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Kann die Energieproduktion Märkte dauerhaft entlasten? - Die Chancen auf dem deutschen Markt

Dipl.-Volkswirt Jan M. Henke, Institut für Weltwirtschaft, Kiel

Nach Ansicht von Jan M. Henke vom Kieler Institut für Weltwirtschaft stellt die Energie einen Hauptfaktor für unseren heutigen Wohlstand dar. Der Diplom-Volkswirt erklärte auf den DLG-Unternehmertagen am 7. September 2005 in Magdeburg, dass die Nachfrage nach Energie weltweit weiter steigt und dass die Energieverfügbarkeit das weltwirtschaftliche Wachstum begrenzt. Dabei stellte er fest, dass ein überproportionales Wachstum des Energieverbrauchs in der Region der Entwicklungsländer stattfindet. Der weltweite Primärenergieverbrauch konzentriere sich, so Henke, weiter auf fossile Energien, jedoch würde auch der Verbrauch an erneuerbaren Energien ansteigen. Energie aus Biomasse sei neben Sonnen- und Geoenergie, Wind- und Wasserkraft eine mögliche Alternative zu den fossilen Energien.

Die Europäische Union sei stark von Energieimporten abhängig (beim Rohöl zu über 80 Prozent). Bioenergie soll diese Abhängigkeit mindern, die Energieversorgungssicherheit erhöhen, Treibhausgasemissionen reduzieren und den Agrarsektor entlasten, erklärte der Kieler Volkswirt. In Deutschland betrage der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch ca. 3,6 Prozent. Dabei seien bisher die feste Biomasse, Wind- und Wasserkraft von besonderer Bedeutung.

Für die deutsche Landwirtschaft sieht Henke Möglichkeiten durch die Produktion von Biomasse (Energiepflanzen) und den Absatz von Reststoffen für die Bioenergieerzeugung. Dafür hätte die Politik im Strom-, Wärme- und Kraftstoffmarkt umfassende Fördermaßnahmen geschaffen, ohne die Bioenergien, auch bei heutigen Rohölpreisen, größtenteils nicht wettbewerbsfähig wären. „Allerdings ist die Produktion von Bioenergie in Deutschland begrenzt und teuer“, sagte der Experte vom Kieler Weltwirtschaftsinstitut. Sie stehe im Wettbewerb mit fossilen Energien, teilweise mit dem Import von Bioenergien und mit alternativen Formen der Flächennutzung, beispielsweise mit der Nahrungsmittelproduktion und dem Naturschutz.

Auch die deutsche Energiepflanzen- und Bioenergieproduktion müsse sich im internationalen Wettbewerb behaupten. Der Liberalisierungsdruck auf den Agrarsektor werde nicht abnehmen. Henke sieht nur begrenzte Möglichkeiten für zusätzliche Absatzmöglichkeiten für die deutsche Landwirtschaft durch die Bioenergie.

 
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