für Tierschutz und Tierhaltung Celle, Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit

1. Rahmenbedingungen

Am 9. Oktober 2009 wurde die „Vierte Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung“ mit Anforderungen an die Haltung von Masthühnern in Kraft gesetzt, die der Umsetzung der EU-Richtlinie 2007/43/EG dienen. Die Verordnung gilt für intensive Masthühnerhaltungen ab einem Bestand von 500 Tieren, soweit diese nicht in Brütereien, in extensiver Bodenhaltung oder Auslaufhaltung nach Anhang V der Verordnung (EG) Nr. 543/2008 oder in ökologischer Haltung nach der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 gehalten werden. Die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (Abschnitt 4) und die „Bundeseinheitlichen Leitlinien für die gute betriebliche Praxis zur Haltung von Masthühnern“ (2012) lösen den Teil „Jungmasthühner“ der Bundeseinheitlichen Eckwerte für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Jungmasthühnern (Broiler, Masthähnchen) und Mastputen vom 2. September 1999 ab.


Deutschland ist EU-weit nach Polen und Großbritannien der drittgrößte Hähnchenfleischproduzent. Die Nettoerzeugung ist im Vergleich zu 2012 erneut um 5 % auf 915.000 t im Jahr 2013 angestiegen. Im langfristigen Trend weist der Hähnchenfleischverbrauch in Deutschland eine Zunahme auf, erreichte aber mit 11,7 kg Hähnchenfleisch pro Kopf der Bevölkerung im Jahr 2013 bei weitem noch nicht den durchschnittlichen Pro-Kopf-Verbrauch in der EU, der bei 17,8 kg lag. Den Höchstwert erreichte Großbritannien (22,5 kg), gefolgt von den Niederlanden (18,5 kg) und Frankreich (16,2 kg), während den Weltmarkt Brasilien (45,9 kg), die USA (42,7 kg) bzw. Argentinien (41,0 kg) anführen (MEG 2014). Für die kommenden Jahre wird sowohl im Rahmen der EU, aber auch weltweit noch Wachstumspotential gesehen. Gründe hierfür sind das weitere Wachstum der Weltbevölkerung, die immer noch relativ geringe Versorgung eines großen Teiles der Weltbevölkerung mit tierischem Eiweiß, religiöse Aspekte, günstige Veredlungskoeffizienten und nicht zuletzt ernährungsphysiologische Vorteile, die besonders im fettarmen und proteinreichen Fleisch zu sehen sind.

Die Vermarktung von Hähnchenfleisch in Deutschland erfolgt zunehmend als Frischfleisch aus einheimischen Schlachtereien, wobei sowohl ganze Schlachtkörper als auch Hähnchenteile angeboten werden.

Die Anforderungen der Öffentlichkeit an Verbraucher- und Tierschutz sowie Produktqualität und Produktsicherheit nehmen ständig zu. In diesem Zusammenhang gewinnen Qualitätssiegel und Herkunftsnachweise zunehmend an Bedeutung. Im Hähnchenbereich liegt der gesamte Produktionsprozess, angefangen bei eigenen Elterntierherden, Brütereien, vertraglich gebundenen
Mästern, eigenen Schlachtereien und Verarbeitungsbetrieben sowie Futtermühlen in der Hand der Vermarkter. Die Organisation und Kontrolle der gesamten Produktionskette bis einschließlich zur Frischtheke oder dem Tiefkühlregal ist Voraussetzung für die gestellten hohen Anforderungen an Qualität und Sicherheit der Endprodukte und ermöglichen auf diesem Weg, die Erwartungen der Verbraucher zu erfüllen. Wesentliche Faktoren innerhalb dieser Produktionskette stellen die Haltungsverfahren und die eingesetzten Herkünfte dar.

2. Züchtung

Die Zucht von Masthähnchen ist auf wenige, weltweit agierende Zuchtunternehmen konzentriert. Züchtung ist ein dynamischer Prozess, der eine kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung der Produkte an den Markttrend erfordert. Für die Erzeugung von Hähnchen zur Mast werden spezialisierte Hahnen- und Hennenlinien bzw. Linienkombinationen miteinander gekreuzt. Bei der Zucht der Vaterlinien wird vor allem auf die Kriterien Wachstumsleistung, Futterverwertung, Fleisch­ansatz und Fleischqualität geachtet, während bei den Mutterlinien neben der Wachstumsleistung auch besonderer Wert auf Reproduktionsleistungsparameter (Legeleistung, Befruchtung, Schlupf) gelegt wird. Bei der Auswahl zur Zucht wird außerdem auf die Tiergesundheit, die Fitness sowie das Tierwohl und Nachhaltigkeit geachtet.
Für die Erreichung des angestrebten genetischen Zuchtfortschrittes muss der Züchter auf ausgewogene Selektionskriterien achten, die die vorhandenen negativen Beziehungen zwischen der Reproduktionsleistung (Kükenzahl) und Mastleistung (Gewichtszunahme, Fleischansatz) einbezieht. Bei einseitiger Betonung eines der beiden Merkmalskomplexe kann leicht die Wirtschaftlichkeit auf einer der Erzeugungsstufen oder bei einer integrierten Erzeugung die Gesamtwirtschaftlichkeit leiden.
Zunehmend finden auch molekulartechnische Verfahren in der Züchtung Verwendung, die Zuchtentscheidungen z. B. aufgrund von Marker-Informationen aus der DNA ermöglichen.

3. Haltungsformen

Die Mast von Hähnchen erfolgt in Bodenhaltung auf Einstreu mit ausschließlich unkupierten Tieren. Bei den Stallformen werden sowohl massive geschlossene Ställe (konventionell) mit Zwangslüftung als auch offene Naturställe (Louisianastall) mit natürlicher Lüftung genutzt. Etwa ab dem Jahr 2000 wird die Mast von Hähnchen auch in Auslauf- oder Freilandhaltung entweder in Kombination mit angebautem Außenklimabereich und Auslauffläche oder nur mit einem Grünauslauf in Deutschland durchgeführt.

4. Mastverfahren

Zum jetzigen Zeitpunkt sind 3 Hauptmastverfahren und eine Zwischenstufe (Splittingverfahren) üblich, die durch eine unterschiedliche Mastdauer und entsprechende Mastendgewichte gekennzeichnet sind.

4.1 Kurzmast

Mastdauer (Tage): 28 – 30
Besatzdichte: 35 kg/m² bzw. 22 – 23 Tiere/m²
Durchgänge/Jahr: 8,1
Leerzeiten (Tage): mindestens 7 bis 14
Mastendgewicht (g): ca. 1.500 – 1.600
Futterverwertung (kg/kg) 1 : 1,55

4.2 Mittellangmast

Mastdauer (Tage): 32 – 35
Besatzdichte:
Durchgänge/Jahr: 7,0
Leerzeiten (Tage): mindestens 7 bis 14
Mastendgewicht (g): ca. 2.000 – 2.200
Futterverwertung (kg/kg) 1 : 1,65

4.3 Langmast (Roastermast)

Mastdauer (Tage): 38 – 42
Besatzdichte:
Durchgänge/Jahr: 7,0
Leerzeiten (Tage): mindestens 7 bis 14
Mastendgewicht (g): ca. 2.500 – 2.700
Futterverwertung (kg/kg) 1 : 1,74

4.4 Splittingverfahren

In dieser Mastform werden je nach Zielgewicht ca. 20 bis 30 % der eingestallten Tiere um den 29. Masttag (bei 1.500 bis 1.600 g) bzw. um den 33. Tag (bei 2.000 g) aus dem Bestand genommen und geschlachtet, so dass die Besatzdichte reduziert wird. Die verbleibenden Tiere mit entsprechend längerer Mastzeit und höheren Mastendgewichten haben durch das Herausnehmen mehr Platz zur Verfügung. Diese vorzeitige Herausnahme wird auch als Vorgreifen bezeichnet.

Prinzipiell ist von einer Besatzdichte von 33 kg/m² auszugehen, die auf Antrag (mindestens 15 Tage vor der erstmaligen Einstallung eines Masthühnerbestandes) auf eine maximale Besatzdichte von 39 kg/m² erhöht werden kann. Der Tierhalter hat sicherzustellen, dass diese Besatzdichte von maximal 39 kg/m² zu keinem Zeitpunkt der Mast überschritten wird. Unabhängig davon gilt die Regelung, dass ein Tierhalter im Durchschnitt dreier unmittelbar aufeinanderfolgender Mastdurchgänge die Besatzdichte von 35 kg/m² nicht überschreiten darf, wenn das durchschnittliche Gewicht der Masthühner weniger als 1.600 g beträgt. Die Besatzdichte bezieht sich dabei auf die nutzbare Fläche, wobei möglicherweise vorhandene Außenklimabereiche auf die Masthühnernutzfläche angerechnet werden können, wenn sie ständig für die Tiere zugänglich sind.

4.5 Auslauf- oder Freilandhaltung nach EU-Vermarktungsnormen für Geflügelfleisch

Die Vermarktungsnormen für besondere Haltungsverfahren gemäß der VO (EWG) Nr. 1538/91 definieren im Anhang 4 die Auslaufhaltung, wobei nachfolgende 3 Vermarktungsnormen unterschieden werden:

  1. Auslaufhaltung
  2. Bäuerliche Auslaufhaltung
  3. Bäuerliche Freilandhaltung

4.5.1 Auslaufhaltung

Die Auslaufhaltung setzt im Stall die „Extensive Bodenhaltung“ voraus. Die Besatzdichte darf je m² Bodenfläche bei Hähnchen 13 Tiere bzw. max. 27,5 kg Lebendgewicht nicht überschreiten. Die Hähnchen dürfen frühestens mit 56 Tagen geschlachtet werden. Den Tieren muss zumindest während der Hälfte ihrer Lebenszeit ständiger Zugang zu einem vorwiegend begrünten Auslauf am Tag gewährt werden. Die Auslauffläche sollte bei mindestens 1 m² pro Tier liegen, wobei das verabreichte Futter in der Ausmast mindestens 70 % Getreide enthalten muss.

4.5.2 Bäuerliche Auslaufhaltung

Die Anforderungen an die bäuerliche Auslaufhaltung gehen teilweise weit über die der normalen Auslaufhaltung hinaus. Die Besatzdichte je m² Stallfläche darf maximal 12 Hähnchen bzw. 25 kg Lebendgewicht nicht überschreiten. Die Nutzfläche der Ställe der einzelnen Produktionsstätten darf nicht mehr als 1.600 m² betragen. Die Anzahl Tiere pro Stall ist auf 4.800 Hähnchen begrenzt. Die Ausläufe müssen eine vorwiegend begrünte Fläche von mindestens 2 m² pro Tier aufweisen und ab der 6. Lebenswoche bei Tag ständig zur Verfügung stehen. Das Schlachtalter beträgt mindestens 81 Tage, wobei die Masttiere von anerkannt langsam wachsenden Rassen sein sollen. Das Mastfutter muss mindestens 70 % Getreide aufweisen.

4.5.3 Bäuerliche Freilandhaltung

Die Vorschriften entsprechen prinzipiell denen der „Bäuerlichen Auslaufhaltung“, weichen jedoch in ihrer Forderung nach einem flächenmäßig unbegrenzten Auslauf wesentlich davon ab und dürften infolgedessen für die kommerzielle Produktion vor allen Dingen unter deutschen Bedingungen kaum umsetzbar sein.

5. Haltungsansprüche

5.1 Einstreu


Die Einstreu dient zur Isolierung gegen vom Boden aufsteigende Kälte, schafft ein günstiges Mikroklima und bindet das über den Kot der Tiere ausgeschiedene bzw. von den Tränken stammende Wasser. Eine gute Einstreu sollte eine hohe Saugfähigkeit besitzen, sauber, trocken und biologisch abbaubar sein sowie einen niedrigen Staubanteil aufweisen. Als Einstreumaterialien können Strohgranulat, nichtimprägnierte, staubfreie Weichholzhobelspäne (600 bis 800 g/m²), Dinkelspelzen oder Dinkelgranulat oder auch kurz gehäckseltes Stroh (maximal 3 bis 5 cm Halmlänge, 800 bis 1.000 g/m²) verwendet werden. Alternativ können auch SoftCell® (Kostenfaktor) oder sehr gute Maissilage (Probleme: Salmonellen, Mykotoxine) Verwendung finden. Bei Verwendung von alternativen Einstreuarten sollte der Einsatz gemäß den Herstellerempfehlungen oder nach eingehender Fachberatung (z. B. Maissilage) erfolgen.

Wichtig ist eine krümelige Struktur der Einstreu, um Probleme mit Kontaktdermatitiden (Brustblasen, Fußballendermatitis) zu vermeiden. Die Einstreuhöhe sollte entsprechend den gegenwärtigen Empfehlungen möglichst gering gehalten werden, damit die Tiere sie durcharbeiten können, so dass die Einstreu trockener bleibt.

Häufig werden vor der Einstallung Papierbahnen (ca. 20 bis 25 % der Aufzuchtfläche) für die ersten Lebenstage unter den Trögen und Tränken ausgebracht, die den Küken die Fortbewegung und das Auffinden von Futter und Wasser erleichtern. Dieses sogenannte „Kükenpapier“ sollte sich selbst zersetzen oder innerhalb der ersten Lebenswoche entfernt werden.

5.2 Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Küken haben in den ersten Lebenstagen noch kein vollständig entwickeltes System zur Regulation der Körpertemperatur und stellen deshalb hohe Anforderungen an die Umgebungstemperatur. Die normale Körpertemperatur eines Kükens liegt zwischen 39,4 und 41,1 °C. In einer zu kühlen Umgebung wird ein Teil des aufgenommenen Futters zunächst zur Stabilisierung der Körpertemperatur verwendet und fehlt den Küken zur Körpermasseentwicklung. Die Temperatur ist stets in Tierhöhe zu messen. Der Temperaturverlauf im Stall wird entsprechend altersabhängigen Sollwertvorgaben geregelt. Vor der Einstallung soll der Stall intensiv vorgeheizt werden, so dass die Bodentemperatur bereits vor dem Einstreuen ca. 28 °C erreicht. Bereits in den ersten Tagen nach der Einstallung muss eine Mindestluftaustauschrate gefahren werden (z. B. durch wiederholte Stoßlüftung), um feuchte Einstreu und zu hohe Ammoniakwerte zu vermeiden. Ein guter Maßstab für die richtige Temperatur ist das Liegeverhalten der Küken. Ist die Temperatur zu niedrig, drängen sich die Küken zusammen. Bei zu hohen Temperaturen liegen sie mit gespreizten Flügeln und offenen Schnäbeln auf der Einstreu. Eine gleichmäßige Verteilung der Küken im verfügbaren Raum zeigt, dass der Temperaturbereich optimal ist (Abbildung 1 und 2). Prinzipiell wird zwischen Ganzraum- und Strahlerheizung unterschieden, wobei letztere vor allen Dingen in älteren Offenställen Verwendung findet. Bei Strahlerheizung unterscheidet man verschiedene Temperaturzonen, wobei die Temperatur direkt unter dem Strahler am höchsten ist und mit der Entfernung zum Strahler sich entsprechend verringert, so dass die Tiere die Möglichkeit haben, ihren optimalen Bereich zu wählen.

Abbildung 1: Verteilung der Küken unter den Strahlern als Indikator für die richtige Temperatureinstellung

Abbildung 2: Verteilung der Küken in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur bei Ganzraumheizung

Bei richtiger Temperaturgestaltung unter den Bedingungen der Ganzraumheizung sind die Küken in kleineren Gruppen von ca. 20 – 30 Tieren im Stall verteilt, wobei die Küken zwischen den Gruppen wechseln. Nachfolgende Tabelle zeigt die empfohlenen Stalltemperaturen in Abhängigkeit vom Tieralter und der verwendeten Heizung.

Tabelle 1: Empfohlene Stalltemperaturen

Alter in Tagen Ganzraumheizung °C Strahlerheizung °C
1 – 2 36 – 34 32 – 31
3 – 4 32 – 31 30
5 – 7 30 – 29 29 – 28
8 – 14 29 – 27 28 – 26
15 – 21 26 – 25 25
22 – 28 24 – 23 24
29 – 35 22 – 20 22 – 20
36 – 42 21 – 19 21 – 19
ab 43 20 – 18 20 – 18

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Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Stall müssen stets im Zusammenhang gesehen werden. Bei Erhöhung der Stalltemperatur um ca. 1 °C kann eine Reduktion der relativen Luftfeuchtigkeit um ca. 5 % erreicht werden. Am Beginn der Mast ist die relative Luftfeuchtigkeit bedingt durch die hohen Temperaturen im Stall und die trockene Einstreu noch auf einem niedrigen Niveau, weist jedoch mit zunehmender Mastdauer ansteigende Werte auf. Der Maximalwert sollte 70 % nicht überschreiten, da bei hohen Temperaturen (< 29 °C) und einer zu hohen Luftfeuchtigkeit das Wachstum negativ beeinflusst werden kann. Die anzustrebende relative Luftfeuchtigkeit in der Aufzucht und Mast ist in der folgenden Tabelle aufgeführt und sollte entsprechend der Temperaturverlaufskurve angehoben werden.

Tabelle 2: Anzustrebende relative Luftfeuchtigkeit

Alter in Tagen Relative Luftfeuchtigkeit (%)
1 – 9 ca. 50
10 – 13 60
14 – 20 67
ab 21. Lebenstag maximal 70

Diese Luftfeuchtigkeiten gewährleisten einen guten Zustand der Einstreu und verhindern eine zu trockene oder zu staubige Luft. Ein optimales Stallklima kann allerdings nur erreicht werden, wenn neben der Stalltemperatur und der Luftfeuchtigkeit auch die Luftgeschwindigkeit beachtet wird, da diese die vom Tier gefühlte Temperatur bestimmt. In der Tabelle wird dieser Zusammenhang anhand einiger ausgewählter Beispielzahlen verdeutlicht.

Tabelle 3: Zusammenhang zwischen Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftgeschwindigkeit

Raumtemperatur Relative Luftfeuchtigkeit Gefühlte Temperatur (m/s) 
°C % 0 0,5 1,11,5 2,0 2,5
35 50 35 32 2724 23 22
35 70 38 35 3129 26 24
29 50 29 27 2423 21 20
29 70 32 30 2726 24 23
24 50 24 23 2120 18 17
24 70 26 24 2322 20 19

5.3 Lüftung

Die Lüftung ist das maßgebliche Instrument zur Steuerung des Stallklimas. Eine ausreichende Belüftung ist Voraussetzung für die notwendige Sauerstoffzufuhr, die Regulierung der Stalltemperatur und dient der Verringerung von Staub, Feuchtigkeit und Ammoniak im Stall und beeinflusst indirekt auch die Einstreuqualität. Der Schadgasgehalt kann als Indikator für die Qualität des Stallklimas angesehen werden. Zu hohe Schadgasgehalte verringern die Mastleistung und wirken negativ auf Tier und Stallpersonal. Von den in der Stallluft enthaltenen Gasen kommt dem Ammoniak die größte Bedeutung zu. Der Ammoniakgehalt in der Stallluft darf 20 ppm nicht dauerhaft überschreiten, für Kohlendioxid beträgt der Wert 3.000 ppm.

Besonders im Sommer bei hohen Außentemperaturen ist eine ausreichende Lüftung wichtig, um den Wärmeüberschuss aus dem Tierbereich abzuführen. Eventuell müssen zusätzliche Maßnahmen (Dachberegnung, Einsatz von Sprühnebelanlagen mit dem Effekt der Verdunstungskühlung, höhere Luftwechselraten und Lenkung des Zuluftstromes direkt in den Tierbereich) ergriffen werden, um das Wärmeregulationsvermögen der Broiler zu unterstützen und negative Effekte zu vermeiden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Luftfeuchtigkeit im Stall nicht unerträglich hoch ansteigt und ein Enthalpiewert unter 67 kJ/kg eingehalten wird, da ein Wert über 72 kJ/kg in der Stallluft nach gegenwärtigen Erfahrungen als letale Grenze gilt, deren Erreichen in der Regel zum Hitzetot der Broiler führt.

In allen Ställen, auch in frei belüfteten Offenställen (Louisianaställe) müssen für extrem heiße Wetterlagen zusätzliche Belüftungsmöglichkeiten bereitgehalten werden, um einen ausreichenden Mindestluftstrom zu gewährleisten (4,5 m3/kg Lebendgewicht und Stunde). Bei Stallneubauten werden sogar 5 m3/kg Lebendgewicht pro Stunde empfohlen.

5.4 Beleuchtung

Beim Neubau von Ställen müssen diese mit Lichtöffnungen versehen sein, deren Gesamtfläche mindestens 3 Prozent der Stallgrundfläche ausmachen. Im Stall ist eine möglichst gleichmäßige Ausleuchtung anzustreben. Alle Ställe müssen im Tierbereich eine Mindestdurchschnittslichtstärke von 20 Lux während der Hellphase sicherzustellen, wobei mindestens 80 Prozent der Masthühnernutzfläche auszuleuchten ist. Die geforderte Lichtintensität ist auf Augenhöhe der Tiere zu messen. Für die Dauer der Dunkelphase kann eine künstliche Lichtquelle zur Orientierung von maximal 0,5 Lux vorhanden sein, um Panik zu vermeiden. Hühnervögel können zusätzlich im UV-Bereich sehen und verfügen daher über eine andere Farb- und Helligkeitswahrnehmung als das mensch­liche Auge. Ebenso scheint das zeitliche Auflösungsvermögen ihrer Augen höher zu sein, so dass sie künstliches Licht mit niederen Flackerfrequenzen als Stroboskoplicht wahrnehmen. Aus diesem Grund ist ab 10. 10. 2012 eine flackerfreie Beleuchtung vorgeschrieben.

Spätestens ab dem siebten Tag nach der Einstallung und bis zu drei Tage vor dem voraussichtlichen Schlachttermin ist ein 24-stündiges Lichtprogramm zu gewährleisten, dass sich an dem natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus orientiert und mindestens eine sechsstündige ununterbrochene Dunkelphase, ohne Berücksichtigung von Dämmerungsphasen, aufweist.

5.5 Futter- und Tränkeeinrichtungen

Als Tränkesysteme kommen Cup- oder Nippeltränken, Rundtränken, Tränkerinnen und in der Anfangsphase eventuell zusätzliche Stülptränken in Frage. Entscheidend für die Auswahl des Tränketyps sind hygienische und arbeitswirtschaftliche Aspekte sowie der Anfall von Spritzwasser und die Funktionssicherheit. Cup- und Nippeltränken haben sich unter diesen Gesichtspunkten zunehmend durchgesetzt. Tränk- und Futtereinrichtungen sind immer an die Größe der Tiere anzupassen und so einzustellen, dass die Tiere während der gesamten Mastperiode leicht an Futter und Wasser gelangen, aber eine Vergeudung vermieden wird. Unter praktischen Gesichtspunkten bedeutet das, dass sich Tränke- und Fütterungseinrichtungen in etwa auf Rückenhöhe der Tiere befinden sollten. Bei normalen Temperaturen beträgt die Wasseraufnahme das 1,6- bis 1,8-fache der Futteraufnahme. Die Wasseraufnahme erhöht sich proportional zur Temperatur. Mit jedem Grad über 21 °C steigt der Wasserbedarf um ca. 6,5 %, so dass ab 30 °C zusätzliche Tränken angeboten werden sollten. Das Trinkwasser für Broiler sollte eine Temperatur von 10 – 12 °C aufweisen, da zu kaltes oder zu warmes Wasser (ca. 30 °C) eine Verringerung der Futteraufnahme bewirkt und damit ein geringeres Wachstum der Tiere zur Folge hat. Einen Überblick über die durchschnittliche Wasseraufnahme in Abhängigkeit vom Lebensalter gibt die Tabelle.

Tabelle 4: Durchschnittliche Wasseraufnahme in Abhängigkeit vom Lebensalter

Alter (Tage) Wasseraufnahme/1.000 Küken/Tag (Liter)
7 58 – 65
14 102 – 115
21 149 – 167
28 192 – 216
35 232 – 261
42 274 – 308
49 309 – 347
56 342 – 385

Das Wasser muss Trinkwasserqualität aufweisen und sollte zweimal jährlich auf den Härtegrad, den Salzgehalt sowie auf Nitrate und Bakterienverunreinigungen untersucht werden. Dem Alter entsprechend können die in der Tabelle aufgezeigten Futter- und Tränkeeinrichtungen angeboten werden.

Tabelle 5: Bedarf an Futter- und Tränkeinrichtungen

Tränke-/Futtereinrichtungen Anzahl bzw. Einheit
Kükentränke 1 Tränke/100 Küken
Cup- bzw. Nippeltränke 12 – 15 Tiere/Nippel bzw. 60 Tiere/Cup
Nippeltränke > 3 kg 8 – 10 Tiere/Nippel
Rundtränke 0,66 cm/kg Lebendmasse
Kükenfutterschale 1 Schale/100 Küken
Rundtröge 0,66 cm/kg Lebendmasse
Längströge bzw. Tränkerinnen 1,5 cm/kg Lebendmasse

Küken können das Futter in den ersten Tagen zusätzlich auf Futterschalen aus Kunststoff oder auch auf Papierbahnen oder Eierhöckern erhalten.

6. Fütterung

Für die Ausschöpfung des genetischen Wachstumspotentials benötigen Broiler Futter, das einen ausgewogenen Energie- und Nährstoffbedarf (Rohprotein, Aminosäuren, Mengenelemente) entsprechend dem Alter gewährleistet. Aus diesen Gründen wird zwischen Starter-, Mast- und Endmastfutter unterschieden, wobei das Mastfutter je nach Futtermittelhersteller und in Abhängigkeit von der Herkunft ebenfalls noch gestaffelt sein kann. Die eingesetzten Alleinfuttermittel werden hauptsächlich in Form von Pellets gegeben, Starterfutter oftmals auch als gebrochene Pellets in krümeliger Form. Zur Vorbeugung gegen Kokzidiose kann dem Starter- und Mastfutter ein Kokzidiostatikum zugegeben werden, das spätestens 3 Tage vor der Schlachtung abgesetzt werden muss. Anforderungen an die Inhaltsstoffe und Beispielrezepturen für Broileralleinfutter sind in den Tabellen 6 und 7 aufgeführt, wobei sie für Mastfutter II und Endmastfutter auch Rezepturen mit vermindertem Energiegehalt zur Reduktion der Fettbildung, aufweisen.
Bei Vorhandensein von hofeigenem Weizen hat sich die Zufütterung von Weizen mit einem Anteil bis zu 20 % bzw. bei Verwendung eines spezifischen Ergänzungsfutters bis zu 40 % bewährt. Die Weizenbeifütterung führt zu einer Nährstoffverdünnung, so dass zur Vermeidung von Leistungsdepressionen auf eine ausreichende Versorgung mit den Aminosäuren Lysin und Methionin zu achten ist. Der Zusatz von ganzem oder gequetschtem Weizen sollte erst ab dem 18. Lebenstag erfolgen, da der Nährstoffbedarf der Broiler hoch und das Futteraufnahmevermögen begrenzt ist. Zu beachten ist, dass der Weizenanteil in der Ration langsam erhöht wird und ein Absetzen zwei Tage vor der Schlachtung notwendig ist, um Körnerrückstände im Magen zu vermeiden.

Tabelle 6: Anforderungen an ausgewählte Inhaltsstoffe im Alleinfutter für Broiler* (Jeroch et al., 2013)

Inhaltsstoffe Futtertyp
Starterfutter 1./2. Woche Mastfutter I 3. – 4./5. Woche Mastfutter II 5./6. – 8. WocheEndmastfutter > 8. Woche
Umsetzbare Energie (MJ/kg) 12,5 13,0 13,5/13,02 13,0/12,5**
Rohprotein (g/kg) 230 215 205 190
Lysin (g/kg) 12,8 11,6 10,5 9,5
Methionin (g/kg) 4,6 4,3 4,1 3,7
Methionin + Cystin (g/kg) 8,5 8,9 9,2 8,8
Threonin (g/kg) 8,3 8,2 8,0 7,7
Tryptophan (g/kg) 2,0 1,9 1,8 1,6
Calcium (g/kg) 10,3 8,2 7,3 7,0
Nicht-Phytin-P (g/kg) 6,2 5,1 4,7 4,5
Natrium (g/kg) 1,3 1,1 0,9 0,85

* Basierend auf den Empfehlungen der GfE plus Sicherheitszuschlägen
** Zur Einschränkung des Fettgehaltes im Schlachtkörper, verbunden mit etwas geringerer Mastendmasse und leicht erhöhtem Futteraufwand

Tabelle 7: Beispielrezepturen für Broileralleinfutter (Jeroch et al., 2013)

Komponenten (g/kg) Starter- futter Mast- futter I Mast- futter II Mast- futter II, AMEN ­reduziert Endmast- futter Endmast- futter II, AMEN ­reduziert
Weizen 321 331 264 429 480 512
Mais 200 200 250 100 100 100
Sojaextraktionsschrot 11 96
Sojaextraktionsschrot (HP) 208 156 168 143 97 89
Sojabohnen 150 50
Rapsextraktionsschrot 50 42 50 50 50
Rapskuchen 80 80 80 80
Sonnenblumen-extraktionsschrot 30 50 25 80 80 80
Calciumcarbonat fein  6,5  2,5  2,5  2,5  2,0  2,0
Monocalciumphosphat 16,3  11,8  13,7  14,5  13,1  13,1
Calcium-Natrium-Phosphat  5,0  5,0  2,0  1,0  2,0  2,0
Natriumchlorid  2,2  1,7
Mischöl (20% Linolsäure) 37 82 90 86 81 58
DL-Methionin  1,2 1,75  2,1  1,8  1,8  1,8
L-Lysin-HCl  1,4  1,4  0,6  1,5  1,7  1,9
L-Threonin  0,5  0,4  0,7  1,0  1,0
Vormischung 10 10 10 10 10 10
Gehalte (je kg Futter)
AMEN (MJ/kg) 12,5 13,0 13,5 13,0 13,0 12,5
Rohprotein (g) 230 215 205 205 190 190
Rohfaser (g) 35 40 40 49 49 49
Lysin (g) 12,8 11,6 10,5 10,5 9,5 9,5
Methionin (g) 4,8 5,3 5,5 5,4 5,2 5,2
Methionin + Cystin (g) 8,5 8,9 9,2 9,2 8,8 8,8
Threonin (g) 8,3 8,2 8,0 8,0 7,7 7,7
Tryptophan (g) 2,9 2,7 2,6 2,6 2,3 2,3
Calcium 10,3 8,2 7,4 7,3 7,1 7,0
Nicht-Phytin-P (g) 6,2 5,1 4,7 4,8 4,5 4,5
Natrium (g) 1,3 1,1 1,2 1,2 1,2 1,2
Magnesium (g) 1,9 1,8 2,0 2,0 2,0 2,0
Linolsäure (g) 28 24 30 23 23 18

7. Tiergesundheit und Impfungen

Die Voraussetzungen für einen guten Gesundheitsstatus von Masthähnchen werden bereits durch die Elterntierherde und in der Brüterei gelegt, sind aber auch wesentlich durch die Einhaltung und Durchführung von entsprechenden Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen vor der Einstallung und während der Mastperiode durch den Halter beeinflussbar. Dazu gehört eine ordnungsgemäß durchgeführte Reinigung und nachfolgende Desinfektion des Stalles inklusive der Stalleinrichtung und der Stallumgebung sowie notwendige Insekten- und Schadnagerbekämpfung. Nach Abschluss der Reinigung und Desinfektion sollte eine Beurteilung der Effizienz der durchgeführten Maßnahmen durchgeführt werden. Viele Erkrankungen können durch zweckmäßiges Management und gute Stallhygiene vermieden oder zumindest reduziert werden. Ein guter Indikator ist der tägliche Wasser- und Futterverbrauch, so dass ein Rückgang häufig als erste Warnung für eine kommende Krankheit angesehen werden kann. Aus diesen Gründen sollten sie täglich kontrolliert werden, um bei Bedarf unmittelbar reagieren zu können.

Für häufig auftretende Erkrankungen beim Geflügel wie ND (Newcastle Disease), infektiöse Bronchitis (IB) oder Gumboro stehen entsprechende Impfstoffe zur Verfügung, die in Abstimmung mit dem verantwortlichen Tierarzt in Abhängigkeit von der Region und dem damit vorhandenen Krankheitsdruck sowie vom maternalen Antikörperstatus eingesetzt werden können. Nachfolgendes Beispiel zeigt einen möglichen Impfplan für die Broilermast, der jedoch stets in Abhängigkeit vom örtlichen Infektionsdruck aufgestellt werden muss.

Beispiel für einen Impfplan im konventionellen Bereich:

  • IB-Impfung als Spray in der Brüterei am ersten Lebenstag
  • ND-Impfung in der Regel in der zweiten Lebenswoche in Abhängigkeit von der zweiten Impfung gegen IB
  • Eventuell Gumboro-Impfung, in Abhängigkeit vom maternalen Antikörperstatus (kann zeitgleich mit ND-Impfung durchgeführt werden)
  • IB-Nachimpfung üblicherweise zwischen dem 14. bis 18. Lebenstag, in Abhängigkeit vom lokalen Infektionsdruck eventuell auch eher. In diesem Fall sollte die ND-Impfung erst 7 Tage später erfolgen.

8. Wirtschaftlichkeit

8.1 Betriebsvergleich

In den letzten Jahren gewann die Mittellangmast und die Schwermast aufgrund der Änderung der Verzehrsgewohnheiten und der damit verbundenen erhöhten Nachfrage nach Teilstücken sowie der verbesserten Wirtschaftlichkeit zunehmend an Bedeutung. Aus diesem Grund haben zahlreiche Betriebe von Leicht- auf Mittel- und Schwermast umgestellt. Hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit der Hähnchenmast stellt der Auszahlungspreis den entscheidenden Faktor dar, aber auch die biologischen Leistungen (Futterverwertung, Tageszunahmen, Verluste) spielen eine große Rolle und können entscheidend durch das Management beeinflusst werden. Die Futterkosten verursachen den Hauptanteil der Direktkosten, so dass bei den zunehmend hohen Futtermittelpreisen schon geringfügige Verbesserungen in der Futterverwertung zu einer besseren Wirtschaftlichkeit beitragen können. Eine Möglichkeit zur Reduktion der hohen Futterkosten besteht im Einsatz von hof­eigenem Getreide. Den zweiten dominierenden Faktor stellen die Kosten für die Küken dar, wie die nachfolgende Abbildung verdeutlicht (Schierhold, 2014, LWK Niedersachsen).

Die Daten für die Betriebszweigauswertung der Tabelle 8 stammen von 64 Hähnchenmastbetrieben und schließen 433 Durchgänge aller verarbeitenden Integrationen und Mast­verfahren ein, die anonym in der Landwirtschaftskammer Niedersachsen ausgewertet wurden. Zunächst wurden die Durchschnittswerte ermittelt, die dann mit den Ergebnissen der 25 % erfolgreichsten (25 % ++) bzw. 25 % weniger erfolgreichen Betriebe (25 % --) verglichen wurden. Die Daten sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt und verdeutlichen, dass die erzielten Ergebnisse in Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit des Betriebes erheblich differierten. Eine aussagefähige Kennzahl ist die direktkostenfreie Leistung (Dkf. L) je m² Stallfläche, die einen Vergleich verschiedener Produktionsverfahren ermöglicht. Vorliegende Auswertung zeigt, dass die direktkostenfreien Leistungen pro m² Stallfläche bei 28,66 Euro mit einer Schwankungsbreite zwischen 15,16 Euro (25 % --) und 41,15 Euro (25 % ++) lagen. Mäster im unteren Viertel können mit dem Erlös weder die Festkosten noch ihre Lohnkosten decken (Schierhold, 2014).

Tabelle 8: Betriebszweigauswertung Hähnchenmast 2012/2013, Niedersachsen (Schierhold, 2013)

Einheit Durchschnitt 25 % ++ 25 % --
sortiert nach Dkf. L.* je m² Stall
Anzahl Betriebe 64 16 16
Stallplätze 53.830 54.098 50.050
Durchgänge pro Jahr 7,40 7,36 7,47
Leerstehtage 8,95 8,49 10,05
Durchschnittl. Verkaufsgewicht kg je Tier 2,31 2,42 2,15
Leistung durchschn. € je kg 0,98 0,99 0,97
sonstige Erlöse € je Tier 0,01 0,01 0,01
Leistung gesamt € je Tier 2,26 2,40 2,07
Kosten
Küken €/kg LG 0,16 0,15 0,17
Futter €/kg LG 0,65 0,65 0,66
Tierarzt/ Medikamente/Desinfektion €/kg LG 0,03 0,03 0,02
Energie €/kg LG 0,03 0,03 0,03
sonstige Kosten €/kg LG 0,003 0,002 0,003
Direktkosten je kg LG gesamt Euro 0,90 0,88 0,92
Direktkosten pro Tier Euro 2,07 2,12 1,98
Dkf. L. je Tier Euro 0,19 0,28 0,09
Dkf. L. je Stallplatz Euro 1,26 1,84 0,65
Dkf. L. pro qm Stall Euro 28,66 41,15 15,16
Dkf. L. pro kg Hähnchen Euro 0,08 0,11 0,04
Durchschnittliche Masttage 37,82 38,45 36,52
Durchschnittl. Tageszunahme g 61,08 62,86 58,79
Futterverwertung 1: 1,64 1,61 1,67
Kraftfutter Euro/dt 40,0 40,20 39,54
Kosten je Zukaufküken Euro/Tier 0,34 0,35 0,35
Verluste insgesamt % 3,75 4,43 3,94

Quelle: Landwirtschaftskammer Niedersachsen
* Dkf. L: Direktkostenfreie Leistung; LG: Lebendgewicht; Daten in Netto

8.2 Vergleich der Produktion von Standard- und Premiumhähnchen (Damme, 2014)

Die Ansprüche der Verbraucher schließen zunehmend das Tierwohl bei der Erzeugung tierischer Produkte mit ein, wobei zunehmend Wert auf Regionalität und geringen Medikamenteneinsatz gelegt wird. Diesen Ansprüchen wird beispielsweise durch die Entwicklung einer Premiumschiene nachgekommen, die mit einem Aufpreis von ca. 30 % zwischen dem konventionell und dem biologisch erzeugten Masthähnchen liegt. Im Handel sind diese Premiumtiere mittlerweile unter dem Namen Privathof (Wiesenhof), Landhendl (Huber) oder Fair Mast (Plukon Food Group) gelistet. Die nachfolgende Tabelle vergleicht in einer Beispielkalkulation von Damme (2014) die Kosten unter den gegenwärtigen Produktionsbedingungen zwischen den konventionell erzeugten Broilern und denen der Premiumproduktion.

Tabelle 9: Vergleich der Standard-Broilerproduktion mit der Premium-Hähnchenerzeugung (Kostenkalkulationsbeispiel inkl. MwSt. laut Geflügeljahrbuch, Damme 2014, LVFZ Kitzingen)

Kennzahl (Annahme) Standard Premium
Besatzdicht, kg/m² 39,0 25,0
Zielgewicht, kg 2,3 1,8
FVW, 1: 1,7 1,9
Herkunft Ross 308 Cobb/Sasso
Tageszunahme, g 60 45
Mastdauer, Tage 37 42
Kükenpreis, €/Stück 0,37 0,45
Output Stall/Jahr, t 624 320
Kostenfaktor Standard
(€/kg LG)
Premium
(€/kg LG)
Differenz
(€/kg LG)
Futter (40 €/dt) 0,68 0,76 + 0,08
Küken 0,16 0,25 + 0,09
Energie, Wasser, Tierarzt, Hygiene, Sonstig. 0,08 0,09 + 0,01
Festkosten (Neubau) 0,08 0,15 + 0,07
Arbeit 0,03 0,04 + 0,01
Summe der Kosten, €/kg LG 1,03 1,29 + 0,26 (+ 25 %)
Auszahlungspreis 1,07 1,43 + 0,36 (+ 34 %)
Gewinn/kg LG 0,04 0,14 + 0,10
Gewinn/Anlage, € 24.960 44.800

FVW: Futterverwertung (kg Futter/kg Zuwachs), LG: Lebendgewicht

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