DLG e.V. - DLG-Merkblatt 334: Gewannebewirtschaftung

DLG-Merkblatt 334: Gewannebewirtschaftung

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Der fortschreitende Wandel in der landwirtschaftlichen Betriebsstruktur sowie die abnehmenden Gewinnspannen bei der landwirtschaftlichen Produktion verlangen nach adäquaten Methoden zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Landwirte. Dies vor allem in Regionen, die nicht über optimale Produktionsbedingungen hinsichtlich der Landschaftsstruktur verfügen. Die virtuelle Flurbereinigung in Form der Gewannebewirtschaftung ermöglicht eine schnelle Verbesserung der Produktionsbedingungen und eine Reduktion des Aufwandes für die Pflanzenproduktion. Aus wirtschaftlicher Sicht liegen die Vorteile auf der Hand. Gewannebewirtschaftung führt unter den beschriebenen Bedingungen zu Deckungsbeitragssteigerungen von bis zu 150 € / Hektar und Jahr. Gleichzeitig sinkt der Arbeitszeitbedarf um über 30 Prozent. Durch eine überbetriebliche Mechanisierung lassen sich technische Neuerungen günstig nutzen. Auch für die Schonung von Ressourcen und den Umweltschutz ist die überbetriebliche Bewirtschaftungsplanung positiv. Vor allem im ökologischen Landbau, wo es mitunter schwierig ist, bei der Produktion die geforderten Qualitäten zu erzeugen, bietet die Gewannebewirtschaftung in Verbindung mit moderner Landtechnik Chancen für eine Qualitätssicherung durch überbetriebliche Planung und teilflächenspezifische Erfassung. Jedoch wirft das Modell ”Gewannebewirtschaftung” bei vielen Landwirten auch Fragen und Probleme auf. Zunächst führt der überbetriebliche Ansatz immer zu einer mehr oder weniger ausgeprägten Einschränkung der individuellen Entscheidungsfreiheit. Entscheidungen über Bewirtschaftung und Bestandesführung sowie den Maschineneinsatz müssen gemeinsam getroffen werden, was nicht immer einfach erscheint. Bei unterschiedlichen Ansprüchen an die Flächennutzung (intensiv – extensiv oder Futterbau – Marktfruchtbau), aber vor allem bei der Belegung der Flächen mit unterschiedlichen Kulturlandschaftsprogrammen oder bei unterschiedlicher Bewirtschaftungsweise (ökologisch – konventionell) scheint es schwierig, alle diese Faktoren unter den Hut einer gemeinsamen Gewannebewirtschaftung zu bringen. Schließlich wird auch aus rechtlicher Sicht bezüglich der Grenzsicherung und der Bewirtschaftung von Pachtflächen durch Dritte noch Klärungs- oder sogar Regelungsbedarf bestehen. Ungeachtet aller möglichen Probleme werden jedoch für die Zukunft neue Ansätze und Methoden gefragt sein, um auf veränderte Bedingungen in der Produktion, wie Preissituation, Betriebsgröße, Umweltschutzforderungen und Verbraucherschutzforderungen, zu reagieren. Der überbetriebliche Einsatz moderner GPS-gestützter Technik und damit verbunden die virtuelle Flurbereinigung sind für die Landwirte wichtige Hilfsmittel, sich zukünftigen Herausforderungen zu stellen.

Autoren:

Fachbereich Landtechnik,
Ausschuss für Arbeitswirtschaft und Prozesstechnik
Berabeitet von:
Dipl.-Ing.agr. Matthias Rothmund, wissenschaftlicher Mitarbeiter,Technische Universität München, Technik im Pflanzenbau unter Mitwirkung von Harald Gasser, Landwirt, Riedhausen

 

 

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