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Die neue Strategie: Landwirtschaft in der Ernährungswirtschaft

Zusammenfassung der neuen Strategie in 10 Punkten

Für die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft liegt die Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft im Verbund. Die neue Strategie heißt für sie "Landwirtschaft in der Ernährungswirtschaft". DLG-Präsident Philip Freiherr von dem Bussche stellte sie zu Beginn der DLG-Wintertagung in Berlin vor und fasste sie in zehn Punkten zusammen:

1. Die Zukunft der Land- und Ernährungswirtschaft liegt im Verbund!
Die neue Strategie heißt daher "Landwirtschaft in der Ernährungswirtschaft". Es ist die strategische Antwort des Agrarsektors auf die Osterweiterung der EU, auf die WTO-Verhandlungen, auf den vorbeugenden Verbraucherschutz und das große gesellschaftliche Projekt der nachhaltigen Entwicklung der Land- und Ernährungswirtschaft.

2. Wieder mehr Markt zulassen!
Die veralteten Strukturen in der europäischen Landwirtschaft sollten aufgebrochen werden. Das beste Qualitätssicherungssystem innerhalb der Land- und Ernährungswirtschaft ist die Marktwirtschaft, in der der Verbraucher das Angebot durch seine Nachfrage steuern kann. Mit mehr Selbsthilfe der Wirtschaft wird eine stärker verbraucherorientierte Landwirtschaft erreicht als mit staatlicher Regulierungswut.

3. Moderner Verbraucherschutz braucht EU-weit einheitliche Standards!
Nationale Sonderwege bewirken hinsichtlich Verbraucher- und Tierschutz wenig. Zudem führen sie zu Marktanteilsverlusten heimischer Produzenten und Beschäftigungsrückgang sowie zu einem erheblichen Importanstieg.

4. Die Probleme müssen mit moderner Landwirtschaft gelöst werden!
Für eine nachhaltige und tiergerechte Wirtschaftsweise ist die Größe des landwirtschaftlichen Betriebes nicht entscheidend. Die Vergangenheit verdeutlicht, dass gerade der Einsatz von technischen und wissenschaftlichen Innovationen dazu geführt haben, dass Ökonomie, Qualität, Tiergerechtheit und Umweltschutz zunehmend zur Deckung gebracht werden können.

5. Ökolandbau ist kein Allheilmittel!
Zur modernern Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts gehören sowohl der ökologisch als auch der integriert wirtschaftende Betrieb, die unternehmerisch geführt werden und sich am Markt orientieren. Sie unterscheiden sich lediglich in ihren Zielgruppen.

6. Mehr Lebensmittelsicherheit nur in größeren Einheiten!
Die Qualitätssysteme in der Land- und Ernährungswirtschaft müssen weiter vorangetrieben werden, um in der gesamten Wertschöpfungskette die notwendige Transparenz von Qualität, Sicherheit, Zusammensetzung und Herstellungsverfahren der Lebensmittel zu verwirklichen.

7. Die grüne Gentechnik transparent machen!
Die grüne Gentechnik ist eine unserer Zukunftstechnologien. Sie wird einen erheblichen Beitrag zu den Zielen Verbraucherschutz, Qualität und Umwelt leisten.

8. Mehr in Kommunikation und Image investieren!
Nachhaltige Imageverbesserung bedarf des Einsatzes und der Bündelung der Ressourcen aller in der Wertschöpfungskette Beteiligten. Der Verbund-Gedanke muss auch in der Kommunikation umgesetzt werden. Die Agrarwirtschaft muss mehr in Kommunikation und Image investieren, es bedeutet auch ein völlig neues Denken und neue Wege gehen. Bausteine einer Vertrauen fördernden Kommunikation sind Mut und Wahrhaftigkeit. Die Landwirtschaft muss ihre Schwächen in der emotionalen Kommunikation beseitigen. Eigentlich verfügen die Landwirte über Bilder und Botschaften von besonderer Emitonalität, die nur erkannt und in der Kommunikation aktiv genutzt werden müssen.

9. Das Zukunftsthema Nachhaltigkeit entwickeln!
Nachhaltigkeit ist das Schlüsselthema des 21. Jahrhundert, weil von ihr der Erfolg der Globalisierung abhängen wird. Es ist zugleich ein klassisches Agrarthema. Darin verbinden sich die jahrhundertealte Pflege der Kulturlandschaft, die Verantwortung im "Generationenvertrag Bauernhof" und die Traditionen der ländlichen Räume mit den neuen Herausforderungen der globalen Hunger- und Armutsbekämpfung.

10. Wissenschaft und Sachverstand stärken!
Know how und Innovationskraft sind die Grundpfeiler künftiger Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit von Unternehmen und Branchen. Die Anstrengungen für Forschung und Entwicklung dürfen nicht vermindert werden! Wissenschaft, Sachverstand und Unabhängigkeit müssen gestärkt werden. Die Agrarforschung muss zusätzlich Felder wie Produktqualität, Biodiversität und Nachhaltigkeit besetzen, zudem ist eine interdisziplinäre Forschung notwendig, bei der die Landwirtschaft, der Verarbeitungssektor, der Handel und die Konsumentenseite als Ganzes betrachtet werden.

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