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Junge Unternehmer heute und morgen:

Wie sehen junge Landwirte die Herausforderungen? - Unternehmertum wird noch ausschlaggebender -

Die Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft werden sich dramatisch ändern. Wie wirken sie sich auf die künftigen Betriebsentwicklungen aus und welche Faktoren sollen junge Unternehmer bei ihren weiteren Planungen für eine erfolgreiche Zukunft beachten? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines internen Strategie-Workshops, den die Leitungsgremien der Jungen DLG kürzlich auf dem Betrieb ihres Gründungsmitgliedes Georg Rittmayer in Willersdorf/Franken durchführten. Das folgende Zwischenfazit fasst die bisherigen Diskussionen und Meinungen in zehn Punkten zusammen.

1. Die Landwirtschaft in Europa steht vor erheblichen Strukturveränderungen. Leere öffentliche Kassen, Veränderungen auf den Weltmärkten und im Verbraucherverhalten sowie in der gesellschaftlichen Verankerung der Landwirtschaft machen eine Neuausrichtung des unternehmerischen Denkens und Handelns erforderlich. Sich diesen Herausforderungen zu stellen und die aufkommenden Aspekte zu thematisieren, sieht die Junge DLG als eine ihrer Aufgaben an.

2. Die jungen Unternehmer in der deutschen Landwirtschaft stehen der EU-Osterweiterung aufgeschlossen gegenüber. Europa und einer verstärkten Zusammenarbeit junger Unternehmer in Europa gehört die Zukunft.

3. Die jungen Unternehmer in der deutschen Landwirtschaft sind stolz auf ihren Beruf. Bei der Bewältigung der vor ihnen liegenden Herausforderungen bauen sie auf ihre fachliche und soziale Kompetenz und schöpfen auch in Zukunft ihre Motivation für eine erfolgreiche Zukunftsausrichtung aus ihrer Tradition, ihren Familien und einem gesunden Umfeld, wie es in vielen Betrieben gegeben ist.

4. Die Entwicklung der Subventionspolitik ist und bleibt eines der beherrschenden Themen in der Landwirtschaft. Die jungen Unternehmer gehen von weiter sinkenden Förderungen aus und werden ihre künftigen Strategien konsequent darauf ausrichten.

5. Der Faktor "Unternehmerisches Handeln" wird noch ausschlaggebender durch den zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck. "Business as usual" " wird nicht mehr zum Erfolg führen. Sich, das Unternehmen und seine Arbeitsabläufe ständig neu zu überdenken und zu hinterfragen, ist eine wichtige Aufgabe. Die Politik kann fördernd oder hemmend auf betriebliche Entscheidungen wirken. Sie ist aber nicht entscheidend für den Betriebserfolg. Der Unternehmer selbst ist letztendlich für die betriebliche Entwicklung verantwortlich. Hierzu die Landwirtschaft und der ländliche Raum auch morgen noch vielfältige Chancen.

6. Kostenführerschaft, hohe Produktqualität und Produktivität sowie strategische Partnerschaften sind wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Zukunftsorientierung. Horizontale und vertikale Integration stärken die Stellung landwirtschaftlicher Unternehmer, förderlich sind dabei Verbände und Organisationen in der Landwirtschaft, um Marktmacht ausüben zu können. Ziel muss es sein, auf gleicher Augenhöhe mit dem Lebensmittelhandel verhandeln zu können.

7. Eine gezielte Aufgabe von Betrieben oder Betriebsteilen ist Bestandteil unternehmerischen Handelns in einer modernen Landwirtschaft. Vermögenssicherung geht vor Betriebssicherung. Aus diesem Grund werden auch zukünftig Betriebe ausscheiden.

8. Die Anforderungen an die Betriebsleiter werden weiter steigen und zunehmend komplexer. Verbesserung der unternehmerischen Fähigkeiten in Strategieplanung, Betriebsführung, Controlling, Personalführung, Management von Allianzen sowie das Auftreten in der Öffentlichkeit sind wesentliche Erfolgsfaktoren .

9. Das landwirtschaftliche Beratungswesen wird sich aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen neu ausrichten müssen. Insbesondere wird strategische Beratung in der Landwirtschaft an Bedeutung gewinnen.

10. Das Verantwortungsbewusstsein unter den Landwirten für qualitativ hochwertige Lebensmittel und für eine nachhaltig gesunde Umwelt als Lebens- und Wirtschaftsgrundlage der Gesellschaft werden trotz Kostendruckes und zurückgehender Förderungen steigen. Junge Unternehmer werden sich dieser sozialen und christlichen Verantwortung stellen und dies durch ihr Handeln und Auftreten auch in der Öffentlichkeit bestätigen.

 
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