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DLG-Unternehmertage 2004

Podiumsdiskussion: Fördern und Fordern: Wie steht die Gesellschaft zur Landwirtschaft?

Statement: Carl-Albrecht Bartmer, Landwirt, Mitglied im DLG-Vorstand, Löbnitz an der Bode (Sachsen-Anhalt)

1) Würde Allensbach den Bekanntheitsgrad von "Landwirtschaft" abfragen, würde sie die meisten Nennungen im Vergleich aller Berufsgruppen erhalten. Diese historisch gewachsene Tatsache ist ein Wert in sich, um den uns manche mit Recht beneiden

2) Was verlangt die Gesellschaft von der Landwirtschaft?
- zuerst: was leistet der Sektor für die Volkswirtschaft:
a) Agrarprodukte zu minimalem Preis (legitimes Interesse! Engel´sches Gesetz < - > politische Programme z.B. Biosektor)
b) Agrarprodukte maximaler Qualität (Grenzkostenfrage ! Kostentransparenz)
c) Beitrag zur Wertschöpfung (ca. 1 %)
d) Versorgungssicherheit und Vielfalt
- externe Effekte der Agrarproduktion (Landschaft, Emissionen, Immissionen)

3) Fördern ?
EU-Budgets als direkte Einkommenstransfers, Marktordnungskosten, Strukturmittel
nationale Budegts (u.a. Agrarsozialbereich, Planak, Mineralölsteuer)
Gewinne im Mittel aller Haupterwerbsbetriebe < Beihilfen
Wirkung neben Einkommenstransfer:
- verzerren Entscheidungen der Unternehmer (produktspezif. Beihilfen)
- zielungenau (Intervention, Flächenprämien)
- kostenintensiver administrativer Bereich
- Ausgleich von standortspezifischen Nachteilen (Mineralölsteuer, Umwelt-/Baurecht, Energie- und Arbeitskosten ...) Prinzip Gas und Bremse zugleich

4) Vision:
a) Der Verbraucher/Steuerzahler/Hartz IV-Demonstrant kennt die tatsächliche Dimension der Transfers an die landwirtschaftlichen Unternehmen nicht, das gefährdet auf kurz oder lang Transfers an die Landwirtschaft
b) wir brauchen einen "Freedom to Farm Act" => Beseitigung von Wirtschafts- und Wachstumshemmnissen
c) Gleitflug der Beihilfenreduktion bis auf ein Grundniveau zur Finanzierung eines Europäischen Agrarmodells, dessen Kosten mit der Gesellschaft offen zu diskutieren ist

 
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